Im Jahr 2004 drohte die Auflösung des Vereins

Heike Schonert, Birgit Schulte und Martin Müller-Braun präsentierte Anfang der 90er Jahre die Ideen fürs Wesselbachtal.
Heike Schonert, Birgit Schulte und Martin Müller-Braun präsentierte Anfang der 90er Jahre die Ideen fürs Wesselbachtal.
Foto: WP

Hohenlimburg..  Der Wandel von einem tristen Industrietal in ein stadtnahes, ruhiges Wohn-Eldorado ist in beeindruckender Art und Weise unterhalb des Schlosses in der Wesselbach gelungen. Maßgeblichen Anteil daran hatte der Bürgerverein Wesselbach, der im Jahr 1990 gegründet wurde. Diese Zeitung sprach mit Peter Mager, Vorstand Kommunikation des Vereins.


Frage: Der Bürgerverein Wesselbach feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Welche Programmpunkte sind zu diesem besonderen Ereignis geplant?
Peter Mager: Ja, wir werden in diesem Jahr 25 Jahre jung – und dieses Ereignis möchten wir mit einem Wesselbachfest mit den Bewohnern des Tals und Freunden feiern. Das Bürgerfest soll am Samstag, 29. August 2015, am „Kritzler-Rondell“ zwischen der Wesselbachstraße und dem Neuen Schloßweg stattfinden.


Gibt es bereits konkrete Planungen für diese Jubiläumsveranstaltung?
Selbstverständlich gibt es bereits Planungen. Zunächst haben wir vom Gelände am Spielplatz einen Lageplan durch einen Vermessungsingenieur aus unseren Reihen erstellen lassen. Für die weiteren Vorbereitungen haben wir zwei Arbeitsgruppen gebildet. Eine Gruppe beschäftigt sich mit den technischen Fragen der Realisierung, also Stromversorgung, Abwasser, Ausgleich Höhenunterschiede, Sicherstellung Fluchtwege, Standoptionen. Die andere Gruppe plant den Ablauf und legt die Inhalte fest. Wir haben zahlreiche Anregungen, wovon wir nur einen Teil realisieren können. Auf jeden Fall soll es mehrere Programmhöhepunkte - auch mit Liveauftritten - geben.


Welche Gründungsmitglieder, die im Jahr 1990 den Verein aus der Taufe gehoben haben, sind noch im Vorstand aktiv? Welche arbeiten weiterhin ehrenamtlich mit?
Aus dem Kreis der Gründungsmitglieder ist Sabine Mucke aktuell im Vorstand aktiv. Sie verantwortet das Mitglieder- und Finanzressort. Weitere Gründungsmitglieder arbeiten ehrenamtlich mit, z.B. Sigrid Fahrmeier, Detlef Mucke und Martin Müller-Braun. Unser 1. Vorsitzender, Peter Spohr, ist übrigens am 14. März 1991 dem Bürgerverein beigetreten.


Welche Ziele hat der Verein in diesem Vierteljahrhundert verfolgt?
Der Verein hat ja eine Vorgeschichte. Bevor die Gründung des Vereins am 8. August 1990 erfolgte, gab es eine Bürgerinitiative, die sich mit den Verkehrsproblemen des Tals beschäftigte. Seinerzeit gab es noch Schwerlastverkehr zum ehemaligen Theis-Werk. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit war die Gestaltung der Wohnbebauung nach dem Schwefelsäurenunfall in den alten Hallen des Kritzler-Geländes. Eine große Umbruchsituation gab es im Jahr 2004. Die Vereinsziele waren erreicht, die Firma Theis hatte das Tal verlassen und der Schwerlastverkehr belastete nicht mehr. Auf dem ehemaligen Kritzler-Gelände entstand ab 1997 eine schöne Wohnbebauung, auf dem ehemaligen Theis-Gelände ebenso.


25 Jahre sind eine lange Zeit in einer Vereinsgeschichte. Ging es immer bergauf, oder gab es auch mal Tiefen?
Der Verein hatte 2004 noch 14 Mitglieder. Es wurde abgestimmt, ob der Verein aufgelöst wird oder unter neuer Zielrichtung weitermacht. Die Mehrheit hat sich für das Weitermachen unter neuer Zielrichtung entschieden. Mit der neuen Wohnbebauung hatte sich innerhalb von 15 Jahren die Bewohnerzahl des Wesselbachtales verdoppelt. Von dort an bildete ein Schwerpunkt die Integration aller neuen und alten Bewohner des Tales. Viele Neubewohner kamen nicht aus Hohenlimburg. Und das nachbarschaftliche Miteinander musste aufgebaut werden. Ich glaube, das ist uns gut gelungen. Dazu tragen auch unsere Wesselbachfeste, das kleine Weinfest in der Remise am Schloss sowie unser Grillnachmittag am Martha-Müller-Seniorenzentrum der Arbeiterwohlfahrt bei. Zudem gibt es zahlreiche Veranstaltungen, Ausflüge und unseren Stand mit von uns selbst hergestelltem Sud für weißen Glühwein am Schlossweihnachtsmarkt. Hier sind wir seit mittlerweile neun Jahren vertreten, im Dezember des vergangenen Jahres mit rund 70 Helfern aus unseren Reihen.
Gibt es weitere Ziele für die nächsten 25 Jahre?
Ein Blick nach vorn für weitere 25 Jahre? Das ist schwierig. Aber wir haben einige Themen im Blick. So haben wir ja im Jahr 2005 den kleinen Weinberg am Schloss angelegt und pflegen seitdem die Reben und den Schlosssüdhang. Die Reben der Sorte Regent haben eine Lebensdauer von 40 Jahren. Zudem blicken wir auf das Jahr 2017. Dann soll die Barrierefreiheit am Bahnhof Hohenlimburg hergestellt werden. Eine Forderung, die wir mit Hilfe einer Petition an den Landtag und weiteren Initiativen durchsetzen konnten. Aber auch in diesem Jahr möchten wir für unser Tal einiges tun. So werden wir einen Hinweisstein auf das Quellgebiet des Wesselbachs, etwa in Höhe von 377 Metern am Stoppelberg, aufstellen. Der Stein wurde „gefunden“; es ist ein Ibbenbürener Sandstein, der von einem Steinmetzmeister nun seine Inschrift erhalten wird.


Wie viele Mitglieder zählt der Verein gegenwärtig? Können nur Bewohner des Tales Mitglied werden?
Unser Bürgerverein hat mit Stand 1. Januar 2015 112 Mitglieder. Natürlich sind weitere Mitglieder herzlich willkommen, auch wenn diese nicht im Tal wohnen. Entscheidend ist, dass sich die „Neuen“ mit den Zielen des Vereins identifizieren, also z.B. des nachbarschaftlichen Miteinanders und der Gestaltung des Wohnumfeldes einschließlich des Landschaftsschutzes.