Hagener muss für Polizeieinsatz nicht bezahlen
16.03.2010 | 18:00 Uhr 2010-03-16T18:00:00+0100Hagen. Der Anruf klang dramatisch: Ihr Freund, so schilderte eine junge Frau aus Breckerfeld, sei überfallen worden — das habe er ihr per SMS mitgeteilt.
Die Polizei rückte in die Friedensstraße aus — und fand den angeblich überfallenen jungen Mann wohlbehalten in seiner Wohnung vor. Weil er nur nach einer Ausrede gesucht habe, nicht mit seiner Freundin zu sprechen, habe er eine Straftat vorgetäuscht. Dafür sollte er die Einsatzkosten von 158 Euro bezahlen. Gestern aber stellte das Arnsberger Verwaltungsgericht klar: Der junge Mann habe nicht vorsätzlich die Polizei auf den Plan gerufen — und deshalb könne er auch nicht für die Kosten her- angezogen werden.
Regierungsoberinspektorin Annette Brenscheidt, die das Polizeipräsidium Hagen vor Gericht vertrat, berichtete dass pro Jahr etwa zehn Fälle geprüft würden, in denen Gebührenbescheide versandt werden könnten. Fünfmal habe man die Kosten des Einsatzes zurückgefordert. So u.a. bei einem Mann, der per SMS seinen Selbstmord angekündigt habe. Sehr aufwändig sei auch der Einsatz gewesen, nachdem in einem Chatroom ein Mord angekündigt wurde. Die Polizei konnte den Schreiber ausfindig machen, der im Internet haarsträubend gelogen hatte. Er bezahlte die Rechnung anstandslos.
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