Hitze hält Rettungskräfte auf Trab

Die Hitze macht Feuerwehrleuten und Rettungssanitätern zu schaffen.


1 Wie wirkt sich die Bullenhitze auf die Arbeit aus?

Veit Lenke: Die Zahl der Einsätze hat sich in den letzten drei Tagen um 30 Prozent erhöht. Und bei der Hälfte handelt es sich um internistische Notfälle, die in Zusammenhang mit der Hitze stehen. Vor allem Menschen, die kardiologisch vorbelastet sind, reagieren doch sehr empfindlich auf die derzeitigen Temperaturen. Das größte Problem ist, dass sie zu wenig trinken.

2 Was geschieht denn dann?

Die Leute dehydrieren regelrecht. Gestern haben wir zum Beispiel einen alten Herrn hilflos in seiner Wohnung angetroffen. Er lag auf dem Fußboden, wir haben ihm aufgeholfen und ihn sofort per Infusion versorgt. Er litt u.a. an Wassermangel.

3 Wie beeinflusst die Hitze die Arbeitskraft Ihrer Mitarbeiter?

Bei diesem Wetter dürfen sie auch mal leichtere Kleidung tragen, etwa ein T-Shirt. Kurze Hosen sind aber aus Unfallschutzgründen untersagt. Und bei Bränden ist ohne Wenn und Aber die vorgeschriebene Schutzkleidung zu tragen, da kann es noch so heiß sein.


4 Gibt es weitere Vorsorgemaßnahmen?

Es besteht erhöhtes Waldbrandrisiko, darauf sind wir vorbereitet. An der Wache Mitte steht ein hochgeländegängiger Unimog mit 2000 Litern Wasser, der zum Einsatz kommt, wenn im Wald ein Feuer ausbrechen sollte.

5 Wie entstehen Waldbrände?

Häufig durch fahrlässiges Verhalten, zum Beispiel achtlos weggeworfene Zigaretten. So eine glimmende Kippe kann sogar in der Innenstadt Gefahr hervorrufen. Am Freitag sind in einem Lichtschacht in der Kampstraße knistertrockenes Laub und Papierreste in Brand geraten. Ursache war wahrscheinlich auch in diesem Fall eine Zigarettenkippe.