Hohenlimburger Sportler erinnern sich an den Titelgewinn

Publicviewing beim Weltmeisterschaftsspiel Deutschland gegen Frankreich im Westpark in Bochum.
Publicviewing beim Weltmeisterschaftsspiel Deutschland gegen Frankreich im Westpark in Bochum.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Sportler in Hohenlimburg haben das WM-Endspiel an den verschiedensten Orten, vom Garten bis zum Kreuzfahrtschiff, gesehen.

Hohenlimburg..  Ein Jahr ist es her – am 13. Juli 2014 wurde Deutschland in Brasilien Fußballweltmeister, düpierte im Halbfinale den Gastgeber mit 7:1 und triumphierte nach einem spannenden Endspiel, wieder einmal gegen Argentinien, in der Verlängerung mit 1:0. Mario Götze war der umjubelte Torschütze. Die Sportler aus Hohenlimburg erinnern sich noch gut an den Tag.

Urlaub mit der Familie

Roman Reichel, Trainer des Fußball-Landesligisten SV Hohenlimburg, war zu der Zeit auf der Aida unterwegs. „Wir haben mit der gesamten Familie Urlaub gemacht. Natürlich haben wir bei dem Termin nicht speziell auf die WM geachtet, aber eines ist ja auch klar: Egal, wo man auf der Welt ist, wenn ein WM-Endspiel läuft, kann man sich das überall anschauen“, meinte Reichel. Auf der Aida drehte sich an dem Tag natürlich alles um das runde Leder, das in Brasilien rollte. „Und auf der großen Leinwand, die es dort auf dem Riesenschiff gab, war das natürlich ein Erlebnis, mit meinen beiden Söhnen zusammen zu schauen“, erinnert sich der SV-Trainer, der den Deutschen den Titel in jenem Jahr zugetraut hatte: „Nach dem Halbfinale, wo wir Brasilien so dominiert haben, hab ich gemerkt, dass das Team so heiß ist, so vor Selbstvertrauen strotzt. Da war ich mir sicher, dass es im Endspiel klappen würde. Natürlich war gegen Argentinien die Anspannung da. Es war immerhin ein Weltmeisterschaftsfinale“, meinte Reichel.

Andere haben im heimischen Garten gejubelt, wie etwa Herbert Preilowski. Der Trainer der Eintracht Hohenlimburg hatte den Grill angeschmissen und das Endspiel mit einem Dutzend guter Freunde geschaut – wie schon beim Halbfinale gegen Brasilien. Es herrschte Skepsis im Preilowski-Garten. „Wir haben Deutschland den Titel nicht wirklich zugetraut. Es waren ja viele starke Mannschaften dabei“, erinnert sich Preilowski. Umso größer war anschließend der Jubel, als es dann doch zum Titel gereicht hatte.

Enge Freundschaft

Nicht nur Fußballer haben mit der Deutschland-Elf gefiebert. Wenn die Fußball-WM läuft, dann verschwimmen die Grenzen zwischen den Sportarten für vier Wochen. Die Handballer der HSG Hohenlimburg haben sich das Endspiel gemeinsam mit dem Hohenlimburger Schwimmverein angeschaut – mit rund 100 Gleichgesinnten. „Im Freibad Henkhausen wurde vom HSV ein öffentliches Public Viewing veranstaltet. Unsere Handballer und den Schwimmverein verbindet ja eine enge Freundschaft. Da musste man also nicht lange überlegen, wo man das Finale schaut“, meinte HSG-Vorsitzender Stephan Willner. Im Freibad herrschte große Zuversicht unter den vielen Deutschland-Fans. „Nach dem glücklichen Sieg gegen Algerien hab ich gemerkt, dass unsere Mannschaft ein Ziel hat und das auch verfolgt. Da war ich mir sicher, dass es was werden würde. Am Ende hatten wir ja auch das verdiente Glück des Tüchtigen“, erinnert sich Willner, der sich von der Stimmung besonders hat anstecken lassen. So sehr, dass er mit Freunden eine Reise geplant hat: „Wir wollen in drei Jahren zur WM nach Russland fahren. Das ist zwar noch lange hin, aber wir sparen schon und planen das“, so Willner.

Eher gütlich hat es Klaus Adam vom BC Hohenlimburg angehen lassen, „Ich hab’ das Endspiel zusammen mit meiner Freundin zu Hause auf der Couch gesehen.“ Dass es nicht mit der Urlaubsplanung kollidierte, war eher Zufall als direkt geplant. „Wir fahren immer nach den Ferien weg.“ Deutschland hatte er von Beginn an auf der Liste – wie eigentlich auch Brasilien. Dass sich diese Wege im Finale so deutlich trennen würden, kam auch für Adam überraschend. „Und im Finale war ich dann guter Dinge. Mir war klar: wenn wir Messi ausschalten, dann geht da was. Das hatte zuvor ja schon mal geklappt.“