Hohes Lennewasser für Kanustrecke beschädigt Ufer

Das aktuelle Absinken des Lennespiegels bringt es an den Tag: Die Ufer werden durch das Aufstauen beschädigt
Das aktuelle Absinken des Lennespiegels bringt es an den Tag: Die Ufer werden durch das Aufstauen beschädigt
Foto: Volker Bremshey
Was wir bereits wissen
  • Wasser aus Kanustrecke wegen Sanierung abgelassen
  • Lenn-Anwohner erkennen nun beschädigte Ufer
  • Bezirksregierung in Arnsberg eingeschaltet

Hohenlimburg..  „Die Lenne wäscht die Ufer an beiden Seiten aus. Deshalb fallen die Bäume um. Auch auf unserem Grundstück.“ Knut und Colette Keilbach sind wenig amüsiert darüber, was ihnen am Mittwoch der vergangenen Woche deutlich geworden ist.

Da legte der Kanu-Club Hohenlimburg am Wildwasserpark die Wehrklappen um und öffnete gleichzeitig das Schütt. Das hatte zur Folge, dass sich das aufgestaute Lennewasser in Richtung Hengsteysee ergoss und die Kanustrecke trocken lief (diese Zeitung berichtete exklusiv), so dass bereits am Donnerstag mit den geplanten Sanierungsarbeiten in der Betonröhre begonnen werden konnte.

Das Ablassen des Wassers hatte noch eine andere Konsequenz. Nicht ganz einen Kilometer flussaufwärts in Richtung Oeger Wehr. Exakt am Langenkamp 35 und 37. Dort haben Knut und Colette Keil im vergangenen Jahrzehnt eine Immobilie erworben und schätzen das Idyll. „Die kleine grüne Lunge der Innenstadt“, sagen sie mit Blick auf die Lenne. Denn mit der Immobilie erwarben sie auch das Grundstück mit Lenne-Ufer.

Als Colette Keilbach am vergangenen Mittwoch nach Hause kam, fand sie ein anderes Bild vor. Die Lenne war verschwunden. Besser: Der Wasserspiegel war um rund einen Meter gefallen. Mit der Konsequenz, dass in dem kleinen Seitenarm zur ehemaligen Schleuse die Fische, Barben und Bachforellen auf dem Trockenen lagen und nach Luft schnappten.

Wasser in eine Gumpe pumpen

Deshalb informierte Colette Keilbach umgehend den Gewässerwart der Hohenlimburger Angelfreunde, Manfred Rosen, der seine Mitglieder instruierte, die Fische zu retten und wieder ins Wasser zu setzen. „Das ist keinesfalls ungefährlich“, betonte er gestern.

Weil es aufgrund der Schlammtiefe problematisch ist, sich auf dem gesamten Seitenarm-Terrain zu bewegen, hat Knut Keilbach eine Pumpe in die Lenne gesetzt. Damit wird eine aufgetretene Gumpe mit Wasser gefüllt, so dass die sich darin befindenden Fische nicht verenden. „Diese haben aber einen freien Zugang zur Lenne“, so Manfred Rosen, so dass sie eigentlich nicht in Gefahr sind.

Weil Knut Keilbach, der einst gegen das Aufstauen der Lenne Widerspruch eingelegt hatte, sich insbesondere mit dem Auswaschen der Ufer und dem damit verbundenen Wegbrechen der Bäume nicht abfinden kann, hat er die Obere Wasserbehörde des Regierungspräsidenten eingeschaltet. Auch, weil er im Falle eines Schadenfalles auf seinem Grundstück mögliche Versicherungsfragen geklärt haben möchte. Christoph Söbbeler, Pressesprecher des RP in Arnsberg, kündigte an, dass sich die Mitarbeiter noch in dieser Woche vor Ort informieren werden.