In der Tradition der Schmiedegesellen

Hackebämmels Enkel verstehen nicht nur was vom Brauchtum, sondern auch vom Feiern.
Hackebämmels Enkel verstehen nicht nur was vom Brauchtum, sondern auch vom Feiern.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Sie sind zwar erst 20 Jahre alt, aber schon eine Stütze des Hasper Brauchtums. Am Wochenende feierten Hackebämmels Enkel mit vielen Freunden.

Haspe.. Es begann mit einer verlorenen Fußballwette im Jahr 1995. Udo Röhrig, bekennender Fan des 1. FC Köln, gegen den schwarz-gelben Klaus Peter Wanka. Am Ende der Saison 1994/95 stand der BVB an der Spitze – und der Verlierer Röhrig musste als Wetteinsatz eine Gartenparty ausrichten. Hier wurde die Idee geboren, einen Kirmesverein zu gründen. Damals dachte vermutlich keiner der Beteiligten, dass sie damit den Grundstein für den aktuell größten Brauchtumsverein in Haspe gelegt hatten: „Hackebämmels Enkel“.

140 Gäste suchen Schatten

Am vergangenen Samstag luden die „Hackebämmel“ (früher Ausdruck für Schmiedegesellen) zur Feier ihres 20-jährigen Jubiläums in die Wagenbauerhalle an der Enneper Straße. Bei hochsommerlichen Temperaturen und blauem Himmel fanden sich über 140 Gästen unter den Sonnenschirmen vor der Halle ein. „Petrus muss auch ein Hackebämmel gewesen sein“, zeigte sich Andreas Pilarczyk angesichts des Wetters überzeugt. Als amtierender Vorsitzender steht er an der Spitze eines Kirmesvereins, der – trotz vergleichsweise junger Vereinsgeschichte – mittlerweile zum festen Bestandteil der Hasper Brauchtumsfamilie gehört.

Viele ehemalige Iämpeströter und Wolkenschieber kamen aus den Reihen der Hackebämmel. Zudem leisten die Mitglieder mit Wagen und Fußtruppen einen stattlichen Beitrag zum Kirmeszug und engagieren sich im sozialen Bereich. So organisiert der Verein etwa alljährlich eine Theaterveranstaltung für den guten Zweck. In diesem Jahr kamen die Einnahmen dem Behindertenwohnheim Don Bosco zugute. Bei der Jubiläumsfeier waren nicht zuletzt deshalb auch viele Gäste über den eigenen Vereinskosmos hinaus vertreten. „Wir sind eine große Gemeinschaft, die Vereine gehören zusammen“, erzählt Michael Wolf vom Olympia Club 1948. „Die Entwicklung bei den Hackebämmeln in den letzten Jahren war wirklich sensationell“, lobt sein Vereinskollege Karl Fischer ergänzend.

Wettverlust ist heute ein Gewinn

Zum Schluss bleibt natürlich die Frage nach der Zukunft. „Wir sind in der Jugendarbeit sehr aktiv und sehen darin auch einen sozialen Aspekt“, erzählt Klaus Peter Wanka. Die Ergebnisse sprechen für sich: Beim Kirmeszug vor zwei Wochen staubte der Nachwuchs mit seinem selbstgestalteten Themenwagen „Tabaluga in Haspe“ den ersten Platz ab. Dabei kam das nötige Wurfmaterial sogar vom Erfinder der Fantasiefigur höchstpersönlich. Peter Maffay schickte kurzerhand zwei Container Süßigkeiten, nachdem die beiden 13-jährigen Hackebämmel Ricarda und Lennart einen Brief an den Musiker geschrieben hatten.

Bei so viel Einsatz brauchen sich die Vereinsmitglieder keine Sorgen um die Zukunft zu machen. Und am Ende musste sogar der Premieren-Vorsitzende Udo Röhrig eingestehen, dass eine verlorene Fußballwette auch ihre guten Seiten haben kann.