Haspe kämpft für Spielbrink-Schule

Haspe..  Wenn es um den Erhalt der Grundschule Spielbrink an der Büddingstraße geht, lassen die Mitglieder der Bezirksvertretung Haspe nicht locker: Trotz aller Hinweise der Verwaltung, dass der erneute Vorstoß aussichtslos sei, beschloss das Stadtteilparlament einstimmig, die Bildungsstätte weiter betreiben zu wollen. Der Rat hatte angesichts der Schülerzahlenentwicklung und des Konsolidierungsdrucks in einer Kampfabstimmung bereits 2013 sich für ein Ende der Schule entschieden.

Ein Votum, das seinerzeit unter völlig anderen Rahmenbedingungen getroffen worden sei, betonte am Donnerstag in der BV-Sitzung Hagen-Aktiv-Sprecher Michael Gronwald stellvertretend für alle Mitglieder des Gremiums. Seitdem habe der Zustrom an Flüchtlingen und Asylbewerbern sowie der Zuzug an EU-Bürgern die Situation erheblich verändert: „Um den Bildungsauftrag fachgerecht und sachgerecht durchführen zu können, brauchen wir neben qualifiziertem Lehrpersonal und entsprechender Ausstattung auch ausreichende Schulgebäude“, schlug der 52-Jährige vor, hier Starterklassen für Flüchtlingskinder bzw. Räumlichkeiten für VHS-Sprachkurse für Zuwanderer zu schaffen. Schon heute zeigte die Belegung in den angrenzenden Kindergärten und Kitas, dass es genügend Mädchen und Jungen für die Eingangsklassen der kommenden Jahre gebe.

Teil der Geweke-Grundschule

Außerdem könne die Grundschule Spielbrink, so Gronwald weiter, auch als Teilstandort der Grundschule Geweke betrieben werden und diese entsprechend entlasten. Gleichzeitig gebe es gerade am Spielbrink zahlreiche leerstehende Familienwohnungen der Gemeinnützigen Wohnstätten-Genossenschaft, die in den nächsten Monaten als Bleibe von Flüchtlings- und Asylanten-Familien genutzt werden könnten. Gerade für diese Menschen sei eine funktionierende Infrastruktur mit Kindergärten und Schulen von immenser Bedeutung, so der Tenor bei den Hasper Bezirkspolitikern.

Argumente, die Horst Hermann, Leiter der Schulverwaltung, nicht zählen lassen mochte. „Luft für Flüchtlingskinder ist in Haspe reichlich vorhanden.“ Die vier verbleibenden Grundschulen böten aktuell Platz für 200 Kinder in acht bis neun Eingangsklassen. „Wir hätten sogar Platz für 250 Kinder. Ich kann mit allerdings nicht vorstellen, dass es soweit kommt.“ Gleichzeitig erinnerte der Verwaltungsfachmann daran, dass mit dem Ratsbeschluss die Spielbrinkschule formal bereits zum 31. Juli dieses Jahres geschlossen sei. Ein Weiterbetrieb käme somit einer Schul-Neugründung gleich, die von der Bezirksregierung in Arnsberg niemals genehmigt werde.

Argumente, die die BV Haspe nicht umzustimmen vermochten: Nur für den Notfall sprachen sich die Vertreter aller Parteien dafür aus, die Spielbrink-Kinder ansonsten per Schulbus zum Alternativ-Standort am Quambusch (Friedrich-Harkort-Schule) zu chauffieren.

Ringen um den Netto-Markt

Reichlich Reibungsfläche bietet auch weiterhin die Zukunft des Netto-Marktes am Quambusch an der Louise-Märcker-Straße. Hier haben der Marktbetreiber und der Grundstückseigentümer keine Einigung darüber erzielt, wie die Zukunft des für das Quartier so wichtigen Lebensmittelanbieters aussehen könnte. Für den angedachten Neu- und Erweiterungsbau des Discounters müssten angrenzende öffentliche Flächen mitgenutzt werden, die jedoch noch als Areal für Ersatzpflanzungen für das Baugebiet Vogelsanger Straße herhalten müssen. Das dürfe allerdings nicht zum Tabu-Thema für eine Netto-Markt-Erweiterung werden, waren sich die Hasper Bezirksvertreter einig und beschlossen, in diesem Sinne einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das Grundstück auf den Weg zu bringen.