Das aktuelle Wetter Hagen 15°C
Ortseingangsschilder

Hagens Dörfer werden Fernuni-Städte

07.09.2010 | 13:29 Uhr
Hagens Dörfer werden Fernuni-Städte
Ortseingangsschild Hagen Dahl WP-Foto: Jens Stubbe

Hagen.Im Hagener Süden treibt die Posse um die Ortseingangsschilder eigene Blüten. „Stadt der Fernuniversität - Priorei“ liest der Autofahrer, der die Grenze des Ortsteils im Volmetal überquert. Gleiches gilt für Dahl und Rummenohl.

Die Posse um die Ortseingangsschilder in Hagen treibt im Süden der Stadt ganz eigene Blüten. Wer die Grenze zum Ortsteil Priorei im Volmetal überquert, liest „Stadt der Fernuniversität - Priorei“. Gleiches gilt auch für die Dörfer Dahl und Rummenohl. Und so werden im Süden offiziell Ortsteile zu Fernuniversitäts-Städten gemacht.

Das große Bildungsinstitut mit Ruf von Welt aber sucht man im Volmetal vergeblich. Nicht einmal eine Instituts-Niederlassung der Hochschule mit den meisten Studenten Deutschlands findet sich im Tal der Volme. Und trotzdem lässt der Schriftzug zumindest Auswärtige ganz anderes glauben.

Schilder werden stillschweigend geduldet

Ortseingangsschild Hagen Rummenohl WP-Foto: Jens Stubbe

Denn im Zuge der umstrittenen Ausflaggung der Stadt als Bildungsstandort, die Oberbürgermeister Jörg Dehm höchstselbst gegen den Willen der Landesregierung verfügte, wurden auch die Ortseingangsschilder im Hagener Süden umgestaltet. Zwar ziert auch der Schriftzug „Stadt Hagen“ die gelben Schilder. Allerdings in wesentlich kleinerer Schrift als der Name des Ortsteils und am unteren Rand, so dass zumindest dieser Zusatz von Autofahrern kaum mehr wahrgenommen werden dürfte.

Der Umstand, dass dort - so wie auch an Hohenlimburger und sogar Holthausener Grenzen - nicht etwa die klassischen Hagen-Schilder aufgestellt sind, geht zurück auf die Eingemeindungen im Rahmen der kommunalen Gebietsreform im Jahr 1975. „Das hat man seinerzeit einfach so gelassen“, sagt Horst Flüshöh, Leiter des Ordnungsamtes, „und seither werden diese Schilder stillschweigend geduldet.“

Ein Umstand, der sich vermutlich noch nicht bis Haspe und Boele herumgesprochen haben dürfte - beides ebenso Stadtteile mit eigener Tradition und eigener Geschichte und sogar weitaus mehr Einwohnern als alle drei Ortsteile im Volmetal zusammen. Denn zumindest im Westen, wo man ja gern von Hagen bei Haspe spricht, war man einst mit einem entsprechenden Vorstoß bei der Stadtverwaltung gescheitert. Das war Ende der 90er Jahre. „Das sei nicht in Einklang mit der Gemeindeordnung zu bringen, hieß es damals aus dem Rathaus“, erinnert sich Jochen Weber, seinerzeit Hasper Bezirksvorsteher. „Schließlich haben wir weiße Schilder mit der Aufschrift ,Willkommen in Haspe’ aufgehängt. Und selbst das war ein Riesenakt.“

Ob auch diese nun mit dem Zusatz „Stadt der Fernuniversität“ versehen werden, ist offen...

Jens Stubbe

Facebook
 
Videos die Sie interessieren könnten
Kommentare
09.09.2010
15:41
Hagens Dörfer werden Fernuni-Städte
von Otto99 | #34

#33 andre b.

Zitat: in Deutschland muss alles 100%ig sein

Geben Sie mal Ihre Steuererklärung einen Tag zu spät ab!

09.09.2010
08:41
Hagens Dörfer werden Fernuni-Städte
von andre b. | #33

Ja ich verhas, in Deutschland muss alles 100%ig sein. Einfach mel mit Verstand so ein Schild erkennen und 50 fahren kann man eben nicht verlangen, weil viele Autofahrer innerhalb des Autos einen gefühlten IQ von 30 haben, außerhalb vielleicht wieder mehr.

08.09.2010
19:16
Hagens Dörfer werden Fernuni-Städte
von Moderatrasant | #32

@ Bernd Peterzahltnicht:
Die VwV-StVO wurde kürzlich geändert udn die Bayrischen Städte berufen sich auf einen Bestandsschutz. Ob das rechtlich so haltbar ist oder nicht, mag ich nicht zu beurteilen. Gut möglich, daß der von den Bayrischen Städten reklamierte Bestandsschutz irgendwann mal vom BGH (oder einem anderen oberen Gericht) kassiert wird, vielleicht hat nur noch kein Autofahrer die Geduld gehabt, durch die Instanzen bis nach ganz oben zu ziehen?

@ andre b
Zitat: sie ist zugelassen, muss nur genehmigt werden.
Nein, das sehe ich anders. Genau so wenig wie ein, sagen wir mal ein grünes Stopp-Schild genehmigungsfähig wäre, sind veränderte Ortseingangsschilder genehmigungsfähig. Die StVO zusammen mit der VwV-StVO ist nicht verhandelbar.
Einzige Ausnahem: Bei _Zusatz_zeichen haben die Länder (per Gesetz bzw. Verordnung geregelte) Befugnisse, Zusatzzeichen zu erlauben, die nicht im bundeseinheitlichen Verkehrszeichenkatalog aufgeführt sind.

08.09.2010
09:22
Hagens Dörfer werden Fernuni-Städte
von andre b. | #31

sie ist zugelassen, muss nur genehmigt werden.

In Bayern gelten solche Ortsschilder, wer Auto fährt muss sie in Baxern akzeptieren, also wird man sie auch hier als Ortsschilder erkennen.

Stadt der Nörgler und Erbsenzähler würde aber auch passen.

ok ansonsten folgende Änderungswünsche:
Rummenohl: Dorf des absurden Bahnübergangs
Dahl: Brauereidorf
Priorei: Dorf der Piorlinde
Holthausen Dorf des verstopften Bacheinlaufs
Berchum: Solardorf
Hohenlimburg ohne Hagen sind wir nichts-mit Hagen sind wir auch traurig-Stadt

08.09.2010
09:02
Hagens Dörfer werden Fernuni-Städte
von Bernd Peterzahltnicht | #30

Kann mir mal jemand erklären, wie es in einen Rechtstaat sein kann, dass eine ganz eindeutig nicht zulässige Veränderung von Verkehrszeichen noch immer weiter vorangetrieben wird, statt die sofortige Entfernung dieser unzulässigen Beschriftung zu veranlassen?

08.09.2010
08:36
Hagens Dörfer werden Fernuni-Städte
von andre b. | #29

Ja aber der Verstand sagt ja auch hoffentlich allen, das man trotzdem 50 fährt. Und wenn das Schild nach einer Kreuzung nicht wiederholt wird, dann ist es zwar weiter gültig, aber es wird nicht kontrolliert, da der einbiegende Verkehr dort schneller fahren darf und dann vielleicht sogar den noch gedrosselten Verkehr überholt. Eine Kontrolle nach Einmüdungen nach den Limits vor den Einmündungen findet nicht statt, selbst Fahrschulen vermitteln das.

Außerdem haben 50-Schilder innerorts eigentlich nur was zu suchen, wensn vorher 30-40 -60-70 gab, aber nicht einfach so.#

Vor ein paar Monaten konnte man in Hagen übrigens 100 fahren, ganz legal. Das Ortseingangsschild zum Herbecker Weg fehlte, bedeutet, fährt man weiter richtung Halden richtung Stadt ist man immer noch an keinem Ortseingangsschild vorbeigekommen. Gemacht hab ichs nicht, aber gegen jedes stadtweite Knöllchen hätte man Widerspruch einlegen können. Mittlerweile haben Herbeck und Garenfeld aber wieder Ortsschilder, nach ein paar Wochen/Monaten.

08.09.2010
07:13
Hagens Dörfer werden Fernuni-Städte
von Moderatrasant | #28

Ergänzung zu #27:
Aus der Verwaltungsvorschrift zur StVO zu den Zeichen 310/311 (Ortseingagsschild und Ortsausgangsschild):
Das Zeichen 310 nennt den amtlichen Namen der Ortschaft und den Verwaltungsbezirk. Die Zusätze Stadt, Kreisstadt, Landeshauptstadt sind zulässig. Die Angabe des Verwaltungsbezirks hat zu unterbleiben, wenn dieser den gleichen Namen wie die Ortschaft hat (z. B. Stadtkreis). Ergänzend auch den höheren Verwaltungsbezirk zu nennen, ist nur dann zulässig, wenn dies zur Vermeidung einer Verwechslung nötig ist.
(...)
Andere Angaben als die hier erwähnten, wie werbende Zusätze und Stadtwappen, sind auf Ortstafeln unzulässig.

Also ganz klar: Die Hagener Schilder sind keine Ortseingangsschilder (Zeichen 310) im Sinne der StVO und haben damit auch keine Auswirkung mehr, auf zulässige Höchstgeschwindigkeit. Der Kraftfahrer, der solch ein Schild wie im Artikel gezeigt passiert, führt nach StVO weiter außerhalb geschlossener Ortschaft...

08.09.2010
07:05
Hagens Dörfer werden Fernuni-Städte
von Moderatrasant | #27

@ Geschwindigkeit #8:
Es gab schon mehrfach Urteile, nach denen Orstschilder mit inoffiziellen Namenzusätzen ungültig sind. Damit währen diese Ortsschilder keine Ortsschilder im Sinne der StVO mehr, könnte sein, daß sich die Stadt Hagen da ein Ei gelegt hat. (Einfach mal Ortsschilder namenszusatz urteil in eine Suchmaschine eigeben...)

@ der wahre andre b #13:
Zitat: außerdem gilt nach einem 50-Schild dieses nur bus zur nächsten Einmündung
Nein, daß ist falsch. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung (Zeichen 274) ist ein Streckenverbot und gilt solange, bis es durch eine andere Geschwindigkeitsbegrenzung aufgehoben wird. Zeichen 274 *soll* zwar an Kreuzungen und Einmündungen wiederholt werden, muß es aber nicht.

08.09.2010
01:19
Hagens Dörfer werden Fernuni-Städte
von peterx | #26

warum verlassen die ewigen nörgler eigentlich nicht die stadt?
sind nicht einmal in der lage die lösung ihrer probleme selbst in die hand zu nehmen.

08.09.2010
00:53
Blockierter Kommentar.
von argus | #25

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3665004/create

Aktuelle Fotos und Videos
Von Bentley bis Porsche
Bildgalerie
Oldtimerfahrt
Eintracht schlägt Sölfingen
Bildgalerie
Handball
Feuerwehr-Übung in Hagen
Bildgalerie
Jugendfeuerwehr
Dachstuhlbrand in Hagen
Bildgalerie
Feuer
Aus dem Ressort
Kreisel in Haßley eröffnet
Verkehr
Der fünfarmige Kreisel auf Haßley nahe an Autobahn-Anschlussstelle Hagen-Süd wurde nach achtmonatiger Bauzeit für den Verkehr freigegeben
Gaunerei bei der Hagen-Info
Gericht
Eine Mitarbeiterin der Hagen-Info soll in die Kasse der städtischen Tochter gegriffen haben. Vor dem Arbeitsgericht kämpft sie gegen ihre Entlassung.