In meiner Brust schlagen zwei Herzen

1 Erfahren die Erzieherinnen die Unterstützung, die sie sich gewünscht haben?

Von Seiten der Politik bislang nicht. Gerade hier in der Region hatten wir uns da mehr erhofft. Für Freitag hat Verdi Politiker zum Austausch eingeladen. Ich bin mal gespannt, ob der zustande kommt. Von Seiten der Eltern werden wir sehr unterstützt. Ich finde es toll, wie die Eltern untereinander Betreuung organisieren. Wir spüren einen starken Rückhalt.

2 Wie empfinden Sie selbst den Streik?

In meiner Brust schlagen zwei Herzen. Ich war selbst alleinerziehend und kann gut nachvollziehen, wie schwierig die Situation für berufstätige Eltern ist. Auf der anderen Seite bin ich seit 25 Jahren Erzieherin und weiß, wie es ist, wenn man nicht das leisten kann, was man eigentlich soll und ja auch möchte.

3 Was steht für Sie bei diesem Streik im Vordergrund?

In der Öffentlichkeit wird ja immer der Eindruck erweckt, uns ginge es um eine Gehaltserhöhung von zehn Prozent. Dahinter steckt aber die viel wichtigere Forderung nach der Aufwertung unseres Berufes. Damit ist eine bessere Eingruppierung verbunden. Auch die Arbeitgeber sollten anerkennen, wie wichtig unsere Tätigkeit ist. Es gibt nichts Wichtigeres als unsere Kinder. In Ergänzung zu den Familien prägen wir sie in unseren Einrichtungen fürs Leben.