Das aktuelle Wetter Hagen 17°C
Ermittlungen

Hasper Postbotin entsorgt Briefe in Mülltonne und in der Ennepe

21.08.2013 | 19:00 Uhr
Hasper Postbotin entsorgt Briefe in Mülltonne und in der Ennepe
Foto: Kleinrensing

Hagen-Haspe.  Eine Zustellerin der Deutschen Post hat in Hagen-Haspe mehr als 350 Briefe nicht zugestellt und stattdessen in einer Mülltonne und in der Ennepe entsorgt. Die Post hat der 23-jährigen Aushilfskraft fristlos gekündigt. Die Polizei ermittelt nun wegen Verletzung des Post- und Briefgeheimnisses.

Eine Zustellerin der Deutschen Post hat mehr als 350 Briefe nicht zugestellt und stattdessen in einer Mülltonne und in der Ennepe entsorgt. Die Post hat der 23-jährigen Aushilfskraft fristlos gekündigt. Die Polizei ermittelt nun wegen Verletzung des Post- und Briefgeheimnisses. Noch konnten nicht alle aufgefunden Briefe den Empfängern zugestellt werden, weil die Anschriften teils nicht mehr lesbar sind. Die zentrale Briefermittlung der Post in Marburg bearbeitet den Fall.

Mitarbeiter der Beschäftigungsinitiative „Arbeit schaffen in Haspe e.V.“ staunten nicht schlecht, als sie jetzt bei einer Säuberungsaktion einen unverhofften Fund machten. Am steilen Ufer der Ennepe – nahe der Einmündung in den Preselweg – stießen sie auf viele Bündel nicht zugestellter Post. Die stammte aus dem Juni.

Durchnässter Rentenbescheid

Viele Hasper Bürger haben also vergeblich auf ihre Post gewartet. Und wie es der Zufall wollte, gehörte auch Rolf Klinkert, Vorstandsmitglied von „Arbeit schaffen in Haspe “ zu den Betroffenen: Seine Rentenmitteilung steckte in den durchnässten Briefstapeln.

 Zu dem Zeitpunkt hatte die Post AG die junge Zustellerin bereits entlassen, denn schon im Juni und Juli hatte es Unregelmäßigkeiten in dem Hasper Zustellbezirk gegeben, wie Post-Sprecher Alexander Böhm bestätigte. Mehrfach waren nicht-zugestellte Briefsendungen aufgetaucht. Unter anderem an der Büddinghardt landeten sie im Mülleimer.

Diese Briefe wurden von der Beschäftigungsinitiative in der Ennepe gefunden.Foto: privat

Zunächst, so Post-Sprecher Böhm, habe man die Vorfälle aber nicht einem Zusteller zuordnen können: „In dieser Zeit waren zwei Aushilfskräfte dort unterwegs.“ Als die eine aber wegen Krankheit ausgeschieden war und die Unregelmäßigkeiten nicht abrissen, rückte die 23-Jährige, die erst seit Anfang Juni für die Post arbeitete, in den Fokus. Plötzlich kam sie nicht mehr zur Arbeit und war für die Post auch nicht mehr erreichbar. Die eingeschaltete Polizei konnte die junge Frau aber ermitteln. Über ihren Rechtsanwalt hat sie sich inzwischen geäußert. Bei Verstößen gegen das Post- und Fernmeldegeheimnis reicht der Strafrahmen von Geldstrafen bis zu einer fünfjährigen Freiheitsstrafe.

Detektivarbeit in Marburg nötig

Das Motiv der junge Frau ist auch für die Post noch völlig unklar. Legt die Post denn ausreichend hohe Maßstäbe bei Einstellungen in dem sensiblen Zustell-Bereich an? Sprecher Andreas Böhm: „Solche Fälle passiere deutschlandweit leider immer mal. Da gibt es dann aber auch den alten Post-Beamten, der Jahrzehnte seine Arbeit gemacht hat und dann auf einmal Post nicht zustellt.“ In solchen Fällen gehe die Post aber entschieden vor: Es drohe dann immer die fristlose Kündigung.

Lesen Sie auch
Post in Hagen will gestohlene Briefe nicht wiederhaben

Im Straßengraben an der Stadtgrenze zu Herdecke fand Gebäudereiniger Michael Bald eine gelbe Kiste mit rund 300 Briefen. Ein Dieb hatte den Ablagekasten gestohlen. Wiederhaben wollte die Briefe bei der Post niemand.

Im Hasper Fall ist jetzt aber Detektivarbeit nötig. Die vereidigten Mitarbeiter der Ermittlungsstelle in Marburg sind die einzigen in Deutschland, die Briefe öffnen dürfen, um nach Hinweisen auf Absender oder Empfänger zu suchen. Einige Bürger haben bereits ihre Post in Plastikumschlägen nachgesendet bekommen. Andere werden wohl noch lange oder vergeblich auf ihre Post warten müssen. Und es ist unklar, ob irgendwo weitere Post schlummert.

Ob Ansprüche gegen die Post geltend gemacht werden können – etwa wenn Rechnungen nicht zugestellt wurden und Mahnkosten drohen – müsse in jedem Einzelfall geprüft werden, so Andreas Böhm. Ein Info-Telefon der Post steht bereit unter der Bonner Nummer 0228/4333111.

Michael Koch



Kommentare
23.08.2013
13:55
Hasper Postbotin entsorgt Briefe in Mülltonne und in der Ennepe
von mensch05 | #9

vivalavida, ganz ihrer Meinung; ein gewagter, aber leider richtiger Beitrag.

22.08.2013
21:00
Hasper Postbotin entsorgt Briefe in Mülltonne und in der Ennepe
von owhtb | #8

Es gibt das Post und Briefgeheimniss, bei dem ehemaligen Staatsunternehmen? Warum werden dann Postkästen von Taxifahrern geleert? Warum liefert Tochterunternehmen DHL mit Scheinselbstständigen aus, " im Auftrag der DHL"? und stellen die Pakete draußen für jederman zum mitnehmen ab? Warum werden Einschreiben im Internet status als ausgeliefert gemeldet, wenn der Postbote 3 Tage später erst ausliefert?! Diese Vorkommnisse sind kein Einzelfall. Das ganze Unternehmen ist ein einziger Sanieungsfall, aber in den Manageretagen. Bezahlt die Leute vernünftig, dann gibt es auch wieder Zusteller, die sich mit dem Unternehmen identifizieren und zuverläßig arbeiten, dazu noch jedem seinen Bezirk, wo die Menschen ihn kennen und nicht alle 4 Wochen ein anderer kommt.

22.08.2013
14:32
Hagener Postbotin entsorgt Briefe in Mülltonne und in der Ennepe
von vivalavida | #7

Sowas passiert wenn alles privatisiert wird! Man bekommt schlechte Leistung!
siehe Post siehe Bahn siehe Post(Telekom) usw.
Und die Schw...köpfe der FDP wollen noch mehr UNHEIL anrichten!

Hoffentlich behalten genügend Wähler ihr Gehirn bei der Wahl bei sich und legen es nicht vorher in die GELBE Tonne!

22.08.2013
03:06
Hagener Postbotin entsorgt Briefe in Mülltonne und in der Ennepe
von Corvus | #6

Kommt davon wenn man keine Fachkräfte einsetzt. Die sind zu teuer - da nimmt man eben Aushilfen, ungelernte oder Leiharbeiter.

Personal wird eingespart, Bezirke vergrößert.
1990-1995 kam die Post morgens zw. 08:00-13:00 zum Empfänger - heute kommt die Post sogar noch um 16:00/17:00 zu uns, weil man mehrere Bezirke gewürfelt hat...

3 Antworten
Auch nicht so ganz richtig....
von Finnjet | #6-1

Es gab mal Zeiten, da wurde zweimal am Tag die Post zugestellt....aber das ist schon ne Weile her....

Hasper Postbotin entsorgt Briefe in Mülltonne und in der Ennepe
von AusOberhausen | #6-2

Ja, ja.... Früher war alles besser........
Klar war es früher anders, auch ich kann mich an die Zeiten erinnern, wo die Post 2 x am Tag zugestellt wurde. Aber da gab es auch noch nicht so einen Arbeitsaufwand.

Auch hier möchte ich mich dagegen verwehren, alle Aushilfen, Ungelernte und Leiharbeiter in einen Topf zu werfen.

Und übrigens: Meine Zustellerin scheint nicht ausgelastet zu sein, denn wenn ich sie sehe, quatscht sie mit Nachbarn oder hat das Handy laufend am Ohr..........

Hasper Postbotin entsorgt Briefe in Mülltonne und in der Ennepe
von Wohlbekomms | #6-3

# AusOberhausen: Keiner darf 100 % ausgelastet sein, weil..... das dem Menschen nicht entspricht. Gut, daß Ihre Zustellerin es vermag, die Arbeit aufzulockern...

21.08.2013
22:57
Hagener Postbotin entsorgt Briefe in Mülltonne und in der Ennepe
von Xavinia | #5

Leider kommt so etwas immer wieder mal vor. Schon vor 40 Jahren wartete ich mal auf einen besonders wichtigen Brief und erst 6 Monate später erhielt ich ihn mit einem Entschuldigungsschreiben der Post. Wie sich dann hrausstellte, hatte der Postbote Hunderte von Briefen in einem Wäldchen entsorgt. Spielende Kinder fanden sie.

Und damals war der Stress auch nicht größer als heute.

21.08.2013
14:26
Postbotin entsorgt Briefe in Mülltonne und in der Ennepe
von PeterMeier1963er | #4

Welche Krankheit hat die Dame wohl? Das Faulfieber? Man weiss es nicht. Ich könnte aber kotzen, wenn alle immer sagen, dass Sie zuviel arbeiten müssen. Gerade bei der Briefpost ist die Arbeit doch in den letzten Jahren weniger geworden. Es werden ja immer weniger Briefe versendet.

1 Antwort
Hagener Postbotin entsorgt Briefe in Mülltonne und in der Ennepe
von meinemeinung47 | #4-1

Dafür hat aber leider die Flut an Werbeschreiben und Katalogen zugenommen.

21.08.2013
11:27
Postbotin entsorgt Briefe in Mülltonne und in der Ennepe
von offenfahrer | #3

Das kommt davon, wenn man am Personal spart und Aushilfen, 400 Euro-Jobber und Leiharbeiter beschäftigt statt "normalen" Festangestellten. Irgendwann geht es zu Lasten der Qualität. Und das merkt man auch woanders.

2 Antworten
Hasper Postbotin entsorgt Briefe in Mülltonne und in der Ennepe
von AusOberhausen | #3-1

Aber nicht alle Aushilfen, 400-EUR-Jobber und Leiharbeiter arbeiten so! Ich kenne mehr als genug Ausnahmen, trotz der minimalen Bezahlung arbeiten diese Leute oft hart und das für einen "Hungerlohn".

Hasper Postbotin entsorgt Briefe in Mülltonne und in der Ennepe
von Wohlbekomms | #3-2

Und das finden Sie gut, Herr von Oberhausen ? Wollen Sie hier das Forum versauen ?

21.08.2013
09:45
Postbotin entsorgt Briefe in Mülltonne und in der Ennepe
von mensch05 | #2

Die ganze Geschichte hört sich schon etwas verworren an. Ob nun eine psychiche krankheit dehinter steckt, geht uns nichts an. Aber eines steht fest: Der enorme Kostendruck im Zustellbetrieb, der Zeitdruck bei den Angestellten immer mehr Briefe in immer kürzerer zeit zustellen zu müssen zollt hier vielleicht seinen Tribut: Ganz einfach Überforderung. Der Mensch kann eben nur bis zu einer bestimmten Belastungsgrenze Anforderungen standhalten, sonst wird man krank. Nichtsdestotrotz ist eine fristlose Kündigung aber meines Erachtens angebracht. Sie hat ja wohl gewusst, dass man so etwas nicht tut.

4 Antworten
Postbotin entsorgt Briefe in Mülltonne und in der Ennepe
von Wohlbekomms | #2-1

Nein, fristlose Kündigung ist NICHT angebracht, sondern die Post sollt erst einmal zu klären versuchen - ggf. mit Betriebsarzt -, was hier Sache ist. Kündigen kann man ggf. immer noch - auch fristgerecht -, doch könnte es auch sein, daß etwas anderes wichtiger wäre, z. B. ärztliche/therapeutische Intervention und sich eine Kündigung erübrigen könnte. Uns geht nur eine Diagnose etc. nichts an, der Mensch schon, also eigentlich.....

Hasper Postbotin entsorgt Briefe in Mülltonne und in der Ennepe
von AusOberhausen | #2-2

Mensch Wohlbekomms........ In welcher Welt leben Sie eigentlich? Das Leben ist kein Ponyhof! Die Frau ist für sich selbst verantwortlich und wenn sie Probleme hat, dann sollte sie sich rechtzeitig selbst in Behandlung geben.
Und die fristlose Kündigung ist mehr als gerechtfertigt! Wie würden Sie denn als Arbeitgeber reagieren? Vor allem dann, wenn so etwas öfter vorkommt?

Hasper Postbotin entsorgt Briefe in Mülltonne und in der Ennepe
von Wohlbekomms | #2-3

# AusOberhausen : siehe unter # 1. Mensch Oberhausen, was sind Sie eigentlich für Einer ? " Unsere Welt " gibt Gott sei Dank mehr her als Ihre Einstellung. Da haben Sie aber mal was zu Selbstverantwortung gehört, was ? Ist nur ein wenig dürftig...

Hasper Postbotin entsorgt Briefe in Mülltonne und in der Ennepe
von Wohlbekomms | #2-4

Ach so, noch was, Herr Oberhausen. Wenn Sie so vehement sprechen, wäre Ihnen vielleicht doch mal zu wünschen, daß Sie trotz Selbstverantwortung einmal in die Sitaution kämen, wo Sie Hilfe brauchten ( geht manchmal schneller, als man denkt ). Aber die würden Sie ja dann ob Selbstverantwortung wohl ablehnen, was ? Übrigens: Weiß Gott nicht Jeder erkennt rechtzeitig, ob und wann er sich in Behandlung begeben muß... Hoffentlich gibt es immer weniger Menschen mit Ihrer Einstellung und..... Sie werden damit irgendwann scheitern, versprochen.

21.08.2013
08:32
Postbotin entsorgt Briefe in Mülltonne und in der Ennepe
von Wohlbekomms | #1

Ob Aushilfskraft oder nicht. Vielleicht war/ist die Zustellerin krank und ihr Verhalten hierauf zurückzuführen. Dann benötigt sich - statt Kündigung - vorrangig Hilfe und die Fürsorgepflicht der Post ist angesprochen...

6 Antworten
Postbotin entsorgt Briefe in Mülltonne und in der Ennepe
von someone | #1-1

Haha, ich lach mich schlapp.

Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #1-2

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Postbotin entsorgt Briefe in Mülltonne und in der Ennepe
von Wohlbekomms | #1-3

Statt schlapp lachen wäre auch was ganz Anderes denkbar. Jedenfalls : Fürsorge und kümmern VOR Sanktionen.

Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #1-4

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Hasper Postbotin entsorgt Briefe in Mülltonne und in der Ennepe
von AusOberhausen | #1-5

Aber sonst ist alles in Ordnung, Wohlbekomms, oder?

Die Frau hat sich STRAFBAR gemacht und ist wohl auch alt genug, um dafür gerade zu stehen. Fürsorge? Von wem denn? Vom Arbeitgeber? Die haben bestimmt was besseres zu tun. Aber vielleicht bieten Sie sich ja mal an, da scheint wohl ein Helfersyndrom in Ihnen zu schlummern..........

Hasper Postbotin entsorgt Briefe in Mülltonne und in der Ennepe
von Wohlbekomms | #1-6

@AusOberhausen: Ob sie sich strafbar gemacht hat, ist wohl auf dem Rechtsweg zu klären. Fürsorge : ja, in der Tat u. a. vom Arbeitgeber ( auch neben evtl. rechtlich verankerter Fürsorgepflicht ) und hier geht´s dann auch um Betriebsarzt sowie Betriebs-/Personalrat. Was glauben Sie eigentlich, welche Pflichten der Arbeitgeber auch hat ( haben sollte ). Den letzten Satz können Sie daher getrost vergessen.

Aus dem Ressort
Filmstars auf dem roten Teppich in Hagen
Kurzfilm-Festival
Nach der erfolgreichen Erstauflage im vergangenen Jahr findet am 21. November das zweite Hagener Kurzfilmfestival statt. Mit dabei im Cinestar auf der Springe sind Filmgrößen wie Nastassja Kinski, Uwe Fellensiek, Sven Martinek oder Claude-Oliver Rudolph.
Wie wollen Sie das schaffen, Frau Hanemann?
Dekmalschutz
Es ist eine Aufgabe zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Noch immer das Kuturgüterverzeichnis von 1980 nicht abgearbeitet und schon türmen sich die 50er- und 60er Jahre vor Denkmalhüterin Ina Hanemann auf. Beruflich rennt ihr die Zeit davon.
Seniorensport auf dem Kinderspielplatz
Soziales
Auf dem Spielplatz im Hilgenland hat die Bezirksvertretung Nord drei Senioren-Sportgeräte aufstellen lassen – einen Bein-, einen Schulter- sowie einen Rückentrainer.
Stadt Hagen wird für illegales Abkassieren bestraft
Parkgebühren
Die Stadt Hagen muss an den Stuttgarter Baukonzern Züblin 100 000 Euro zahlen. Der Grund: Die Stadt hatte über mehrere Jahre Gebühren auf einem Parkstreifen am Fuße des Rembergs kassiert, obwohl das schmale Grundstück der süddeutschen Bauunternehmung gehörte.
Parfümerien-Chef Manfred Kroneder verlässt Douglas
Handel
Der Vertrag von Manfred Kroneder, Chef der Parfümeriesparte, bei Douglas wird nicht verlängert. Vorstandschef Henning Kreke übernimmt kommissarisch. Die Gerüchte um einen Börsengang der Ertragsperle - eventuell zusammen mit Christ - reißen derweil nicht ab.
Fotos und Videos
Amoniak-Alarm im Lennetal
Bildgalerie
Feuerwehr
Enervie-Arena wird zum Laufsteg
Bildgalerie
Søren-Modenschau
Hagener Photographien
Bildgalerie
Fotoausstellung
Phoenix Hagen gegen Tel Aviv
Bildgalerie
Basketball