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Schnupperpraktika

In Werkshalle hautnah am Berufsbild

15.11.2009 | 16:45 Uhr
In Werkshalle hautnah am Berufsbild

Wenn der tonnenschwere Hammer auf das glühende Metallstück schlägt, vibriert die ganze Werkshalle. Die zu verarbeitenden Teile verbreiten einen ganz speziellen Geruch und sorgen für wohlige Wärme.

Dennis, Florian und Moritz aus der Oberstufe des Christian-Rohlfs-Gymnasiums schauen ganz genau hin. Sie sind im Rahmen eines Schupperpraktikums zu Gast in der Gesenkschmiede Peter Schöttler.

„Es ist schon etwas anderes, die Arbeitsabläufe zu sehen, Teile anfassen zu können”, sagt der Abiturient Dennis Brand. „Jeder Eindruck aus der Werkhalle zählt. Das ist viel besser, als ein Berufsbild im Internet nachzulesen”, ergänzt Moritz Kosubek aus der „Elf”.

Das Christian-Rohlfs-Gymnasium startete mit dem Märkischen Arbeitgeberverband und zahlreichen Unternehmen die Initiative „Taste4Future”. „Viele Schüler haben enorme Probleme bei der Berufsauswahl”, weiß Thomas J. Hüttenhein, Geschäftsführer der Peter Schöttler GmbH. „Nicht Wenige beschäftigen sich länger mit der Auswahl des passenden Handys als mit ihrer Zukunft.” So entstand die Idee, in der Oberstufe mit Schnupperpraktika ganz unterschiedliche Berufsfelder vorzustellen. „Im Idealfall können die Schüler in den vier Stunden im Betrieb schon absehen, ob ihnen der entsprechende Beruf zusagen könnte oder eher nicht”, glaubt Hüttenhein. „Im Vorfeld mal in einige Berufe hineinzuschnuppern, ist allemal einfacher, als während des Studiums die Richtung zu wechseln.”

Dass Berufsfindung bei Schülern nicht unbedingt an erster Stelle steht, weiß auch CRG-Schulleiter Michael Pütz: „Für viele ist das Abitur das Ziel und nicht der Weg.” Zwar bekamen die Interessierten zwei Stunden unterrichtsfrei, mussten aber dennoch Freizeit investieren. Umso erfreuter zeigt er sich über die positive Resonanz.

Für Dennis, Moritz und Florian begann der Vormittag mit einer allgemeinen Einführung in die Aufgabenbereiche eines Maschinenbau-Ingenieurs. Anschließen führte der Geschäftsführer die Jungs durch den Betrieb und zeigte ihnen die verschiedenen Arbeitsplätze und brachte ihnen Nahe, welchen Einfluss die Ingenieure auf den Arbeitsalltag der Beschäftigten haben. „Sie müssen die Maschinen so planen, dass sie funktioniert”, erklärte Hüttenhein. Und zwar so, dass die Mitarbeiter möglichst komfortabel mit ihnen arbeiten können. „Dazu braucht Ihr natürlich auch Praxiserfahrung”, so Hüttenhein, der in diesem Zusammenhang für einen Verbundstudiengang der heimischen Fachhochschule wirbt. Den hält er für eine „wahre Perle”.

Insgesamt haben sich rund 50 Rohlfs-Schüler freiwillig an der ersten Runde des „Taste4Future”-Schupperpraktikums beteiligt. „Für mich hat es sich gelohnt”, sagt Florian Splitt, der gerne Maschinenbau studieren möchte. Und für die, die ihr Praktikum nicht so spannend fanden, hat es sich ja letztlich auch gelohnt. Daher soll zur zweiten Runde im kommenden Jahr die Angebotspalette noch erweitert werden.

Björn Josten

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