Hinterfahrung küsst vergessene Winkel wach

Hagen..  Ursprünglich sollte die Bahnhofshinterfahrung vor allem dafür sorgen, dass die alarmierenden Feinstaubbelastungen rund um Hauptbahnhof und Bodelschwinghplatz sinken und damit der drohende Verkehrskollaps auf dem Innenstadtring sowie an der Wehringhauser Straße abgewendet wird. Parallel entwickelt sich das mit einem Volumen von 65 Millionen Euro größte kommunale NRW-Straßenbauprojekt inzwischen immer mehr zu einer Stadtentwicklungsmaßnahme, die völlig vergessene Winkel entlang der Trasse ins Bewusstsein der Planer rückt.

Im Zentrum der Verkehrsachsen

Damit ist nicht nur die Brache der Varta-Produktion in Wehringhausen gemeint, sondern vor allem die „Terra incognita“ hinter den Gleisanlagen des Hauptbahnhofes. Der zentrale Verkehrsknoten- und ICE-Haltepunkt liegt im Zentrum der wichtigsten Verkehrsachsen der Stadt und dennoch interessierte sich bislang kaum jemand für die Grundstücke am Fuße der Philippshöhe. Dabei liegt dort der für Hagen so typische Mix aus Urbanität und Stadtkultur gepaart mit Wasser- und Naturerlebnis auf wenigen Metern nebeneinander. Sollte hier eine hochwertige Entwicklung reifen, verspricht sich die Stadt Effekte für das gesamte Bahnhofsquartier.

Für Baudezernent Thomas Grothe steht dabei der Faktor Qualität im Vordergrund. In seinen Augen eröffnet die Realisierung der Bahnhofshinterfahrung die Chance, Zentralität mit niveauvoller Architektur zu verbinden. Wer weiß, ob der Handelsriese Nordwest sich für einen Standort in Dortmund entschieden hätte, wenn als Alternative die „Westside“ des Hagener Hauptbahnhofs schon planungsreife gehabt hätte . . .