Humorfreie Kontrolle verdirbt Narren nicht die gute Laune beim Rosensonntagszug in Boele
19.02.2012 | 17:52 Uhr 2012-02-19T17:52:00+0100
Hagen-Boele. Mal frech, mal ironisch, oft TV-inspiriert – die Karnevalisten des Hagener Nordens fesselten trotz Schneegestöbers am Sonntagnachmittag wieder 60 000 Zuschauer an den Boeler Straßen. Dabei hatten die teilnehmenden Jecken bis zur letzten Minute gebibbert, dass ihnen Polizei und Ordnungsamt nach einer verschärften Wagenkontrolle nicht den närrischen Fuhrpark stilllegen.
Die Vorschriften, die von den Kreativkräften der jecken Wagenbauerzunft zu beachten sind, fallen inzwischen deutlich üppiger aus als die elf launigen närrischen Gesetze, die Oberloßrock Markus I. zuvor bei der Eroberung des Amtshauses von einer Schriftrolle verlas. Und obwohl der Zug sich lediglich im Schritttempo auf abgesperrtem Terrain bewegt, kontrollierten die Ordnungshüter Fahrzeugpapiere und Abmessungen der Vehikel diesmal besonders penibel. Im Geiste der Sicherheit sicherlich sinnvolle Überprüfungen, die jedoch wenige Minuten vor Zugbeginn als reine Schikane empfunden wurden.
„Man hätte die Wagenbauer auch schon in den vergangenen Tagen mal in ihren Hallen besuchen können“, warb Loßrock-Vorsitzender Hans Stücker darum, den Brauchtumsfreunden in Zukunft nicht unnötig das Leben schwerer zu machen. Polizei-Chefin Ursula Steinhauer gab derweil zusammen mit den Symbolfiguren des Hagener Nordens und im Schatten von „Leichtmatrose“ OB Jörg Dehm auf der Treppe der Bezirksverwaltungsstelle die launige Schunkel-Fee.
Starke Fußgruppen mit Lokalkolorit im Zug
Vielleicht sorgt der ordnungsbehördliche Schuss vor den Bug aber auch dafür, dass künftig wieder mehr Fußgruppen im Zug unterwegs sind. Denn oft sind es gerade die kleinen, aber feinen Per-Pedes-Apropos zwischen den Prunkwagen, die dem Zug mit Lokalkolorit die augenzwinkernde Würze verleihen: Die Eros-Fans, die sich bereits auf ein Edel-Bordell am Gut Niederste-Hülsberg freuen, oder auch die Anhänger des Hagener „Schilda-Waldes“, die das Gezerre um die Ortseingangstafeln aufs Korn nahmen, lieferten die besten Beispiele.
Kamelle-Regen prasselt von Motivwagen
Großzügigerer Kamelle-Regen prasselte natürlich von den rollenden Motiv-Gefährten auf das Volk am Straßenrand herab. Der süße Hagel konnte über den parallel einsetzenden 15-minütigen Flockenwirbel locker hinwegtrösten. Selbst die Boeler Geistlichkeit ließ sich beim Bonbonwerfen nicht lumpen. Schade nur, dass es immer wieder Erwachsene gibt, die den Appell des Oberloßrocks ignorierten und die Kinder bei der Jagd nach Leckereien in die hinteren Reihen abdrängten. Szenen, die beim Rosenmontagszug bestimmt niemand sehen möchte.
19:13
Lieber Westen,
der Artikel ist nun seit 2 Tagen online und sie haben es trotz Hinweis nicht geschafft den Fehler zu korrigieren. In diesem Zeitalter, in dem man mit einem Klick die ganze Welt erkunden kann finde ich es schade, wie ein großer Medienkonzern einen kleine Info nicht ändern kann. Schade!
Alles Gute,
Stifmeister
11:14
Es ist schon spannend zu lesen, wer alles von was was weiss. Tatsache ist, dass die Zugauflagen seit Jahren bekannt sind und man wie im normalen Strassenverkehr immer mit Kontrollen rechnen muss und das ist gut so. Bis auf einige Kleinigkeiten war alles in Ordnung und der Zug wurde nach der Überprüfung durch die Polizei vom Ordnungsamt freigegeben. Eine Nachbesprechnung wurde für die nächste Zukunft vereinbart, um die Kleinigkeiten abzustellen. Im Verlauf des Zuges kam es zu keinerlei Problemen mit der Sicherheit von Wagenbesatzungen und der Besucher des Zuges. Nur die "wetterflüchtigen" im Krankenhaus verursachten im Eingang zur Verärgerung der dortigen Notaufnahme, aber dafür kann der Veranstalter sicher nichts.
09:47
Hallo liebe WR. Schön, dass ich jetzt nicht nur Oberlossrock bin, sondern auch noch Prinz von Hagen. Das ist Markus I. Nur damit ihr wenigstens in Hagen wisst wer vor euch steht.
Schöne Grüße, Oberlossrock Frank I.
Zu den Kontrollen der Wagen kann ich nur sagen, dass man, wenn man gerne kontrolliert das ja nicht unbedingt kurz vor Zugbeginn machen muss. Die notwendigen Papiere waren vorhanden, wurden nur (wie schon seit Jahren) nicht mitgeführt. Ich bin auch der Meinung, dass die Wagen sicher und verkehrstüchtig sein müssen, da sie ja schließlich nicht nur auf der Zugstrecke fahren. Sich allerdings aufzuregen, dass noch schnell ein paar Dachlatten angebracht werden, verstehe ich nicht. Ohne die Latten hätte der Wagen stehen bleiben müssen und hätte den Jecken keinen Spaß bereiten können. Zudem war an diesem Wagen ein Geländer angebracht. Scheinbar war es dem beamteten Zollstock aber etwas zu niedrig. Vielleicht sollte man sich für nächstes Jahr überlegen, ob man nicht eine
Vorabüberprüfung in den Wagenbauhallen der Vereine durchführt. Das würde ich für alle als sinnvoller und stressfreier erachten.
08:35
Diese Humorlosigkeit erinnert mich an die polizeiliche Beschwerde der Frau Hauck (vormals Hobein), die sie in Boelerheite zur Karnevalszeit dem Stukenförster bescherte. Die Narren hatten vor ihrer Haustür zu laut gefeiert. Das war eine hochpeinliche Angelegenheit, die nach dem Zeitungsberichten über Hagen hinaus als karnevalistische Spaßbremse registriert wurde. Wie man hört, sollen die Narren der Museumsdirektorin aus Hagen sogar eine eigene Strophe in ihrem Lied gewidmet haben ...
23:49
Hagfri und wenn sich jemand schwer verletzt, wenn er vom Wagen fällt sind Sie der erste der schreit warum die Wagen nicht besser kontrolliert werden!
Hier muss man unterscheiden zwischen der Sicherheit der Besucher des Zuges und der Teilnehmer auf den Wagen. Und die Risiken muss man schon minimieren, aber wo ist die Grenze
20:22
Hallo, es sind Dekorationstücke die sich im Schritttempo bewegen. Keine Fahrzeuge für den normalen Strassenverkehr. Alle unter 6 kmh!!! Was kommt nach den Wagen Kontrollen? Bestimmt das die Strassen trocken sein müssen, das Schuhwerk stabil und rutschfest sein muss. Handwagen müssen auch eine Zulassung haben. Nicht zu vergessen, Unterlegkeile und Anker bei Berabfahrten zum abbremsen. Die "Zugkräfte" und Fußgruppen müssen ein Gesundheitszeugnis vorweisen das sie genügend Kraft für die Wegstrecke haben. Auch wenn das noch nicht ist, Garantiert sind solche Ideen auch schon in der Schublade, Karnevalsumzüge ADE!!
(fast) jedes Jahr werden Fusgänger bei Umzugen (egal ob zu Karneval oder zu anderen Anlässen) angefahren oder überfahren.
Wenn due Fahrzeuge breiter sind als die Wegstrecke oder die Aufbauten das letzte Bißchen Sicht für den Fahrer verbauen steigen da die Risiken.
Möchten Sie hierfür die Verantwortung tragen?
Die Kommentare wenn ein nicht versicherter Anhänger einen Menschen zum Krüppel fährt und dann die Rechtslage der Entschädigungen nicht klar ist, möchte ich nicht hören!
Lieber Joshi,
nein, möchte ich nicht weder juristisch noch finanziell noch in meinem Gewissen. Treckerüberbauten, die die Sicht der Fahrer einschränken gab es nicht. Die Fahrzeuge waren auch nicht überbreit. In engen Kurven stand zusätzliches eigenes Sicherheitspersonal und die Polizei. Die Strassen sind gesperrt und somit steht die gesamte Strassenbreite für die Fahrzeuge zur Verfügung. Und die Versicherung der Anhänger hat auch nichts mit der Sicherheit zu tun, auch nicht versicherte Anhänger, die es nicht gab, können und müssen technisch sicher sein. Die Sicherheit muss von einem zugelassenen Sachverständigen, TÜV o.ä. bestätigt werden. Die Auflagen bezüglich Begleiter, eine Person je Reifen, und seitlicher Unterlaufschutz wurden peinlich genau beachtet. Das leider unvermeidbare Restrisiko, in der Hauptsache durch die Unvernunft, Alkoholenthemmte ist nicht behördlich zu regeln. Da hilft auch nicht die (sehr hohe) Haftpflichtversicherung des Veranstalters.
18:50
Hallo, ich war bei den kontrollen durch die Polizei anwesend und muss fsetstellen das die beiden Beamten alles richtig gemacht haben. Die Organisatoren des Umzuges wurden im Vorfeld durch die Behörde darauf auferksam gemacht, das die Kontrollen statt finden und welche Kriterieren zu beachten sind. Bei den Gesprächen der Polizei und den Vereinen hörte man das einstimmige Veto, das hat uns keiner gesagt. Es ist aber anderseits auch im eigenen Interesse, das die Sicherheit auf dem Wagen und der Zuschauer an erster Stelle stehen muss. Wenn ich dann zusehen muss wie unmittelbar vor dem Umzug am Strassenrand noch einfach Dachlatten als Geländer montiert werden, frage ich mich allen enstens, das müssen die doch von anfang wissen. Die beiden Polizeibeamten, sagten den Vereinen aber auch das Sie heute noch mal ein Auge zudrücken , aber das die Fahrzeuge alle samt auch Versichert sein müssen, das weiss doch eigentlich jeder. Um 14. 25 Uhr sagte mir ein Polizeibeamter wir lassen aber alle fahren.
Du muss ja richtig wichtig sein, wenn dir das alles die Pölizeibeamten erzählen!!!
Das mit der Versicherung der *Fahrzeuge* ist nicht so einfach. Es geht nur um die Versicherung der nicht anmeldepflichtigen Anhänger, die bei der Regelnutzung als landwirtschaftliche Anhänger über die Zugmaschine versichert sind. Bei den Aufbauten und der Nutzung der Anhänger ausserhalb der Regelnutzung ist eine "Tages"versicherung notwendig, die dem Vernehmen nach abgeschlossen, aber nicht mitgeführt wurde.