Hagens Jäger erlegen nur wenige wildernde Katzen

Katze in Rumscheid
Katze in Rumscheid
Foto: WR
Was wir bereits wissen
Hamm ist größer als Hagen, genauer gesagt: Um rund 66 Quadratkilometer größer. Aber erklärt dieser Unterschied, warum in Hamm ungleich mehr wildernde Katzen geschossen wurden als in Hagen?

Hagen.. Im abgelaufenen Jagdjahr 2013/14 waren es in Hagen gerade einmal vier Katzen – eine mehr als noch im Jahr zuvor. In Hamm dagegen waren es 20, im Jahr zuvor sogar 35.

Beides mögen eher kleine Werte sein, betrachtet man die Gesamtzahl von 7595 Katzen, die in ganz NRW im vergangenen Jahr geschossen wurden (allein im Kreis Borken waren es 1406 Tiere). Und doch stellt sich die Frage: Legen Jäger in Nordrhein-Westfalen unterschiedliche Maßstäbe an? Sind die Hagener sehr nachsichtig mit wildernden Katzen? „Nein“, sagte Peter Christoph Wolf, der stellvertretende Vorsitzende der Kreisjägerschaft Hagen. „Alle Jäger müssen sich ja an die gleichen gesetzlichen Regelungen halten. Aber für uns in Hagen stellt sich das Problem mit wildernden Katzen nicht so sehr wie in anderen Regionen. Das ist schon seit Jahren so und liegt an den äußeren Umständen.“

„Jäger sprechen Katzenbesitzer an“

Ob in Hamm oder im Kreis Borken – die Bedingungen seien anders. Wenn etwa im Münsterland mehr Katzen geschossen würden, dann liege das sicherlich daran, dass es dort ungleich mehr Bauernhöfe gebe. „Dort gibt es mehr herrenlose Katzen und auch größere Ackerflächen“, weiß Peter Christoph Wolf. „Bei uns gibt es wenige Höfe und viel mehr Waldflächen. Sehr tief in den Wald streunen wildernde Katzen aber nicht.“ Hagen sei auch dichter besiedelt. „Im Umkreis von 200 Meter um Gebäude darf nicht geschossen werden.“

Aber auch einen weiteren Grund kann der stellvertretende Vorsitzende der Kreisjägerschaft benennen, warum in Hagen nur wenig wildernde Katzen geschossen worden sind: „Wir haben relativ kleine Jagdreviere, die meist auch noch von heimischen Pächtern betreut werden. Die kennen sich gut aus, wissen oft, zu wem die Katzen gehört. Ich weiß, dass Jäger immer wieder Katzenbesitzer ansprechen und sie bitten, besser auf die Tiere aufzupassen.“

Der umstrittene Entwurf der rot-grünen Landesregierung für ein neues ökologisches Jagdgesetz sieht das grundsätzliches Verbot des Abschusses von Katzen vor. Für Hagen wird das auf Basis dieser Zahlen für keine große Veränderung sorgen.