Hundertwasser-Ausstellung in Hagen übertrifft Erwartungen

Museumsdirektor Tayfun Belgin ist zufrieden mit der Hundertwasser-Ausstellung.
Museumsdirektor Tayfun Belgin ist zufrieden mit der Hundertwasser-Ausstellung.
Foto: Michael Kleinrensing/WP
Was wir bereits wissen
Für das Osthaus-Museum in Hagen ist es der größte Erfolg aller Zeiten: 65 187 Interessierte kamen ins Museum, um die Hundertwasser-Ausstellung „Lebenslinien“ zu sehen.

Hagen-Mitte.. Für das Osthaus-Museum ist es der größte Erfolg aller Zeiten: 65.187 Interessierte kamen ins Museum, um die Hundertwasser-Ausstellung „Lebenslinien“ zu sehen. Das Ziel, das von Museumsdirektor Tayfun Belgin anvisiert worden war, nämlich „60.000+“-Besucher zur Werkschau des bekannten österreichischen Künstlers und Umweltaktivisten zu locken, ging demnach voll auf. „Wir haben es geschafft“, resümierte Belgin zurecht stolz. Und wertete die Ausstellung als eine der größten Image-Kampagnen, die es für Hagen jemals gegeben hätte. „Schließlich kamen 80 Prozent der Gäste von außerhalb“, sagte Belgin.

Fast 35 000 Besucher an Feiertagen

Die Entscheidung, die Werkschau um zwei Wochen zu verlängern, erwies sich als geschickter Schachzug. Die letzte Möglichkeit, die bunte Bilder- und Modell-Schau zu sehen, war am Pfingstmontag. „Das war mit 2136 Gästen der besucherstärkste Tag“, zieht Dietmar Freiesleben eine positive Bilanz. Erwartungsgemäß seien die Wochenenden und Feiertage die am meisten frequentierten Tage gewesen, „da kamen fast 35 000 Personen“, freute sich der Ausstellungsmanager.

100 Tage konnten Kunstfreunde in die linienreiche Hundertwasser-Welt eintauchen. 880 Gruppen (darunter 360 Schulklassen) wurden durch den Musentempel geführt. „Ja, Hundertwasser war und ist ein beliebter Typ“, schmunzelt der Museumsdirektor.

Vor fünf Jahren wurde die Idee, eine große Hundertwasser-Ausstellung in Hagen zu kuratieren, geboren. „Gut, dass ich die Vertreter der Hundertwasser-Stiftung seit langem kenne“, so Belgin. Die gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Wien war der größte Leihgeber, hinzu kamen einige private Sammler. Der Knackpunkt, um die Idee Realität werden zu lassen, war die Finanzierung, doch es wurde ein Investor – „Die Galerie“ in Frankfurt – gefunden. „Der Investor stellte 300.000 Euro leihweise zur Verfügung und übernahm dreiviertel des Risikos“, blickt Belgin zurück. Über den Eigenanteil von 100.000 Euro, den das Museum übernehmen musste, wurde mit der Stadt Hagen ein Vertrag vereinbart. „Der Rat hat alles akzeptiert“, lobt der Museumsdirektor die im Falle Hundertwasser problemlose Zusammenarbeit mit der Stadt, „und die Rechnung ging voll auf“.

Hundertwasser-Schau als lebendige Kommunikationsplattform

Die Hundertwasser-Schau erwies sich als lebendige Kommunikationsplattform. Viele der Besucher, die die Bilder, Wandteppiche und Modelle inspizierten, tauschten sich über den Künstler und sein Schaffen aus. „Das ist selten. Meist wird ein Museum als Ort der Stille gesehen“, freute sich denn auch Dietmar Freiesleben.