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Hangtime ist mehr als ein Basketballfilm

08.10.2009 | 15:04 Uhr
Hangtime ist mehr als ein Basketballfilm

Hagen. Noch nie hat ein Film die Stadt Hagen derart in Mittelpunkt gestellt. Damit ist „Hangtime - kein leichtes Spiel”, der mehr als ein reiner Baskteball-Film ist, auch zu einem Heimatfilm geworden. Ein Interview mit Regisseur Wolfgang Groos und Hauptdarsteller Max Kidd.

Zu einem, der nicht die Schokoladenseiten der Stadt zeigt, sondern die Viertel, in denen Menschen leben und arbeiten, die nicht nur auf der Sonnenseite stehen. Vor der Deutschland-Premiere am Montag sprachen wir mit Regisseur Wolfgang Groos und Hauptdarsteller Max Kidd.

Mit welchen Gefühlen sehen Sie der Premiere entgegen?

Max Kidd (Rolle: Vinz) und Regisseur Wolfgang Groos. (c) 3L Filmverleih

Wolfgang Groos: Das erste Gefühl ist Aufregung. Es ist eine besondere Veranstaltung, auf die ich mich sehr freue. Ich habe noch nie eine Premiere in der Stadt erlebt, in der der Film gedreht wurde.

Max Kidd: Ich bin sehr gespannt. Die Rolle hat mir viel bedeutet. Ich kann mich noch erinnern an eine Phase, als es mir ähnlich ging wie Vinz im Film. Man weiß nicht so recht, was die richtige Entscheidung ist, hofft, dass alles gut wird. Auf Festivals bin ich von Eltern angesprochen worden, die sagten, dass sie Vinz im Film an ihre eigenen Kinder erinnere.

Was glauben Sie, wie die Hagener auf den Film reagieren werden?

Groos: Das bin ich sehr gespannt. Wir alle, die wir mitgewirkt haben, leben ja nicht in Hagen. Wir kommen am Montag zurück. Ich hoffe, dass die Hagener diesen Film lieben werden. Wenn die Menschen über „Hangtime” sprechen, dann kann das dazu führen, dass sie automatisch über Hagen sprechen. Das ist doch ein guter Effekt.

Der Film zeigt ja nicht die schönsten Seiten der Stadt. Glauben Sie, dass die Hagener damit ein Problem haben?

Info
Hangtime

Deutscher Kinostart: 15. Oktober 2009

Regie: Wolfgang Groos

Darsteller: Max Kidd, Misel Maticevic, Ralph Kretschmar, Max Fröhlich, Mirjam Weichselbraun u.a.

Groos: Ich hoffe nicht. Der Film heißt ja „Hangtime”. Und dass ja nicht zuletzt deshalb, weil Vinz im Film nicht so genau weiß, was passiert. Hagen steckt vielleicht auch in einer „Hangtime”. Die Menschen wissen, dass die Stadt keine Perle ist. Und trotzdem mögen sie sie. Das ist kein Widerspruch. Denn auch im Film liefern wir gute Gründe dafür, der Stadt nicht den Rücken zu kehren.

Kidd: Das stimmt. Ich habe auch oft gedacht, wir sind in einer Stadt, die in einer „Hangtime” steckt. Vielleicht hat die Stadt ihr volles Potenzial noch gar nicht erkannt. Mir persönlich hat die Stadt gefallen.

Wie sind Sie auf Hagen gekommen?

Groos: In Drehbüchern werden die Orte so konkret nicht beschrieben. Wir haben eine mittelgroße Stadt in NRW gesucht. Dabei wollten wir keine Phantasiestadt kreieren, da hätten uns wohl auch alle ausgelacht. Also haben wir geguckt, wer wirklich in der zweiten Liga spielt. Mit Sönke Wortmann habe ich dann ein Phoenix-Heimspiel besucht. Wir haben uns sofort in die Ischelandhalle verliebt. Ich habe mir dann noch ein paar andere Motive angeschaut, die passten. Der Verein Phoenix war sofort begeistert. Hinzu kam die Bedeutung, die Basketball in der Stadt hat.

Was ist Ihnen von den Dreharbeiten in Erinnerung geblieben?

Spielszene in der alten Ischelandhalle. Max Kidd beim Korbversuch im Film "Hangtime", der 2008 in Hagen gedreht wurde und dort am 12. Oktober Premiere feiert.

Groos: Viele tolle Dinge bleiben in Erinnerung. Dinge, die ich so noch an keinem anderen Ort erlebt habe. Die Stadt hat zum Beispiel eigens Laternen aufstellen lassen, damit wir an einer Stelle nachts drehen konnten. Hinzu kommen all die Komparsen, die umsonst mitgemacht haben. So etwas ist einmalig.

Kidd: Ralph Kretschmar und ich sind ja schon eineinhalb Monate vor dem Start der Dreharbeiten nach Hagen gekommen, damit wir uns mit der Stadt vertraut machen können. Es ist vieles hängengeblieben. Zum Beispiel das lebendige Stadtzentrum. Da war immer irgendwas los.

Verfolgen Sie die Entwicklung der Stadt und des Vereins?

Groos: Ich bin immer wieder gerne hier. Ich gucke gerne bei Phoenix vorbei. Wenn ich über die Autobahn an der Stadt vorbei fahre, erninnere ich mich gern an die Zeit hier. Viele Orte sind ja Teil meines Films geworden.

Kidd: Phoenix ist zu meinem Lieblingsverein geworden. Ich hab' jedes Wochenende geschaut, ob die Jungs gewonnen oder verloren haben. Das Spiel in Bayreuth habe ich mitverfolgt. Ich find's toll, dass der Verein so viele aus dem Zweitligakader mit in die erste Liga genommen hat. Mit Matze Grothe war ich gemeinsam beim Musiksender Viva.

Welche Erfolgsaussichten hat „Hangtime”?

Groos: Das ist schwierig zu sagen. Wir haben mit einem relativ kleinen Budget gedreht. Aber ich bin optimistisch. Ich glaube, dass wir einen Überraschungserfolg erzielen können. Die Chance liegt im Charme, den der Film ausstrahlt.

Kidd: Ich habe mit den Produzenten Sönke Wortmann und Tom Spieß eine Wette abgeschlossen, dass „Hangtime” an den ersten beiden Tagen in meiner Heimatstadt Schweinfurt 1000 Zuschauer lockt. Zusammen mit meinem Basketballverein habe ich schon jetzt im Vorverkauf 1800 Tickets abgesetzt. Wer doch ein toller Erfolg, wenn Hagen diese Zahl toppen könnte.

Jens Stubbe



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