Immobilie steht jetzt im Internet
30.01.2010 | 17:55 Uhr 2010-01-30T17:55:00+0100
Hagen-Mitte. Seit der Rat der Stadt das Bäderkonzept der Hagener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft abgesegnet hat, ist das Aus für das in die Jahre gekommene Willi-Weyer-Bad beschlossene Sache. Doch was aus Immobilie und Grundstück wird, ist seither völlig offen.
Wer kauft schon ein in die Jahre gekommenes Schwimmbad? Eine Frage, die auch HVG-Geschäftsführer Christoph Köther umtreibt. „Die Vermarktung ist alles andere als einfach”, so Köther, „wenn man jemanden findet, der mit der Immobilie etwas anfangen kann, ist das ein wahrer Glücksfall.”
Einer, den die HVG beim Verkauf des Boeler Stadtbades erlebt hat. Denn dort, wo noch Schwimmer ihre Bahnen ziehen, nimmt künftig ein ortsansässiger Bäcker seinen Betrieb auf. Ähnlich war es dereinst in Haspe. Auch für das dortige Alte Stadtbad fand sich Mitte der 90er ein Investor, der das denkmalgeschütze Haus erhielt.
Abriss wahrscheinlich
„Für das Willi-Weyer-Bad”, so Köther, „ist eine ähnliche Lösung derzeit nicht erkennbar.” Alternative: Das ehemalige Stadtbad-Mitte, 1970 mit großer Zeremonie eröffnet, verschwindet von dem 3940 Quadratmeter großen Grundstück. Eine Möglichkeit, die sich wohl am Ehesten abzeichnet. Ein Innenstadthotel, einst im Volmepark geplant und dann doch gescheitert, könnte entstehen. Denkbar wäre auch altersgerechtes Wohnen für Senioren in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt. Ein Investor, der das Grundstück kauft, den Altbau abreißt und die Fläche entwickelt, wird aber händeringend gesucht. Mittlerweile sogar über Immobilienportale im Internet.
Aber: „Leerstände in der Innenstadt und eine Rückläufige Bevölkerungszahl sind nicht unbedingt Argumente, die Investoren von außerhalb nach Hagen locken”, sagt Christoph Köther. Für ihn steht aber auch fest: „Wir als HVG können die Fläche nicht entwickeln.”
Kosten laufen weiter
So laufen die Kosten bald weiter, auch wenn niemand mehr im Becken schwimmt. Für die Fläche an der Bergstraße sind Grundbesitzabgaben fällig. Hinzu kommen Gelder, die künftig in die Sicherung des Baus gesteckt werden müssen. Wenngleich Köther betont, dass diese nicht Hagenbad selbst, sondern die HVG belasten und dass es sich „um überschaubare Kosten” handele.
Vier Wochen vor Eröffnung des neuen Westfalenbades am Ischeland - avisiert ist der 28. April - wird das Willi-Weyer-Bad geschlossen. Die Kelo-Sauna wird ab und am Ischeland wieder aufgebaut. Andere Bestandteile der relativ jungen Saunaanlage werden als Ersatzteile eingelagert. Hinzu kommt, dass Mitarbeiter, die im Willi-Weyer-Bad tätig sind, mit der neuen Technik im Westfalenbad vertraut gemacht werden müssen.
Zweiter Klotz am Bein
Fortan wird das nicht mehr genutzte Willy-Weyer-Bad ein zweiter Klotz am Bein der HVG sein. Denn auch, was den Verkauf des längst geschlossenen Kirchenbergbads in Hohenlimburg angeht, zeichnet sich keine Lösung ab. „Wenn der Flächennutzungsplan an dieser Stelle nicht geändert wird, ist das Areal kaum zu vermarkten”, so Köther.
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