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Haspe

Hasper Maggi ist mit Sicherheit kein Likör

21.06.2010 | 12:32 Uhr

Haspe.Wenn sich die Karussells und die Kirmeswagen drehen, dann ist Haspe der Nabel der Welt. Da ist es kein Affront, wenn Jörg Dehm zum Erbsensuppe-Essen im Bonifatius-Haus als Oberbürgermeister der Nachbargemeinde begrüßt wird.

Zumindest hatte Lothar Weber, Vizepräsident des Hasper Heimat und Brauchtum Vereins, Samstagmorgen schon einmal die Lacher auf seiner Seite. Doch damit standen Ulk und Frohsinn erst in den Startlöchern. Denn nichts beherrschen die Hüter des Hasper Brauchtums besser, als ihre Gäste oder auch sich selbst augenzwinkernd zu verulken. So bekam der neue Wolkenschieber Fritz Gerke aufgrund der bescheidenen Sonnenausbeute ebenso sein Fett weg („Der lernt ja noch“) wie Präsident Dietmar Thieser. Der beschwert sich seit Jahren über die schwere Präsidentenkette, die ihm die Hemden durchscheure. Doch die „Flöhehüter“ des Vereins dachten nicht an den Kauf einer leichteren Kette. Vier Oberhemden hielt Thieser plötzlich in den Händen. „Das muss bis zum Ende der Amtszeit reichen“, kommentierte Kirmesbauer Udo Röhrig.

Ritterschläge und Wachholderlöffel

Dabei musste der Präsident nicht nur einstecken, sondern durfte auch austeilen. Ritterschläge und Wachholderlöffel gab es in diesem Jahr für Wolkenschieber Fritz Gerke, Kirmesurgestein und Hackebämmel Rolf Esch, den neuen Iämpeströter Peter Hagemann, für den „geheimen Gedönsrat“ und Paragraphenreiter Horst Flüshöh, für Inge Groda (Ihre Zartheit vom Dickenbruch) und nicht zuletzt für Oberbürgermeister Dehm. Zwar verzichtete Thieser auf seinen Kniefall („das hätte mich schon gereizt“), aber nicht auf den Schwur, dass Dehm die Hasper Kirmes in Zukunft mit seiner ganzen Tatkraft unterstützen werde.

Dabei ist das alles nichts gegen den „Hasper Bolzen“, den in diesem Jahr Hagens CDU-Chefin Carmen Knollmann mit einer musikalischen Laudatio von Werner Hahn und Siegfried Gras „dargereicht“ bekam. Denn was der Theatermann und der ehemalige Pfarrer für die „schwarze Frau“ mit „sportlicher Vergangenheit“ und daher „ohne Alkoholerfahrung“ getextet und arrangiert hatten, trieb so manchem Gast vor Lachen die Tränen in die Augen. Spätestens, als die Frage gestellt wurde, wie wohl die FDP reagieren wird. Immerhin stände ein Bolzen dem Guido viel besser zu Gesicht, so das Duo.

Aber wofür erhielt Carmen Knollmann eigentlich den Bolzen? „Ich bekenne mich schuldig, weise aber auf meine schwere Kindheit hin“, gab sie schließlich nach einigen Ausflüchten die grobe Verletzung „ureigener Hasper Interessen“ zu. Die war leider nicht zu überhören, als sie dem ehemaligen CDU-Generalsekretär Heiner Geißler bei dessen Besuch in Hagen eine Flasche Eversbusch überreichte und den Doppel-Wachholder als Hasper Likör bezeichnete. Strafe muss sein...

Von Andreas Reitmajer

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