Hohenlimburg ist der Verlierer

Am 7. Dezember 1988 wurde die Hohenlimburger Rathaussaal der Förderkreis Deutsches Kaltwalzmuseum gegründet.
Am 7. Dezember 1988 wurde die Hohenlimburger Rathaussaal der Förderkreis Deutsches Kaltwalzmuseum gegründet.
Foto: WP

Hohenlimburg..  „Hohenlimburg ist der große Verlierer.“ Das ist die Einschätzung zahlreicher Heimatfreunde zur Kündigung des Gesellschaftsvertrages der Schloss Hohenlimburg gGmbH durch den Vorstand des Förderkreises Deutsches Kaltwalzmuseum.

Dieser hatte zum 30. Juni, wie berichtet, den Hausherren der Höhenburg, Fürst Maximilian zu Bentheim-Tecklenburg, mit der schriftlichen Kündigung überrascht und geschockt. So die Darstellung des Fürstenhauses.

Was die Heimatfreunde aktuell besonders bedrückt ist die Tatsache, dass Hohenlimburg als Wiege des Kaltwalzens gilt und diese Wiege jetzt „umgesetzt“ werden soll.

Das hatten sich die Gründungsväter des Förderkreises bei der Eröffnungsfeier des Museums am 7. Dezember 1988 im Saal des Hohenlimburger Rathauses sicherlich anders vorgestellt. „Deshalb gehört das Kaltwalzmuseum nach Hohenlimburg und nicht ins ferne Mäckingerbachtal“, betont Widbert Felka, Vorsitzender des Hohenlimburger Heimatvereins. Er befürchtet, dass die mit der Museumsgründung angestrebten Ziele, nämlich Einblick in die bedeutsame lokale Geschichte Hohenlimburgs zu gewähren, in Hagen verloren gehen. „Das Kaltwalzmuseum ist dort nur eine von vielen Attraktionen und wird dort deshalb möglicherweise nicht mehr die gebührende Beachtung finden.“

Fraglich ist überhaupt, ob der Vorstand des Förderkreises Deutsches Kaltwalzmuseum die ebenso gravierende wie folgenschwere Entscheidung der Kündigung ohne eine Vollversammlung und somit eine Befragung der aktuell rund 100 Förderer treffen durfte? Oder kann und wird eine ordnungsgemäß einberufene Mitgliederversammlung den Vorstand sogar zurückpfeifen?

Eine Million Euro von Landesstiftung

Der 1. Vorsitzende, Rechtsanwalt Klaus von Werneburg, war gestern nicht zu erreichen. Er weilt auf Geschäftsreise.

Fraglich ist darüber hinaus, wie die Landesstiftung NRW die Kündigung einschätzt. Diese hatte vor einem Jahrzehnt für die Gestaltung der Außenanlagen des Schlosses mit den Gärten, für die Sanierung des Wehrganges und für die Erweiterung des Kaltwalzmuseums und für ein noch nicht geschaffenes Schlossmuseum zur Territorialgeschichte insgesamt eine Million Euro bereitgestellt. 200 000 Euro waren damals an den Förderkreis Deutsches Kaltwalzmuseum ausgeschüttet worden. Muss dieser nun einen Teil des Förderbetrages zurückzahlen, weil der auf 25 Jahre angelegte Vertrag nun gekündigt worden ist?

Derweilen scheint im Konflikt zwischen dem Schlossherren und dem Verein offenkundig die nächste Runde eingeläutet worden zu sein. Wie von Geisterhand ist der Link zum Deutschen Kaltwalzmuseum von der Homepage der Schloss Hohenlimburg gGmbH verschwunden. Warum nur?