Innenstadt bekommt freies W-Lan

Stellen demnächst ihre Internetzugänge zur Verfügung: Ulrich Elhaus, Andreas Murr und Markus Liffers. Vier weitere Einzelhändler und Gastronome werden sich an der Aktion beteiligen.
Stellen demnächst ihre Internetzugänge zur Verfügung: Ulrich Elhaus, Andreas Murr und Markus Liffers. Vier weitere Einzelhändler und Gastronome werden sich an der Aktion beteiligen.
Foto: WP

Hohenlimburg..  Was als Vision begann, wird nun Realität. Die Hohenlimburger Innenstadt bekommt kostenfreies W-Lan und folgt damit den leuchtenden Beispielen aus anderen Kommunen; wie beispielsweise Neuenrade.

Die Werbegemeinschaft, allen voran Andreas Murr vom „Café am Markt“, haben eine kostengünstige und überraschend einfache Variante gefunden, um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Dies geschieht mit Unterstützung des Vereins „Freifunk Rheinland e.V.“. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss ehrenamtlicher Freifunker, die sich zum Ziel gesetzt haben, Kommunen mit freiem W-Lan zu versorgen. Zu diesem Verein zählen auch Untergruppierungen, wie zum Beispiel „Freifunk-Ruhrgebiet“.

Flächendeckendes Netzwerk

Das Prinzip ist denkbar einfach. Wer einen Internetzugang besitzt, kann diesen mit Hilfe eines Freifunk-Routers (ab 20 Euro erhältlich) zur Verfügung stellen, so dass im Empfangsradius jeder auf dieses Netzwerk zugreifen kann. Beteiligen sich nun mehrere Bürger oder Einzelhändler an der Aktion und installieren ebenfalls einen Freifunkrouter, so erkennen sich die Router und bilden ein weitgehend flächendeckendes Freifunk-Netzwerk (Mesh-Netzwerk), auf das jeder Bürger oder Stadtbesucher zugreifen kann.

Auch die zunächst gehegten rechtlichen Bedenken, konnte Andreas Murr inzwischen ausräumen.

„Wir haben uns die Frage gestellt, ob man haftbar gemacht werden kann, wenn jemand illegale Internetinhalte über den zur Verfügung gestellten Internetzugang herunterlädt. Dies ist jedoch nicht der Fall, weil wir die Software des Vereins nutzen und somit abgesichert sind“, versicherte Andreas Murr, der bei den Mitgliedern der Werbegemeinschaft auf breite Zustimmung stieß.

Gastronomie könnte profitieren

So haben sich bislang sieben Einzelhändler und Gastwirte bereit erklärt, ihre Internetzugänge zur Verfügung zu stellen. Somit wären weite Teile der Innenstadt abgedeckt.

Insbesondere für die gastronomischen Betriebe ergeben sich daraus enorme Vorteile.

„Ich habe bei mir bereits zahlreiche Kunden gehabt, die mich nach einem Zugang gefragt haben. Diesen Wunsch kann ich nun erfüllen“, freute sich Murr. „Ich denke, dass vor allem in den wärmeren Monaten viele Innenstadtbesucher diese Gelegenheit nutzen werden. So kann man nicht nur im Freien Platz nehmen und seine Bestellung genießen, sondern gleichzeitig auch im Internet surfen“, ergänzt Murr, der für die Hohenlimburger Stadtentwicklung ein wichtigen Schritt in der Bereitstellung von kostenfreiem W-Lan sieht.

Auf persönliche Sicherheit achten

Auch Markus Liffers von „Bücher Liffers“ sieht darin Vorteile. „Bei uns kann man sich online über den Buchbestand informieren, Bücher reservieren oder E-Books downloaden. Wenn wir dazu freies W-Lan anbieten, ist das für den Kunden eine Erleichterung“, so Markus Liffers.

Wichtig für jeden Nutzer des Netzes: „Freifunk Ruhrgebiet“ verweist auf seinen Internetseiten explizit darauf, dass das Netzwerk, wie das Internet, unverschlüsselt und offen ist.

Daher sei jede Person für die eigene Sicherheit der Verbindungen und der Endgeräte verantwortlich. Das bedeutet im Klartext, dass entsprechende Firewalls oder Antivirenprogramme auf dem Endgerät installiert sein sollten.