Jecke Sorgen

Das Festkomitee des Kölner Karnevals verzichtet beim Rosenmontagszug auf einen Charlie-Hebdo-Wagen. Darauf sollte ein Jeck einem Terroristen einen Buntstift in den Waffenlauf schieben. Man stünde für Meinungsfreiheit, sorge sich aber um die Sicherheit.

Ähnlich sieht man das auch in Boele. Zug-Chef und Loßrock Hans Stücker kriegt die Themen aller Wagen und Fußgruppen aktuell nach und nach mitgeteilt. Bislang geht nichts in diese Richtung. Wenn doch, werde man freundlich darauf hinweisen, dass das Thema besser verschwindet. „Die Eisen sind uns zu heiß. Außerdem haben wir vor der eigenen Haustür genug zu tun“. Nachvollziehbar, aber schade. Denn Satire gehört zum Karneval. Jecken sollten auch heiße Eisen anpacken.

Dazu gehört auch die Gebührenordnung der Stadt, die es den Karnevalisten immer mehr erschwert, ihre Prunksitzungen zu veranstalten. Nicht nur durch hohe Mietkosten für die Aula der Helfer Gesamtschule, sondern auch durch einen Bauantrag, den man für den „mobilen Fußboden“ erstmals stellen durfte, mussten sich die Loßröcke ganz schön strecken. „Alle tun ihre Pflicht. Aber wenn es so weitergeht, brauchen wir nichts mehr zu machen.“

Die Stadt ist gefragt, das Brauchtum mehr zu entlasten. Man will doch schließlich nicht Thema eines Karnevalswagens werden, oder?