Hagen

In Hagens Wäldern beginnt das tierische Treiben

Hagen.  Den Winter haben wir längst hinter uns gelassen, die Sonne zeigt sich immer freundlicher. Natur- und Waldliebhaber zieht es zu dieser Jahreszeit wieder vermehrt in die Hagener Wälder. Dort, wo auch das tierische Leben Fahrt aufgenommen hat. Gerade für den Tiernachwuchs beginnt eine spannende Phase, denn so langsam trauen sich die Jungtiere aus ihren Höhlen und Verstecken heraus in die freie Natur. Dachse und Füchse, Hasen, Rehkitze, Wildschweine, Waldkauze und Uhus – um ein paar der Jungtiere zu nennen, die sich auf große Entdeckungstour durch unbekanntes Gebiet begeben.

Der bekannte Tier- und Naturforograf Kevin Winterhoff nimmt uns wieder optisch mit auf die Reise. Er hat eine Auswahl von Bildern aus den Hagener Wäldern für uns zusammengestellt. Und Michael Knaup, Fachleiter der Hagener Forstwirtschaft hält noch weitere Informationen bereit. Vielfach verharren die Kleinen entlang der Waldwege, weil sie dort nahrhaftes Grün vorfinden. „Deswegen bleiben sie selten im Dickicht“, erklärt. Wenn die Aufzucht der Jungtiere beginnt, sind Spaziergänger umso mehr angehalten, den Neugeborenen ihre „Privatsphäre“ zu lassen. „Die Kleintiere brauchen ihre Ruhe, das ist bei uns Menschen doch genauso. Auch wir sorgen uns um unseren Nachwuchs“, sagt Knaup.

Vor allem Hundebesitzer seien angehalten, ihre Vierbeiner an der Leine zu halten. Auch junge Tiere, die am Wegrand liegen, sollten laut Knaup von Spaziergängern nicht „bemuttert“ werden.

Als Beispiel dienen die Rehkitze. Sie sind geruchslos und zu Anfang nicht lauffähig. Werden Sie angefasst, dann besteht die Gefahr, dass die Ricke ihre Kleinen nicht mehr annehmen – und die Kitze verhungern müssen.

Jäger müssen Wildschweine schießen

Zudem lauern Füchse und Wildschweine darauf, die Neugeborenen zu fressen. Nicht zuletzt besteht die Gefahr, dass die Rehkitze bei der ersten Mahd übersehen und überfahren werden. Probleme bereitet auch der große Zuwachs an Wildschweinen. „Zurzeit liegt die Vermehrungsrate bei 300 Prozent. Die Jäger können gar nicht anders, als die kleinen Wildschweine zu schießen.“ Die Schweine werden immer „im Kessel“ geboren – zwischen drei und zehn der Tiere gehören einer Familie an. Gefährlich leben auch Waldkauz und Uhu. Beide sind nach ihrer Geburt noch nicht flugfähig und somit gefundenes Fressen für Raubtiere.

In erster Linie stehen aber die Menschen in der Verantwortung. „Im Wald sind wir zu Gast“, sagt der Hagener Natur- und Wildfotograf Kevin Winterhoff, „wir dürfen das als Privileg verstehen und sollten uns auch so verhalten.“

Dann können beide – Mensch und Tier – das Leben in Hagens Wäldern genießen.