Jubiläumsfeier ohne ordentlichen Schulleiter

Das Albrecht-Dürer-Gymnasium ist 100 Jahre alt.
Das Albrecht-Dürer-Gymnasium ist 100 Jahre alt.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Das Albrecht-Dürer-Gymnasium feiert am Samstag sein 100-jähriges Bestehen. Für Gesprächsstoff bei Schülern, Lehrern und Eltern dürfte aber vor allem die Hängepartie um Schulleiter Scheideler sorgen.

Hagen.. Das Albrecht-Dürer-Gymnasium wird in diesem Jahr 100 Jahre alt – und das soll groß begangen werden. Am Samstag wird auf dem Schulgelände mit Aktionen und Aufführungen gefeiert, auch eine Festschrift kommt heraus. Für Gesprächsstoff bei Schülern, Lehrern und Eltern dürfte aber vor allem die Hängepartie um Schulleiter Scheideler sorgen.

Bernhard Scheideler (61) ist jetzt seit einem Jahr als kommissarischer Leiter des altehrwürdigen Gymnasiums im Amt. Noch wenige Jahre, dann wird er pensioniert, doch das Tempo, das die offenbar hoffnungslos überforderte Bezirksregierung in Arnsberg bei seiner Bestellung zum ordentlichen Schulleiter vorlegt, lässt befürchten, dass aus der Beförderung des altgedienten Pädagogen bis zum Ende seiner Dienstzeit nichts mehr wird, sondern er sein Berufsleben als kommissarischer Oberstudiendirektor beschließen muss.

Seitdem der ehemalige Leiter Dr. Manfred Kux im Sommer 2013 pensioniert wurde, steht das Albrecht-Dürer-Gymnasium ohne Leiter da. Beim Auswahlverfahren um die Nachfolge von Kux hatte die Bezirksregierung ihr erstes Debakel erlitten, als ihr Votum, einen anderen Kandidaten zum Schulleiter zu ernennen, von Scheideler vor dem Verwaltungsgericht mit der Begründung angefochten wurde, seine Leistungsmerkmale seien nicht ausreichend gewürdigt worden. Tatsächlich stellten sich die Richter auf die Seite des Klägers und forderten die Bezirksregierung auf, die Eignung Scheidelers erneut zu prüfen. Daraufhin zogen die drei anderen Bewerber ihre Kandidatur zurück.

Schulkonferenz hat längst gewählt

Scheideler bringt alle Voraussetzungen für das Leitungsamt mit. Er genießt hohes Ansehen an der Penne, die Schulkonferenz hat ihn bereits einstimmig gewählt. Auch die für das Amt notwendige Zeit an einem anderen Gymnasium (im Fachjargon: Verwendungsbreite) hat er inzwischen mit Unterricht an einem Dortmunder Gymnasium nachgeholt. Nur die zuständige Schulabteilung beim Regierungspräsidium sträubt sich dagegen, dem Hagener, der seit 1979 Physik, Mathematik, Informatik und Biologie am AD unterricht, die Ernennungsurkunde zu überreichen. Eltern, Schüler und Lehrer sind ratlos, die Behörde übt sich in Geheimniskrämerei, ihr Sprecher darf lediglich über eine „formaljuristisch verzwickte Situation“ fabulieren. Pikant: Die Leiterin der Schulabteilung, Susanne Blasberg-Bense, wohnt in Hagen und ist heute zum Festakt im Gymnasium eingeladen. Ob sie mehr als ein paar Begrüßungsworte von sich geben wird?

Übrigens hat das Albrecht-Dürer-Gymnasium seit einigen Tagen eine neue stellvertretende Leiterin. Ernannt wurde Latein- und Religionslehrerin Christine Neumann. Sie ist, wie könnte es anders sein, nur kommissarisch im Amt.