Kegelsport-Zentrum am Märkischen Ring droht das Aus

Kegelzentrum
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Was wir bereits wissen
Überraschend hat sich die neue Pächterin nun zurückgezogen. Wird kein Nachfolger gefunden, soll Schluss sein. Für den Kegelsport in Hagen ist es der Tod auf Raten.

Hagen-Mitte.. Dem Kegelsport-Zentrum am Märkischen Ring droht nach rund 40 Jahren das Aus. Nachdem die neue Pächterin nun überraschend das Handtuch geworfen hat, sagt Besitzer Tim Schneider klar und deutlich: „Wenn ich keinen Nachfolger finde, muss ich das Kegelsport-Zentrum schließen.“ Es wäre das Ende einer großen Hagener Sport-Ära und eine schlechte Nachricht für etliche Hagener Kegelclubs.

Der Unmut unter den Keglern war zuletzt groß. Die Umbauarbeiten unter der neuen Besitzerin, die das Kegelsport-Zentrum erst im vergangenen Mai übernommen hatte, zogen sich lange hin. Und: Nachdem die langjährigen Pächter Rosemarie und Frans Kerres sich zurückgezogen hatten, gab es bei der neuen Pächterin fortan kein eigenes Küchenangebot mehr. „Das wäre ja noch zu verkraften gewesen“, lassen die „Pudelladies“ verlauten, ein Kegelclub, der seit über 20 Jahren am Märkischen Ring aktiv ist, „dass aber von jetzt auf gleich dicht gemacht wird, ist enttäuschend. Man hätte uns doch informieren können.“

Lange Umbau-Phase

Die Vorbesitzerin ist für unsere Zeitung nicht zu erreichen. Im vergangenen Frühjahr hatte sie zunächst zugesagt, sich und ihr neues Konzept vorzustellen. Nachdem sie den Termin abgesagt hatte, gab es aber bis heute, trotz mehrerer Anrufversuche, keine Rückmeldung. „Die Pächterin hat zum Jahresende aus privaten Gründen aufgehört“, sagt Immobilienbesitzer Tim Schneider.

Deshalb sei das Kegelsportzentrum seit dem 6. Januar nur noch am Wochenende geöffnet. Das Bowling-Angebot werde da unter anderem gut frequentiert. Schneider steht am Wochenende aktuell selbst hinter der Theke. Er sucht einen Nachmieter.

Doch selbst, wenn der gefunden wird, dürfte es schwierig werden, den Kegelbetrieb wieder gewinnbringend ans Laufen zu kriegen. „Ich kann doch nicht die Stammkundschaft wegjagen und dann irgendwann glauben, dass die einfach so wiederkommt, wenn wieder geöffnet wird“, sagt Detlef vom Hofe von der Sportgemeinschaft Blau Gold Germania Hagen.

Entwicklung ist Tod auf Raten

Für die Sportkegler sei die Entwicklung am Märkischen Ring der „Tod auf Raten“. Hagens Kegler waren einst eine nationale und internationale Top-Adresse, kegelten um Deutsche Meisterschaften und Europapokale. Aktuell spielt das klassenhöchste Team in der dritten Liga, der NRW-Liga, gegen den Abstieg.

Ein entscheidendes Heimspiel musste sogar ausfallen, weil Ausrichter Hagen nicht in das eigene Kegelsport-Zentrum gekommen war, weil niemand zum Aufschließen erschienen war. Bei einer Sitzung gestern Abend wollten die Sportkegler darüber entscheiden, ob und wie es für sie in Hagen weitergehen kann. „Vielleicht werden wir die Saison in Dortmund oder Witten zu Ende spielen“, sagt Detlef vom Hofe. Das klingt nach dem Ende des Kegelsports in Hagen.

Etliche Hobby-Kegelclubs haben sich längst einen neuen Spielort gesucht. Sollte sich in nächster Zeit kein Nachmieter finden, gehen am Märkischen Ring endgültig die Kegel-Lichter aus.