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Kandidaten-Check: Folge 10 - Zukunft der Wälder

07.05.2010 | 16:23 Uhr
Kandidaten-Check: Folge 10 - Zukunft der Wälder

Hagen. Hagen gilt als die waldreichste Großstadt in NRW. Doch der Erlebnis- und Freizeitraum Wald wird aktuell vorwiegend wirtschaftlich und besitzrechtlich diskutiert. Für welche künftige Nutzung der Forste unter welchen Fittichen engagieren Sie sich?

Wahlkreis 103 Hagen-Mitte/Hagen-Nord/Hohenlimburg 

Heinz-Dieter Kohaupt (CDU)

Heinz Dieter Kohaupt (CDU Hagen)

Der Wald muss für die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes und dieser Stadt weiter zugänglich bleiben. Dass die Menschen zum Wald stehen, zeigt eindrucksvoll die Aktion „Hagen bäumt auf”, an der sich auch meine Familie beteiligt. Eine Veräußerung kommunalen Waldes oder des Landesforstes kommt für mich grundsätzlich nicht in Frage.

Wolfgang Jörg (SPD)

Wolfgang Jörg (SPD Hagen)

Die von der Landesregierung begonnene Privatisierung von Wald halte ich für den falschen Weg. Der Wald sollte im öffentlichen Besitz bleiben. Das Motto der Landesregierung „Privat vor Staat” muss am 9. Mai ein Ende finden. Das wäre gut für unsere Familien, gut für Hagen und natürlich gut für unseren Wald.

Uli Alda (FDP)

Ulrich Alda, Kreisvorsitzender der FDP Hagen.

Einige der Diskutanten verschweigen (bewusst oder unbewusst sei dahin gestellt), dass es Gesetzeslage ist, dass der Wald der Bevölkerung als Erholungswald weiterhin zur Verfügung zu stellen ist. Egal wem er gehört. Punkt. Natürlich muss auch der Wald unter dem Aspekt betrachtet werden, wie hier ein Teil der Konsolidierung erwirtschaftet werden kann. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, so hat die Stadt in den letzten Jahren auch Holz mit Gewinn verkauft.

Jürgen Klippert (Grüne)

Jürgen Klippert (Die Grünen Hagen)

In Anbetracht der Manie großer Teile der Stadtpolitik, im Zweifel immer ein Neubaugebiet auszuweisen, halte ich die Verwaltung großer Waldflächen seitens einer übergeordneten Institution wie dem RVR für die sicherste Lösung. Wald sollte prinzipiell in gesellschaftlichem Eigentum sein, damit bei der Entwicklung und Nutzung nicht vornehmlich einzelwirtschaftliche Interessen zum Tragen kommen. In der Folge von Kyrill haben wir sehen können, dass große Fichtenwaldbestände auch in unserem Stadtgebiet nicht der Weisheit letzter Schluss sind. Die Entscheidung, bei der Bewirtschaftung von Wald nicht nur auf das betriebswirtschaftliche (kurzfristige) Ergebnis zu achten, sondern auch die Ansprüche an den Erlebnis- und Freizeitraum sowie den Schutz von Lebensräumen von Pflanzen und Tieren zu berücksichtigen, ist sicherlich eine gesellschaftliche Aufgabe, die von Privaten nicht übernommen werden kann und soll.

Hamide Akbayir (DieLinke)

Hamide Akbayir, (Linke)

Ich lehne die Aufforstung von Monokulturen und großflächige Kahlschläge ab und befürworte stattdessen Waldverjüngung. Anstelle einer rein betriebswirtschaftlich orientierten Forstarbeit, ist eine nachhaltige und ökologische Bewirtschaftung erforderlich. Um dies zu sichern, darf der Wald nicht privaten wirtschaftlichen Interessen geopfert werden. Auch aus Natur-, Umwelt- und Tierschutzgründen ist der Wald für kommende Generationen zu erhalten. Auch hier ist Finanzproblemen der Kommunen, wie hier die Stadt Hagen, durch die Einrichtung eines Landesfonds (ZIP NRW) zur Entschuldung der Stadt entgegen zu wirken.

Wahlkreis 104 Hagen-Haspe/Hagen-Süd/Breckerfeld/Ennepetal/Gevelsberg

Jens Knüppel (CDU)

Jens Knüppel (CDU Hagen EN)

Eine Veräußerung des kommunalen Waldes bzw. des Landesforstes kommt für mich nicht in Frage. Die Menschen wollen ihren Wald und vor allem im Hinblick auf eine lebens- und liebenswerte Stadt ist der Wald unverzichtbar. Um dies sicherzustellen, muss der Wald im Besitz der öffentlichen Hand sein. Es ist nun mal ein Merkmal, das uns von anderen Großstädten unterscheidet und welches es zu nutzen gilt.

Hubertus Kramer (SPD)

Hubertus Kramer (SPD Hagen EN)

Für mich darf es keine weitere Privatisierung von städtischem Wald geben, da die Beispiele in anderen Städten zu deutlichen Nutzungsbeschränkungen für die Allgemeinheit geführt haben. Der Zugang zu unseren Wäldern muss aber für alle Bürger immer gewährleistet bleiben. Wie nach Kyrill bereits verstärkt umgesetzt brauchen wir eine noch nachhaltigere Ausrichtung der Forstbewirtschaftung. Als Möglichkeit zur Kostensenkung bietet sich dabei parallel eine engere Kooperation mit dem Regionalverband Ruhrgebiet als weiterem großen öffentlichen Waldbesitzer an. Für die breite Öffentlichkeit sollten die Erholungs- und Sportmöglichkeiten in unseren Wäldern insgesamt verbessert werden. Ein weiteres Ziel wäre für mich eine stärkere Berücksichtigung von Waldpädagogik an unseren Schulen, um die jungen Menschen mit dem Leben in unseren Wäldern überhaupt bekannt zu machen.

Philipp J. Beckmann (FDP)

Philipp Beckmann (FDP)

Es stellt sich ja nicht die Frage, ob der Wald - wenn er verkauft wird - noch weiter von den Bürgern genutzt werden kann oder nicht, denn der Gesetzgeber schreibt ganz klar vor, dass dies auch im Falle einer privatwirtschaftlichen Nutzung so sein muss! Von daher sollte man nicht außer Acht lassen, dass auch der Verkauf von Waldteilen zur Haushaltskonsolidierung beitragen kann.

Justus Koch (Grüne)

Justus Koch (Die Grünen Hagen - EN)

Die großen Hagener Waldflächen sind ein Naturschatz, dessen Bewirtschaftung durch ortsansässige Bauern selbstverständlich ist. Aus Grüner Perspektive heißt das aber auch, dass hierbei die Prinzipien der Nachhaltigkeit und der Biodiversität zu beachten sind. Große Monokulturen beispielsweise von Fichten sind hierfür nicht geeignet. Sie sind besonders anfällig für Schädlinge und zerstören die Artenvielfalt, die in „gewachsenen” heimischen Wäldern anzutreffen ist. Das heißt, dass wir die Wälder zukünftig anders bewirtschaften müssen, was auch zu einer Steigerung des Freizeitwerts führen wird. Eine Verwaltung unter den Fittichen des RVR könnte hierbei zielführend sein. So können Waldflächen in größeren Zusammenhängen gedacht werden. Dadurch können Einschnitte in miteinander verbundene Naturräume verhindert werden, die in der Folge ein Beschneiden von Lebensräumen für Tier und Pflanzen nach sich ziehen.

Karlheinz Berger-Frerich (DieLinke)

Karlheinz Berger Frerich (Die Linke)

Ich lehne die Aufforstung von Monokulturen und großflächige Kahlschläge ab und befürworte stattdessen Waldverjüngung. Anstelle einer rein betriebswirtschaftlich orientierten Forstarbeit, ist eine nachhaltige und ökologische Bewirtschaftung erforderlich. Um dies zu sichern, darf der Wald nicht privaten wirtschaftlichen Interessen geopfert werden. Auch aus Natur-, Umwelt- und Tierschutzgründen ist der Wald für kommende Generationen zu erhalten. Auch hier ist Finanzproblemen der Kommunen, wie hier die Stadt Hagen, durch die Einrichtung eines Landesfonds (ZIP NRW) zur Entschuldung der Stadt entgegen zu wirken.

Martin Weiske

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Kommentare
09.05.2010
10:02
Kandidaten-Check: Folge 10 - Zukunft der Wälder
von Kunstrasen Gunstrasen | #6

es soll Menschen geben die sich gern mit fremden Federn schmücken.
die Boelerheider wurden verkauft was soll man da
noch mit einem Wald

08.05.2010
09:20
Kandidaten-Check: Folge 10 - Zukunft der Wälder
von Meinemal | #5

Wieso Wald privatisiert werden soll, ist mir schleierhaft. Wald ist Teil der Natur und seit wann kann Natur, deren Teil auch wir Menschen sind, von irgendeiner Clique verkauft oder gehandelt werden ? Wald war früher Allmende, also Gemeineigentum aller, und ist nur durch Faustrecht in den Besitz von Verbrechern und Adel gekommen. Sehr vernünftig, dass fast alle Kandidaten, bis auf diese FDP-Klientelvertreter, den Wald in den Besitz der öffentlichen Hand sehen wollen. Jeder vernünftig Denkende kann sich diesen Überlegungen nur anschließen und es stellt sich daher die Frage, warum man deswegen einer der Kandidaten wählen soll. Selbstverständlichkeiten !

08.05.2010
07:08
Kandidaten-Check: Folge 10 - Zukunft der Wälder
von U.R. | #4

@1
So wichtig ist die Sekte nicht [und wird sie auch zum Glück nie werden] !

07.05.2010
21:16
Kandidaten-Check: Folge 10 - Zukunft der Wälder
von Klapperschlange | #3

Klar, 3 Tage vor der Wahl will kein Abgeordneter den Wald verkaufen......

Abwarten!

Es ist immer wieder lustig, wie schlecht man sich an seine eigenen Worte erinnern kann, wenn die Wahlen vorbei sind und diese schreckliche Wirtschaftkrise wieder mal zuschlägt......dann wird gebaut und zubetoniert, zum Wohle von uns allen natürlich.

07.05.2010
20:05
Kandidaten-Check: Folge 10 - Zukunft der Wälder
von Lennesperlings | #2

Die grauen Panther sind auch nicht dabei

07.05.2010
18:24
Kandidaten-Check: Folge 10 - Zukunft der Wälder
von Vito LOrso | #1

Ich vermisse die Aussage von Dirk Schatz, dem Kandidaten der Piratenpartei. Wurde der etwa nicht befragt?

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