In Vorhalle sind alle Wege kurz
08.02.2012 | 18:01 Uhr 2012-02-08T18:01:00+0100
Vorhalle.Bei Metzgerei Breddermann gibt’s Steckrübengemüse und Grünkohl mit Mettwurst. Gerda Breddermann hat frisch gekocht. Monika Schäfer reserviert sich eine Portion. „Ich komm’ nachher rüber.“ So ist das in Vorhalle: Die Wege sind kurz, die Ansprache ist persönlich und zwischen den Einzelhändlern läuft’s ganz gut.
Darüber freut sich vor allem Monika Schäfer, die Vorsitzender der Werbegemeinschaft. „Der Zusammenhalt funktioniert im Großen und Ganzen.“ Klar, ein paar gibt’s immer, die nicht mitmachen, aber profitieren. Von der Weihnachtsbeleuchtung beispielsweise. „Die haben wir für 4.000 Euro auf LED umgerüstet.“ Für die Einzelhändler, die nicht mitzogen, sprangen quasi die Vorhallerinnen und Vorhaller ein: Sie spendeten in Sparschweine. „Das machen wir jetzt jedes Jahr“, freut sich Monika Schäfer.
Tochter Simone hat das Geschäft übernommen
In vielen Läden sprechen sie ihre Kundschaft mit Namen an. „Da kennt man die Familienverhältnisse, sieht die Kinder groß werden“, sagt Gerda Breddermann. Sie und ihr Mann sind seit 1984 in Vorhalle. Monika Schäfer hat ihren Friseursalon schräg gegenüber bereits 1976 aufgemacht. Keine Vorhallerin, der sie nicht schon mal den Kopf gewaschen hat. Inzwischen hat Tochter Simone das Geschäft übernommen. In die Reihe alteingesessener Lädchen gehören auch Glasmachers. Anne und Klaus Glasmacher verkaufen seit 1965 Hosen, Blusen und Hemden. Das Textilgeschäft existiert seit 1939, Anne Glasmachers Eltern haben es aufgebaut.
Es ist wohl der Mix, der Vorhalle ausmacht. Da sind ein paar alteingesessene Geschäfte und andere, die kommen und gehen – Stabilität und Bereicherung. Da waren die Bäcker Fuhrmann und Schröder – beide hatten ihre Backstuben in Vorhalle. Den Namen Fuhrmann gibt es inzwischen wieder vor Ort, eine Fuhrmanntochter betreibt einen Selbstbedienungsbäcker. Schröder ist ganz verschwunden. Dann gab’s da mal den Schuhladen Dahlbüdding, in dem heute ein Drogeriemarkt ist. Im ehemaligen Leder Lepple versorgt die Vorhaller Palette finanziell schwache Menschen mit Lebensmitteln. Daneben hat Mümine Kaya ihre Änderungsschneiderei. „Ich fühle mich wohl hier“, sagt sie – und das seit zwölf Jahren.
Alles, was man zum Leben braucht
Im Grunde ist auch alles da, was man zum Leben braucht. Für den Rest gibt es den Blumenladen. Anna Führt hat ein Händchen für Farben und Deko, ein netter Tupfer an der Vorhaller Straße. Ein Optiker ist ansässig und auch für eine Pizza mit Rotwein muss man nicht weg. „Unsere kleine Pizzeria, La Veranda, hat sich zu einem regelrechten Anlaufpunkt entwickelt“, freut sich Monika Schäfer – der auch über Vorhalles Straßen hinaus zieht.
Leere Läden gibt’s auch ein paar. Der ehemalige Michael Brücken, den Uli Ottensmann – noch so eine Vorhaller Familie – mal geführt hat, stand seit Jahren leer. Demnächst soll dort Weinhandel Enotria, der zurzeit noch in der alten Molkerei in Eckesey verkauft, einziehen. Einen weiteren Leerstand füllen die Brüder Leisgen mit ihrem Malerfachgeschäft. Dann gibt’s noch einen Lotto-Toto-Laden mit der Post, natürlich nur als Agentur. Die Apotheke fehlt nicht, die lokalen Banken sind vertreten. Der türkische Obst- und Gemüseladen läuft, um die Ecke sind die Discounter.
Nur auf den vollsortierten Supermarkt hoffen sie noch. „Die Bezirksvertretung Nord kümmert sich da und mit Sybille Klos-Eckermann haben wir in Vorhalle auch eine politisch Engagierte“, meint Monika Schäfer, die Vorhalles Zukunft rosig sieht: „Es wird wieder einen Trend zu kleinen Geschäften geben.“
09:19
@RainerN
Einbahnstraße schön und gut. Ich finde, man sollte die Parkplatzbuchten irgendwie ein wenig kennzeichnen. Wie oft habe ich keinen Parkplatz gefunden (Direkter Anwohner), weil irgendwelche Leute parken wie sie wollen. Anstatt parallel zu allen anderen Autos, einfach mal komplett schief parken und 2 Plätze verballern. Oder die Leute die "mal eben" zum Bäcker oder zur Apotheke wollen...
Aber die schlimmsten Zeiten sind zum Glück vorbei (Als noch der "Joker" in der alten Post war)
22:13
Erst einmal danke,
ein sehr treffender Bericht über die Vorhaller Einkaufsmeile.
Im Prinzip finden wir Vorhaller dort alles was gebraucht wird. Okay, die Lebensmittel liegen mehr im Randbereich sind aber dennoch fußläufig gut zu erreichen, auch für ältere Menschen. Und ja, man kennt sich untereinander, hat immer Zeit für ein kleines Schwätzchen, was in der Hektik einer Großstadt wohl kaum möglich wäre.
Allerdings gibt es auch einen Kritikpunkt, und das ist der oft chaotische Autoverkehr auf der Vorhaller Straße. Zum einen scheint die im Kernbereich vorgeschriebene Geschwindigkeit von 20km/h für manche Zeitgenossen garnicht zu gelten. Auffällig oft sind es auswärtige Autofahrer, die auch schon mal mit geschätzten 50km/h die Fußgänger von der Straße jagen. Dann wird häufig in die vorhandenen Parkbuchten ein- und ausgeparkt, nach dem Motto Platz da, jetzt komme ich. Ach ja und so mancher Fußgänger scheint der trügerischen Meinung zu sein,“Ist ja ne 20er Zone kann nix passieren, also brauche ich auch nicht zu gucken“. Was auch noch dadurch begünstigt wird, dass Fußweg und Straße eine Fläche bilden.
Als die Vorhaller Straße seinerzeit aus- bzw. umgebaut wurde, galt während der Bauphase eine Einbahnstraßenregelung von der Einmündung Nöhstr. bis zur Einmündung Hartmannstraße. Der Autoverkehr war in dieser Zeit meiner Meinung nach weniger hektisch. auch wenn zugegeben die damaligen Bauarbeiten mit zur Entschleunigung beigetragen hatten.
Dennoch, vielleicht sollte man einmal an zuständiger Stelle über eine Einbahnstraßenregelung im beschriebenen Bereich nachdenken. Auch darüber wie es erreicht werden kann, z.B. durch bauliche Maßnahmen, dass sich die Autofahrer an die 20Km/h halten. Oft zu beobachten ist, es laufen Kinder zwischen den parkenden Autos auf die Straße, ohne nach links und rechts zu schauen. Es muss doch nicht erst etwas passieren?!
22:05
Mein (RainerN) Kommentar bezog sich auf den Kommentar von
@gerdafix
21:28
Kleine Anmerkung, ein CDU Ratsherr mit Namen Klupka gibt es nicht in Hagen.
Sie meinen sicherlich Herrn Stefan Ciupka. Soviel dann zum Thema, ich zitiere
„ungenügend recherchiert“.
20:58
Schade, ich dachte es wäre kein Wahlkampf. Frau Wetters Fähigkeiten, zu recherchieren, scheinen nicht besonders ausgeprägt zu sein. Vorhalle hat nämlich auch einen Ratsherrn der CDU, Herrn Klupka (?) der sich auch seit mehr als zehn Jahren sehr um den Stadtteil bemüht. Schade, dass hier mal wieder nur ungenügend recherchiert wurde. Vielleicht liegt es auch daran, dass in der Redaktion der WP/WR nur Freunde der Frau Klos arbeiten. Sei es drum. Ich bin mal wieder enttäuscht worden.