Im Hamsterrad

Zwei Tage lang habe ich mir eingeredet, meine internetlose Zeit sei eine Art Katharsis für die Seele. Ich habe mir vorgemacht, dass es entspannend sei, nicht online zu sein. Keine ungewollten Bilder, keine unerwünschten Videos, keine Privatschnipsel aus fremden Leben, die ich nicht angefordert habe, die aber geliefert werden, als wäre ich treuer Abonnent von Lebensdrehbüchern. Die vier Wochen, die die Telekom benötigt, um die weite Welt in unsere neue Bleibe zu bringen, sollten wie der Schluck aus einer Flasche hochprozentigen Entschleunigers sein. Beruhigung.

Und was ist?

Keine E-Mails, keine Mediatheken. Nicht mal eben googeln, was ein Quadratmeter Rauputz kostet, wie viel Milch man für ein Tiramisu braucht, wer welches Buch geschrieben hat, ob’s das Geburtstagsgeschenk für die Liebste im Netz noch einen Ticken günstiger gibt, keine Spielzusammenfassungen von Dirk Nowitzki, kein Online-Banking. Keine Rumspringerei mit den Augen zwischen Fernseher und Tablet. Krimi gucken, irgendwas recherchieren, Krimi gucken, Nachrichten lesen, Krimi gucken.

Ich stecke fest im Hamsterrad der Internetgesellschaft. Diese vier Wochen sind keine Katharsis, sondern eine beängstigende Erkenntnis. Das muss besser werden.

Nur wie?

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