Kegelzentrum: Club verärgert über Verkauf im Jahr 2012

Hagen-Mitte..  Nachdem unsere Zeitung gestern berichtete, dass dem Kegelsportzentrum das Aus drohe, haben Hagens Sportkegler bereits ihre Konsequenzen aus der unsicheren Situation am Märkischen Ring gezogen: „Wir bringen unsere Saison wohl auf der Anlage der Sportunion Annen in Witten zu Ende. Vielleicht gründen wir mit denen künftig auch eine Spielgemeinschaft“, sagt Marcus Witte. Auf eine andere Bundeskegelbahn in Hagen auszuweichen gestalte sich für die einstigen Hagener Europapokal-Kegler schwierig, weil für den Spielbetrieb eine Anlage vorgehalten werden müsse, auf der es vier nebeneinander liegende Bahnen gibt.

Verärgerte Sportkegler

Verärgert zeigen sich die Sportkegler der SG Blau Gold Germania Hagen immer noch über das Verhalten ihres Verbandes, dem Deutschen Kegler- und Bowlingbund (DKB). Dieser hatte das Objekt im Jahr 2012 aus wirtschaftlichen Gründen verkauft. „Der Verband hat uns dabei nie wirklich ins Boot geholt“, sagt Marcus Witte von Blau Gold Germania, „es gab also auch keinen Austausch darüber, ob wir das Kegelzentrum vielleicht in Eigenregie führen könnten.“

Gibt es eine Bindungsfrist?

Aus einem Protokoll zur Bundesversammlung des DKB im Jahr 2012 geht hervor, dass für das Kegelsport-Zentrum eine Zweckbindungsfrist bis zum Jahr 2022 besteht. Wegen der Bindungsfrist sei man beim Verkaufspreis deutlich runtergegangen. Auch die offenen Forderungen gegenüber den Vorbesitzern – laut Protokoll damals ca. 41 500 Euro – seien mitverkauft worden. Das Geld sei „mit gutem Gewissen“ verschenkt worden, heißt es, weil ein Vollstreckungstitel über 30 Jahre bei damals 80-jährigen Pächtern wertlos gewesen sei. Der aktuelle Besitzer Tim Schneider hatte unsere Anfrage bis Redaktionsschluss noch nicht beantwortet.