Im Gottesdienst tanzen die Puppen

Kinderkirche in St. Bonifatius: Der erste Gottesdienst in der neuen Reihe findet am Sonntagnachmittag statt.
Kinderkirche in St. Bonifatius: Der erste Gottesdienst in der neuen Reihe findet am Sonntagnachmittag statt.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Kinderkirche heißt ein Projekt, das der Pastoralverbund Hagen West startet. Auftakt der Gottesdienstreihe für Kindergartenkinder und deren Eltern ist am Sonntag.

Haspe.. Hinter dem Altar, wo buntes Licht durch die riesigen Fenster fällt, liegen die Kissen im Kreis. Bunte Tücher bedecken den beigen Teppich. Die Puppen haben die Kinder des katholischen Kindergartens St. Bonifatius über ihre kleinen Hände gestülpt. Hier wollen sie zusammen mit ihren Erzieherinnen, mit ihren Eltern, mit Geschwistern, mit Omas und Opas und mit Pfarrer Marc Stücker feiern. Beim ersten Gottesdienst der „Kinderkirche“ im Pastoralverbund Hagen-West.

Neue Wege

Neue Wege in der alten Kirche: „Ich kenne das Projekt schon seit sieben Jahren“, sagt Marc Stücker, der seinerzeit noch in St. Meinolf tätig war und später in Lünen die Kinderkirche etabliert hat, „in unserer Einrichtung werden Glaube und Werte vermittelt. Aber gemeinsam Gottesdienst gibt es nur zu wenigen Anlässen. Da haben wir eine Lücke im Angebot. Und die wollen wir füllen. Eltern und Kindergartenkinder haben bislang kaum Gelegenheit, einen Gottesdienst gemeinsam zu feiern.“

„Du bist mein geliebtes Kind“ – so ist der erste Gottesdienst der Kinderkirche am Sonntag, 27. Januar, 15 Uhr, überschrieben.

Thema Taufe steht im Mittelpunkt

Das Thema Taufe steht im Mittelpunkt. „Eltern sind während des Taufgesprächs oft ratlos, wie sie den Glauben an ihre Kinder weitergeben können“, erklärt Marc Stücker, „damit wollen wir sie nicht allein lassen. Es ist nicht gut, wenn der nächste Kontakt, den Kinder mit der katholischen Kirche haben, erst während der Vorbereitung auf die Kommunion ist. Es geht um die Frage, wie man die Botschaft für Kinder erfahrbar machen kann.“

Ein Arbeitskreis aus Erzieherinnen, Müttern und Tagesmüttern hat sich etabliert, in dem die Gottesdienste, die nicht länger als 30 Minuten dauern sollen, vorbereitet werden. „Wir haben uns ganz bewusst für den Sonntagnachmittag als Termin entschieden“, erklärt Petra Dieterich, Leiterin der Kindertagesstätte St. Conrad in Westerbauer, „das ist eine Zeit, in der die Familie zueinander findet.“

Kirche zum Anfassen

Kirche zum Anfassen will man den Kindern bieten. „Handpuppen werden eingesetzt, um Kindern Inhalte zu vermitteln. Zu den Liedern, die gesungen werden, können sich die Kinder bewegen“, so Dieterich. „Kinder und Eltern werden sich im ersten Gottesdienst segnen. Das ,Vater unser’ beten alle gemeinsam. Für die Kinder gibt es spezielle Zeichen.“

Nach dem Ende des Gottesdienstes wird im Pfarrheim gebastelt. Es gibt Getränke und Kekse. „Die Kinder sollen erfahren, dass wir Christen eine große Gemeinschaft bilden“, so Petra Dieterich.