Jede Zigarette verkürzt das Leben statistisch um acht Minuten

Hohenlimburg..  Der Herzinfarkt ist in Deutschland die häufigste Todesursache. Was sind die Gründe, wie sehen die Therapiemöglichkeiten aus? Was kann ich tun, um von einem Infarkt verschont zu bleiben? Viele Fragen, die sich täglich zahlreiche Frauen und Männer stellen.

Antworten darauf fand Dr. Eberhard Soennecken (58), seit dem 1. Januar neuer Chefarzt der Kardiologie des Elseyer Krankenhauses (diese Zeitung berichtete exklusiv), am Dienstagabend in der Cafeteria. Dazu hatten sich achtzig Interessenten eingefunden, die zunächst in einem rund 45-minütigen Referat informiert wurden und anschließend individuelle Fragen stellen konnten, die der neue Chefarzt auch für den Laien verständlich beantwortete.

Zur Begrüßung hatte der Ärztliche Leiter des Hauses, Dr. Joachim Dehnst, seinen neuen Kollegen und die zukünftige Ausrichtung des Hauses mit freundlichen Worten vorgestellt.

Danach ging Dr. Soennecken in medias res. Konorare Herzkrankheiten - was ist das? So lautete die Ausgangsfrage des Abends. Zu den akuten Koronarsyndromen zählen Angina pectoris (Verengung einer Koronararterie durch Plaque), instabile Angina pectoris (teilweiser oder nur vorübergehender Verschluss einer Koronararterie durch Blutgerinsel) und akuter Herzinfarkt (teilweiser oder vollständiger Verschluss einer Koronararterie durch ein Blutgerinsel) mit akuter Lebensgefahr für den Patienten.

Ein Infarkt kann jeden treffen

Dr. Soennecken zeigte daraus ableitend auch die Symptome eines Infarktes auf: u.a. ein länger als fünf Minuten anhaltender Schmerz, Atemnot, Unruhe, Schwindel oder auch Bewusstlosigkeit. „Ein Infarkt kann jeden treffen. Auch einen 31-jährigen Mann“, betonte der Kardiologe.

Doch was ist dann zu tun? Zur Akutbehandlung gehören u.a. die Stabilisierung der Herzfunktionen. Der 58-jährige Mediziner zeigte aber auch Therapiemöglichkeiten (Folgebehandlung) auf. So das Einsetzen eines Stents mittels eines Herzkatheters, um verengte und verschlossene Gefäße aufzudehnen. Diese Leistung wird nun auch von den Elseyer Ärzten erbracht. Allerdings nicht an der Iserlohner Straße, sondern im Krankenhaus Bethanien.

Deshalb zeigte sich Maria-Elisabeth Herrmann von den neuen Behandlungsmethoden der Inneren Medizin begeistert. „Ich kann dieses Haus nur empfehlen. Das ist erstklassig“, bezog sie sich darauf, dass ihr Ehemann in der Waldstadt katheterisiert worden war.

Was aber sind die Risikofaktoren für einen Infarkt? Alter, Vererbung und Geschlecht. Diese sind nicht beeinflussbar. Beeinflussbar sind ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel, Bluthochdruck und insbesondere das Rauchen. „Das konsequente Vermeiden von Risikofaktoren für Herz- und Kreislauferkrankungen ist von essentieller Bedeutung“, mahnte der Mediziner. „Jeder Zigarette verkürzt das Leben statistisch um acht Minuten.“

Und was kann Mann und Frau prophylaktisch tun? „Auf seinen Cholesterinwert und seinen Blutdruck achten und regelmäßig Sport treiben“, so Soennecken, „drei oder viermal pro Woche 30 Minuten.“