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Held mischt deutsche Jazz-Szene auf

31.10.2008 | 18:02 Uhr
Held mischt deutsche Jazz-Szene auf

Hagen. Ein junger Hagener mischt derzeit Deutschlands Jazzszene auf: Nach seinen beiden Kollegen und Hagener „Landsmännern” Markus Schinkel und Tim Sund sorgt der erst 21-jährige Pablo Held mit seinem CD-Debüt derzeit in den führenden Fachzeitschriften für Furore.

Sein Debüt „Forest of Oblivion”, taufrisch erschienen bei Pirouet Records, spielte er mit Robert Landfermann, Kontrabass, und Jonas Burgwinkel, Schlagzeug, ein - zwei langjährigen Freunden und musikalischen Weggefährten als Verstärkung seines in fester Besetzung aufspielenden Trios, welches von allen Kritikern nur Bestnoten und Lobeshymnen erntet.

Dabei fällt der Apfel nicht weit vom Stamm: Vater Peter Held wirkt seit 25 Jahren als Dozent für Klavier an der Max Reger-Musikschule, Mutter Petra als gelernte Klavierbauerin war jahrelang in einem jazzig angehauchten Barbershop-Chor aktiv.

Die ersten Gehversuche unternahm Pablo im zarten Alter von vier Jahren auf einem von Verwandten selbstgebauten kleinen Schlagzeugset und sog schon damals sämtlich greif- beziehungsweise hörbaren akustischen Anregungen z.B. von Chick-Corea-Platten wie ein Schwamm in sich auf.

Nach dem entscheidenden Wechsel von Schlagzeug zum Klavier mit zehn Jahren, sowie mehreren Ersten Preisen beim Landeswettbewerb „Jugend Jazzt NRW” 1999, 2003 and 2005 und Jazz- Piano- Kursen bei John Taylor, Achim Kaufmann, Florian Ross und Vladislaw Sendecki studiert Pablo nun seit zwei Jahren bei Hubert Nuss an der Kölner Musikhochschule.

Trockenes akademisches Lernen nach Schema F und sklavisches Herunterbuchstabieren von Notentexten, die von anderen vorgegeben wurden sowie stumpfsinniges Herunterrasseln von Etüden und Fingerübungen sind seine Sache nicht.

Tour durch die deutschen Jazz-Clubs

So ist eine altherhergebrachte Klassikausbildung ebensowenig sein Ding, wie das enge Korsett vorgefertigten schulischen Musikunterrichtes. Stattdessen spielt er lieber nach Gehör, legt die Finger auf die Tasten und startet zu immer neuen Trips in das Land der unerschöpflichen Quelle freier, spontaner Improvisation. Fast immer stellen sich dabei interessante neue Ideen zu Songs, Riffs und rhythmischen Patterns und Figuren ein.

Dabei sorgen Robert Lanfermann und Jonas Burgwinkel als aufmerksam begleitende Rhythm Section für ein filigranes Geflecht aus versteckt pulsierenden, dezent groovenden, jedoch immer vorwärts strebenden Beats, Akzenten und überraschenden Einwürfen, die die Impulse vom Klavier mit instinktivem Einfühlungsvermögen aufgreifen. Mit ausdrucksvoller, an Größen wie Keith Jarret erinnernde Anschlagskultur und Gestaltungskraft gestaltet Held auch das Titelstück, die geheimnisvoll- melancholische Ballade „Forest of Oblivion".

Die neue CD wird von eifrigem Tour- Aktivitäten in Jazz-Clubs in ganz Deutschland von der Nordseeküste bis zum Alpenrand begleitet - Pablo Helds Terminkalender ist proppenvoll. Fest steht: Von dem Hagener Pablo Held wird die deutsche Jazz- Szene noch eine Menge zu hören kriegen.

Christoph Clören

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Kommentare
02.11.2008
13:56
Held mischt deutsche Jazz-Szene auf
von fantomias | #1

frage an herrn clören: von welchen führenden fachzeitschriften ist die rede?

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