Das aktuelle Wetter Hagen 10°C
Kürzungspaket

Kämmerer benötigt Punktlandung

26.05.2012 | 00:01 Uhr

Hagen.   Noch vier Wochen. Dann muss der Rat der Stadt Hagen über das jüngste Kürzungspaket befinden. Stolze 15 Millionen Euro in 41 Einzelmaßnahmen hat die Kämmerei der Politik zur Beratung gegeben. Erwartungsgemäß hält sich die Euphorie dort ob dieser Vorschläge in engen Grenzen.

Die Damen und Herren Volksvertreter haben quer durch die Parteienlandschaft vielmehr klare Vorstellungen davon, was nicht geht. Und das ist eine ganze Menge.

So lehnt die SPD neben diversen anderen Maßnahmen zum Beispiel auch die Erhebung von Sportstättennutzungsgebühren ab. Und zwar kategorisch. Auch Profis oder gut situierte Hobbysportler sollen von derlei Gebühren befreit bleiben. Dadurch brächen dem Kämmerer 316.000 Euro seines Paketes weg. Konsens im Fachausschuss ist parteiübergreifend außerdem, dass die Sachkostenreduzierung bei den Lehrmitteln von zehn Prozent nicht kommen soll. Das mag inhaltlich nachvollziehbar sein, risse dennoch das nächste Loch in die Planungen – es fehlten rund 125.000 €. Reflexartig stellen sich den Politikerinnen und Politikern die Nackenhaare auf, wenn Kürzungen im Bereich der Politik selbst auch nur erwähnt werden. Vorsorglich hat die Kämmerei lediglich eine moderate Reduzierung in Höhe von 150.000 € (von 3 Millionen €) vorgeschlagen.

Es ließen sich etliche weitere Beispiele nennen. Beispiele für alternative Maßnahmen sind indes aus der Politik nicht überliefert. Vielmehr wundern sich Einzelne, dass „alte Vorschläge“ erneut auf den Tisch kommen. Gruppenreflex ist darüber hinaus festzustellen, dass es die Kommune allein nicht schaffe. Das ist richtig. Allerdings werden der Kommune die Schulden definitiv nicht komplett erlassen. Mehr noch: Die zurzeit hilfreichen Landesmillionen aus dem Stärkungspakt müssen ab 2016 zurückgezahlt werden.

Am 28. Juni benötigt der Kämmerer Christoph Gerbersmann eine Punktlandung beim 15-Millionen-Paket, soll die Stadt auch weiterhin von der Landeshilfe partizipieren. Der Finanzdezernent nimmt die politische Verweigerungshaltung gelassen: Die immer größer werdende Lücke zum 15-Millionen-Ziel soll ganz humorlos durch eine Erhöhung der Grundsteuer geschlossen werden. Für jeweils 700.000 € weniger Sparleistung werden zusätzliche zehn Punkte Grundsteuererhöhung fällig.

Björn Josten

Kommentare
05.06.2012
18:01
Kämmerer benötigt Punktlandung
von mensch05 | #3

Ich zahl doch nicht mehr Grundsteuer, wenn zugleich die Straßenreinigung nur noch zweimal im Monat fährt. Dann wird Hagen noch dreckiger. Ich zieh...
Weiterlesen

Funktionen
Aus dem Ressort
Reiter dürfen am Ischeland bleiben
Politik
Der Reiterverein Hagen ist mit einem blauen Auge davongekommen und darf für weitere 25 Jahre auf seinem angestammten Gelände am Ischeland bleiben.
Studium muss kein Königsweg sein
Ausbildung
Marcel Hinkel (21), Sebastian Richard (21) und Tom Muylkens (19) haben sich gegen einen Trend entschieden. Während sich ihre Freunde nach der...
„Bis ans Ende meiner Lieder" - Udo-Jürgens-Revue begeistert
Udo Jürgens
Die Udo-Jürgens-Revue im Theater an der Volme kam bei den Besuchern bestens an. Es gab zahlreiche Hits des Altmeisters – und witzige Wortgefechte
Musikalisches Pfingstfest
Kirchenkonzert
In der Heilig-Geist-Kirche auf Emst feierte man ein musikalisches Pfingstfest. Der Paderborner Domorganist Tobias Aehlig gestaltete sein Konzert mit...
„Die Briten hatten unsere Brennerei besetzt“
Vor 70 Jahren
Die Brüder Christoph und Peter Evesbusch blicken auf die Zeit, als ihre Brennerei besetzt wurde, zurück.
Fotos und Videos
Ladenlokal ausgebrannt
Bildgalerie
Feuerwehr
Bleichplatz neu gestaltet
Bildgalerie
Blickpunkt Eilpe
article
6694986
Kämmerer benötigt Punktlandung
Kämmerer benötigt Punktlandung
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/hagen/kaemmerer-benoetigt-punktlandung-id6694986.html
2012-05-26 00:01
Hagen