Hier geht's um die Wurst
11.11.2007 | 13:45 Uhr 2007-11-11T13:45:00+0100Ein Pfeifkonzert schallte durch die Kabeler Straße. Vor dem Real-Supermarkt hatte sich die Belegschaft postiert - sie streikt seit Donnerstag.
55 Mitarbeiter waren dabei. „Das ist Prima!” sangen sie. „Viva Real. Wir lieben die Arbeit, wir lieben unser Geld, und weil man uns ans Leben will hat ver.di uns bestellt”. Diese Hymne haben die Hagener aus Düsseldorf mitgebracht. Dort protestierten Sie am Donnerstag vor der Metro-Zentrale. 3000 Mitarbeiter aus 80 der 92 Real-Filialen in NRW beteiligten sich.
Es geht um mehr als um eine Lohnerhöhung (4,5 Prozent fordern die Arbeitnehmer). „Es geht um eine Riesenschweinerei”, erklärte Verdi-Gewerkschaftssekretärin Monika Grothe. Das letzte Gebot der Arbeitgeber lautet 1,7 Prozent, jedoch sollten die Zuschläge für Spät- und Wochenendarbeit gestrichen werden - unter dem Strich stehe ein Minus. Nach der Eröffnung eines Real-Marktes ohne Tarifbindung im Oktober in Lübeck befürchten auch die Mitarbeiter der bestehenden Filialen geringeren Stundenlohn (unter 9 Euro) bei längeren Arbeitszeiten (41-Stunden-Woche).
Die Hagener wollten ein Zeichen setzen. „Wir stehen hier seit halb acht und frieren”, fasste Betriebsratsvorsitzende Steffi Lehms zusammen. „Wir halten fest zusammen.” Sogar nicht organisierte Kollegen beteiligen sich am Ausstand. Um den Real-Markt nicht schließen zu müssen, hatte der Arbeitgeber Leiharbeiter angeheuert, die die Regale füllten und kassierten. Doch so leicht seien die erfahrenen und ausgebildeten Angestellten nicht zu ersetzen, stellen die Streikenden mit Genugtuung fest: Da die komplette Frische-Abteilung streikt, ist die Wurst- und Käsetheke seit Tagen verwaist.
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