Jobmotor Industrie: 2800 neue Jobs in 2007
24.01.2008 | 19:44 Uhr 2008-01-24T19:44:00+0100Hagen. Die Industrie brummt, das Baugewerbe atmet auf, die Dienstleister holen auf - nur der Einzelhandel schwächelt. Dies sind die Ergebnisse der jüngsten SIHK-Konjunkturumfrage von Anfang Januar.
Die Südwestfälische Industrie und Handelskammer befragte zum Jahresbeginn - also vor dem Kurssturz - 272 Unternehmen zur Lage und zu ihren Erwartungen. 50 % der Firmen nennt ihre Lage gut (-4%), 41 % befriedigend (+3 %), nur 9 % (+1 %) schlecht. Bei den Prognosen für 2008 gehen die Meinungen auseinander: 28 % (+7 %) erwarten ein besseres Jahr, 19 % (+5 %) rechnen mit einer Verschlechterung. 53 % (-12 %) denken, dass alles beim alten bleibt. Ausgezeichnet ist die Lage in der Industrie. 88-prozentige Maschinen-Auslastung melden die Unternehmen, dabei galten mal 80 % als Obergrenze. Mehr als 38 % wollen nun investieren, um die Kapazitäten zu steigern. Aufgrund von zum 1. Januar schlechteren Abschreibungsmöglichkeiten wurde viel bereits 2007 investiert. SIHK-Hauptgeschäftsführer Hans-Peter Rapp-Frick zur Börse: „Wenn die Finanzkrise nur kurz ist, übersteht die Industrie das schadlos, die Auftragsbücher sind für Monate voll.” Probleme sieht er beim Handel, der eine weitere Kaufzurückhaltung schwer verkraften könne.
Auch bei den Neueinstellungen ist die Industrie Motor des Arbeitsmarktes. Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland? Fehlanzeige. Nur Dienstleistungen für Auslandskunden sollen im größeren Stil auch dort erfolgen. 7000 neue Arbeitsplätze entstanden im Kammerbezirk seit Ende 2006, davon allein 2800 in der Industrie.
Die Dienstleister beurteilen zu 92 % ihre Lage als befriedigend oder sogar gut. Allerdings sind hier die Sorgen größer, denn 23 % rechnen angesichts eines langsameren Aufschwungs mit einer schlechteren konjunkturellen Lage in 2008.
Kein Jubel, aber Entspannung aus dem Bereich des Bauhauptgewerbes. 44 % der befragten Unternehmer sprechen wieder von einer guten Lage, viele erwarten in den nächsten Monaten eine Verbesserung. Hauptgeschäftsführer Rapp-Frick: „Vor allem Unternehmen und die öffentliche Hand investieren im Baubereich, Privatleute halten sich weiter sehr zurück.” Grund zur Sorge hat angesichts des Börsenknicks der Einzelhandel. Bereits jetzt ist der Umsatz um 1,5 bis 1,8 % eingeknickt. Nur der Luxussektor behauptete sich und wuchs. Rapp-Frick: „Wenn die Menschen nun Sorge um ihr Geld haben, könnte das auch zu einer weiteren Kaufzurückhaltung führen.” 20 % der Unternehmen rechnen mit einer Verschlechterung.
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