Junge Musiker glänzen beim Konzert des MGV Heiderose

Hagen..  Der MGV „Heiderose“ 1896 Boelerheide gab in der Kirche Am Widey am Freitag ein Konzert mit jungen Künstlern. Alexandra Lex-Althoff, Violoncello, und Anton Fürniss, Klavier, zwölf Jahre jung und ausgezeichnet mit vielen ersten Preisen bei „Jugend musiziert“, stehen wahrscheinlich schon bald auf der Liste der renommierten Meister-von-Morgen-Reihe der Werner-Richard-Dr.-Carl-Dörken-Stiftung in Herdecke.

Gute Zusammenarbeit

Es war ein Familienkonzert. Mutter Fürniss blätterte die Noten des Sohnes um und half beim Cello-Stimmen. Sigrid Althoff, Klavier, tummelte sich im Team mit ihrer Tochter und stellte den unentbehrlichen Hintergrund für die Sänger her, deutete im Vorspiel den Charakter der Sätze an und ersetzte mit vollgriffigen Akkorden bei Opernchören das Orchester. Stefan Lex, Ehemann, Vater und Chorleiter, gab mit seiner Moderation Interpretations-Hinweise und massierte die Lachmuskeln der Zuhörer mit einigen flapsigen Bemerkungen.

Der Chor selbst schlug sich bei dem Konzert prächtig, komplett einheitlich in Einsätzen und Schlussakkorden, Textzusammenhänge beachtend, keine Silben abreißend, kein zittriges Vibrato bei hohen Tenor-Passagen, kein alles übertönender Bass. Kirchengesängen wie „Lob und Ehre sei Gott“ mit ehrfürchtiger Stimmung standen temperamentvolle, kraftstrotzende Opernchöre wie der Jägerchor aus Webers „Freischütz“ entgegen.

Viel Applaus für die Kinder

Heinz Monkau, Tenor, war der ideale Solo-Tenor in „Der fröhliche Wanderer“. Den meisten Applaus bekamen natürlich die Kinder. Anton startete mit dem 1. Satz des Italienischen Konzerts von Bach mit seinem linearen Non-stop-Sound, Gleichberechtigung beider Hände im ständigen Themenwechsel im Barock-Stil ohne Pedalgebrauch.

Ehrfürchtiges Staunen verursachte das Nocturne fis-Moll des großen Klavier-Romantikers Chopin, ein „Nachtstück“ mit dunkel grollenden Passagen und lichten Momenten, feinsinnig interpretiert und durch Pedal Klangverschleierung betonend.

Bei einem Stück des Armeniers Chatschaturjan steigerte sich die Begeisterung für den tüchtigen Pianisten noch. Lex wies auf rasende Tonwiederholungen (irre schwer), markante Rhythmen und verträumte Passagen hin.

Alexandra hatte ein wildes Impromptu von Arutjunjan auf dem Programm. Erstaunlich, wie auch bei wilden Kapriolen Mutter und Tochter perfekt zusammenblieben. Der Bogen des Cellos tanzte in armenischer Folklore auf den Saiten. Sanfte Klänge entwickelten die beiden bei „Der Schwan“, einer Bearbeitung aus „Karneval der Tiere“ von Saint-Saens. Das Mädchen beherrscht eine hochmusikalische Tongebung, mit fantastischem Vibrato, im Forte nicht grob, im zartesten Pianissimo nicht dünn. Ihr „wundervoller Ton“ wurde von vielen Fachleuten bestätigt, so der stolze Vater.

Tobendes Publikum

In der „Romance lyrique“ von Kodaly sang das Cello eine schwermütige Melodie. Das Publikum tobte. Nach diversen Zugaben beschloss der Chor mit der unvermeidlichen „Rose“ von Amanda Mac Broom den Abend.