Junge Familien und Senioren in den Quartieren sind Verbündete
24.11.2008 | 17:24 Uhr 2008-11-24T17:24:00+0100„Der Seniorenbeirat für die Stadt Hagen ist unverzichtbar.” Das hat diese Vertretung für mehr als 25 Prozent der Hagener Bevölkerung bekräftigt, seit im Zuge der Sparmaßnahmen der Beirat zur Disposition steht.
Die Entscheidung darüber ist jetzt zwar bis zum neu gewählten Rat im nächsten Jahr „weitergereicht” worden, trotzdem bleiben die jungen und älteren Senioren energisch an dem Thema. Sie betonten in ihrer letzten Sitzung, dass in dieser Vertretung schließlich geballter Sachverstand vorhanden sei, da die Mitglieder aus Fachverbänden entsandt werden und nicht - wie Rats- und Ausschussmitglieder - parteipolitisch gebunden seien.
„Eine Kommune, die dabei ist, sich vom Sprachrohr des Seniorenbeirats zu verabschieden, weiß gar nicht, was sie anrichtet.” Eine solche Unterstützung bekam das Gremium in seiner letzten Sitzung durch Elisabeth Köth-Feige von der Landesseniorenvertretung, die zu Gast in Hagen war und sich stark macht für den Beirat.
Doch der Seniorenbeirat sieht sich nicht nur als Einzelkämpfer für die älteren und alten Mitglieder. Das wurde in der Diskussion über die geplanten weiteren Einsparungen beim ÖPNV (mindestens zwei und bis zu 4 Mio. €) deutlich, die auch zu Verdünnungen im Tagestaktverkehr bis hin zu Linienstreichungen führen würden. Besonders betroffen wären Siedler in Rand- und Höhenlagen wie z. B. in Eilpe oder Haspe, aber auch auf Emst und in Hohenlimburg. „Junge Familien in den Wohnquartieren sind unsere Verbündeten”, wurde im Beirat betont. Denn dort beständen für Familien mit Kindern, die keinen Zweitwagen zur Verfügung hätten, ebenso Probleme, Einrichtungen zu erreichen wie für Senioren ohne Auto.
Deshalb verabschiedete der Seniorenbeirat im Sinne aller Betroffenen eine Resolution zur Beschlussfassung in den politischen Gremien über die künftige Entwicklung des ÖPNVs. Darin heißt es unter anderem: Wegen der topografischen Lage wohnten viele Menschen an großen Steigungen: „Das heißt, dass diese Wege zu den Haltestellen nicht einfach nach den Entfernungen bewertet werden dürfen.” Alten- und Pflegeheime müssten - für Bewohner und Beschäftgte - gut an den ÖPNV angeschlossen sein. Eine ordentliche Verkehrsanbindung entspräche auch der Zielvorgabe, dass ältere Menschen möglichst lange in den eigenen vier Wänden bleiben könnten. Und: „Die Erreichbarkeit von Geschäften, Ärzten, Apotheken, aber auch Theater muss gesichert sein.”
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