Im Eilverfahren zur Prüfung

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Was wir bereits wissen
Ein Arbeitgeber hatte vergessen, seine Auszubildende bei der Kammer korrekt zu melden. Jetzt war sogar die Abschlussprüfung gefährdet. Das Gericht musste es in letzter Minute richten.

Hagen.. „Einen solchen Fall“, schüttelt Rechtsanwalt Thorsten Theus den Kopf, „habe ich bisher nicht erlebt.“

Freitag Mittag musste das Arbeitsgericht noch kurzfristig ein Eilverfahren durchführen. Es ging um eine Anmeldung zur Prüfung – in allerletzter Minute.

Die Klägerin: eine 26-jährige Hagenerin. Sie macht seit zweieinhalb Jahren in der Filiale einer Bausparkasse eine Lehre zur „Kauffrau für Bürokommunikation“.

Im November hatte die junge Frau eher zufällig herausgefunden, dass ihr Ausbildungsverhältnis gar nicht bei der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK) registriert worden war.

Hintergrund: Im März letzten Jahres hatte es im Büro der Bausparkasse einen Inhaberwechsel gegeben – der alte Chef hatte seine Auszubildende abgemeldet, der neue Gebietsleiter es versäumt, sie anzumelden.

Dienstag ist Anmeldeschluss

Der SIHK war vom laufenden Ausbildungsverhältnis also nichts bekannt. Mit der gravierenden Folge, dass dadurch die Zulassung der Auszubildenden zur Abschlussprüfung gefährdet wurde.

Zwar hatte der Chef ihr bis zuletzt versprochen, „ich kümmere mich darum“, passiert ist nichts. Dabei drängt die Zeit: Dienstag ist für die Prüfung Anmeldeschluss.

Mit einer Einstweiligen Verfügung, die Anwalt Theus beim Arbeitsgericht beantragt hatte, sollten dem Chef „Beine gemacht werden“. Der erschien nicht zum Prozess, sondern ließ eine halbe Stunde vorm Termin die Ehefrau anrufen: Man sei gerade weit weg auf Norderney.

Das Eilverfahren endete trotzdem erfolgreich: Der Kammer wurde ein dringendes Fax der SIHK vorgelegt, die Anmeldung sei nun erfolgt. Arbeitsgerichtsdirektor Jürgen Schlösser wünschte der Auszubildenden „viel Glück bei der Prüfung.“