Heuler, Frösche und kubische Kanonenschläge

Rewe-Marktleiter Christian Ruße kennt sich bei Feuerwerksartikeln bestens aus.
Rewe-Marktleiter Christian Ruße kennt sich bei Feuerwerksartikeln bestens aus.
Foto: Michael Schuh

Hohenlimburg..  Mehr als 100 Millionen Euro geben die Deutschen alljährlich für Feuerwerk aus. Auch in Hohenlimburg knallt, leuchtet und zischt es am 31. Dezember ab 24 Uhr gewaltig, denn sämtliche Supermärkte halten ein großes Repertoire an Artikeln wie „Bronco 100“, „Eraser“ oder „Kubische Kanonenschläge“ vor. Allein der Rewe-Markt Bodewig in der Innenstadt hat in diesem Jahr 2,5 Tonnen Böller und Raketen im Angebot, berichtet Marktleiter Christian Ruße. Und für Heuler, Frösche, Chinakracher und Co. gelten strenge Vorschriften.

„Alle Geschäfte dürfen die Ware erst ab dem 29. Dezember verkaufen“, berichtet Ruße, „ansonsten muss man mit hohen Strafen rechnen.“ Doch dies ist bei weitem nicht die einzige Regel, die es zu beachten gilt. So wird von den insgesamt drei Paletten mit Feuerwerkskörpern, die der Rewe-Markt bestellt hat, nur ein Bruchteil im eigentlichen Verkaufsraum ausgestellt; der Rest muss im nicht öffentlich zugänglichen Bereich gelagert werden. „Im Verkaufsraum sind etwa 70 Kilogramm Sprengstoff erlaubt“, weiß der Marktleiter. „Wie viel davon ein Produkt besitzt, ist immer auf der Verpackung angegeben.“ Das „China-Knall-Sortiment“ beinhaltet beispielsweise 61 Gramm explosiver Stoffe, die Multibatterie „Grand Spectacle“ sogar 192 Gramm.

Sowohl im Verkaufs- als auch im Lagerraum sind Feuerlöscher in unmittelbarer Nähe der Knallkörper ebenso vorgeschrieben wie gut sichtbare Schilder mit dem Aufdruck „Rauchen verboten“. Und das, obwohl dort auch den Rest des Jahres ohnehin ein Rauchverbot herrscht. „Daran muss man sich aber zwingend halten“, fährt Ruße fort, „denn es gibt tatsächlich regelmäßige Kontrollen; die habe ich hier schon selbst miterlebt.“

Trend geht hin zu Batterien

Der knallfreudige Kunde kaufe durchschnittlich für 15 bis 20 Euro Feuerwerk ein, wobei sich seit einigen Jahren ein Trend hin zu sogenannten Batterien abzeichne: „Früher war das anders, da wurden mehr Böller verkauft. Heute wählen die Kunden verstärkt Batterien mit zahlreichen Schüssen, Pyrotechnik oder auch Raketen.“ Allerdings hänge die Produktwahl oft mit dem Alter des Kunden zusammen. Jüngere Leute würden noch immer gern zum klassischen Böller greifen, die Generation 30 plus entscheide sich hingegen meist für Produkte wie Raketen. Und manche haben es mit dem Einkauf laut Ruße ziemlich eilig: „Am 29. Dezember standen schon um 7 Uhr die ersten Kunden vor dem Geschäft, um die besten Artikel einkaufen zu können.“

Geldverschwendung

Aber es gibt auch eine ganze Reihe Hohenlimburger, die den Feuerwerksstand mit Nichtbeachtung strafen. Zu ihnen zählt Marc Pieper: „Ich halte das für Geldverschwendung und eine unnötige Umweltverschmutzung. Anstatt Geld für Raketen auszugeben, habe ich in diesem Jahr an eine Stiftung für Kinder und Jugendliche gespendet.“

Ähnlich sieht das Rewe-Kunde Heribert Jochheim: „Ich habe nichts gegen Feuerwerk, schaue es mir auch an, habe aber seit Jahren selbst nichts mehr gekauft. Ich verstehe die Leute aber, die sich dafür begeistern können. Früher habe ich ja selbst mitgemacht.“