„Hexenjagd“ als Eigenproduktion

Dario Weberg präsentiert das Schloss-Spiel-Programm.
Dario Weberg präsentiert das Schloss-Spiel-Programm.
Foto: WP

Hohenlimburg..  In diesem Jahr ist bei den Hohenlimburger Schloss-Spielen manches anders, eins aber bleibt gewiss: Das abwechslungsreiche Programm bietet beste Unterhaltung im August.

Einen ersten Eindruck vermittelte Dario Weberg, der als neuer künstlerischer Leiter das Programm der 61. Schloss-Spiele in den Räumen des Historischen Schlossrestaurants vorstellte.Weberg setzte das Motto „Alles bleibt anders“ als Revue in Szene: Schwungvoll eröffnete er den Abend im Stile der großen Entertainer und Show-Moderatoren mit dem Swing-Klassiker „Foronce in mylife“, begleitet von Martin Brödemann am Klavier.

Temporeich und kurzweilig gestaltete Weberg die Programm-Vorstellung, die viele der beteiligten Künstler und auch die ehrenamtlichen Helfer der Spiele in den Mittelpunkt stellte. Sänger Sven Seifer und Gitarrist Damian Copp von der Band Fernsucht machten mit gefühlvollen Balladen Appetit auf ihr Konzert, das gleichzeitig der Auftakt der Schloss-Spiele am Freitag, 14. August, ist.

Mummpitz sorgt für Heiterkeit

Die Schauspieler Ralf Schlüter und Heiko Wetzel von der Theatergruppe „Mummpitz“ sorgten mit einem Ausschnitt der Komödie „Männerhort“ für Heiterkeit. Und Sängerin Luisa Ortu bewies, dass moderne Popsongs auch von hohem Tempo befreit ganz wundervoll klingen können. Ihre Interpretationen sind unter dem vielsagenden Konzert-Titel „Mamma langsam…!“ am 29. August zu hören.

Bekannte Hits von Frank Sinatra wird es in der Schauspielrevue „FRANK!“ geben, aus der Dario Weberg in bester Sinatra-Manier einige Kostproben gab.

Auch für gute Unterhaltung sorgen werden Lioba Albus mit ihrem Kabarettprogramm „Von der Göttin zur Gattin“ und Schauspieler Lars Lienen mit der Ein-Mann-Komödie „Bis das dein Tod uns scheidet“. Ebenfalls im Programm zu finden sind die Schloss-Spiele-Klassiker wie der ökumenische Gottesdienst, der Lesewettbewerb mit Überraschungsgast sowie Theater für Jugendliche und Kinder („Der Lindwurm und der Schmetterling“). Der traditionelle Jazz-Frühschoppen schließt die Schloss-Spiele dann am 30. August.

Als Eigenproduktion mit dem Schloss-Spiel-Ensemble inszeniert Dario Weberg die „Hexenjagd“ von Arthur Miller. Dies sei im Hinblick auf die aktuelle Nachrichtenlage in der Welt naheliegend gewesen, so Weberg zur Wahl des Stückes: „Wir alle sind nicht frei von Verblendung und Verwirrung.“ Darüber hinaus passe das Stück wunderbar zum diesjährigen Spielort. Überhaupt war der Ort den gesamten Abend ein zentrales Thema. Denn aufgrund von Renovierungsarbeiten stehen der Fürstensaal und der Schlosshof in diesem Jahr nicht als Spielort zur Verfügung. So wird (bei Regen) auf das Historische Schlossrestaurant in den ehemaligen Pferdeställen ausgewichen.

Lob vom Oberbürgermeister

In der Pause und nach der Vorstellung waren viele positive Meinungen über Atmosphäre und Akustik zu hören. Ebenso positiv wurden Webergs Auftritt und das von ihm konzipierte Programm bewertet.

Anerkennung gab es etwa von Schloss-Spiel-Schirmherr und Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz, der die Schloss-Spiele als Anziehungspunkt in der Region bezeichnete. Auch Maximilian Fürst zu Bentheim-Tecklenburg schloss sich dem Lob an. Maria-Theresia Konder, Vorsitzende des Freundeskreises der Schloss-Spiele, zeigte sich erfreut über die positive Resonanz des Publikums: „Das Programm ist wunderbar gelungen und hat großen Appetit auf die Vorstellungen im Sommer gemacht.“ Dario Weberg gab sich bescheiden und dankte seinem Vorgänger im Amt des künstlerischen Leiters, Peter Schütze.