Homogener Klang von Chor und Orchester
19.11.2007 | 17:35 Uhr 2007-11-19T17:35:03+0100Altenhagen. Zu einer festen Tradition im Hagener Musikleben ist das alljährliche Herbstkonzert des Hagener Mozart-Konzertchors zusammen mit den Musikern des Staatlichen Symphonieorchesters Kalinigrad (Königsberg) in der St.-Josefs-Kirche geworden. ...
... Diesmal stand das gewichtige "Stabat Mater" von Antonin Dvora?k auf dem Programm. Die Arbeiten Dvora?ks an der opulenten Partitur erstreckten sich über zwei Jahre und wurden vom Tod dreier Kinder des Komponisten überschattet. Die musikalische Schilderung der Schmerzen Marias am Kreuz ihres Sohnes finden bei Dvora?k also eine reale biografische Entsprechung. Dementsprechend düster und melancholisch ist die Grundstimmung des Werkes.
Unter der souveränen Leitung von Albert Boehres wurde die fahle Stimmung der Introduktion, die am Schluss noch einmal aufgegriffen wird, in einem großen dynamischen Atembogen zum gewaltigen Crescendo gesteigert, Chor und Orchester verschmolzen zu einem homogenen Klangkörper.
Mit Freude am Musizieren
Dvora?ks melodischer Einfallsreichtum, den sein Kollege Johannes Brahms vorbehaltlos bewunderte, steht auch bei seinen geistlichen Werken in bester Tradition Bachs, Mozarts und Haydns und spiegelt sich in eingängigen Motiven wieder, die vom Staatsorchester Kaliningrad und dem Hagener Mozart-Konzertchor mit klanglicher Raffinesse und zupackender Freude am Musizieren gestaltet wurden.
Dem in allen Tonlagen und Registern intonationssicheren und stimmlich ausgewogenen Vokalensemble standen kompetente Solisten zur Seite: Sieglinde Grote, Sopran, und Rene Aguilar, Tenor, setzten dem musikalischen Geschehen im Duett "Fac, ut portem Christi mortem" mit leuchtenden tonalen Farben, plastischer Textartikulation und stimmlicher Durchsetzungskraft die klangliche Krone auf, ohne in den pathetischen Gestus eines Heldentenors oder einer Operndiva zu verfallen. In dezenteren, wärmeren Tönen gestaltete Francisca Hahn die Altpartie ("Inflammatus et accensus"), während Oliver Aigner das Bass-Solo "Fac, ut ardeat cor meum" mit profunder Klangfülle und rundem, sonorem Timbre meisterte.
Nach den tröstlichen Dur-Harmonien des verklärten "Amen" am Schluss und einem Moment ergriffenen Schweigens dankte das Publikum in der vollbesetzten Josefs-Kirche mit Ovationen.
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