Hagener Museum verschlingt immer mehr Geld
29.11.2010 | 16:01 Uhr 2010-11-29T16:01:00+0100
Hagen.Das Loch, das die Kostenexplosion im Hagener Kunstquartier jährlich in den städtischen Haushalt reißt, umfasst einen sechsstelligen Betrag. Die Stadt will nun eine Mängelliste bei Gericht einreichen.
Die Kosten des Hagener Kunstquartiers reißen jährlich ein Loch in Höhe eines sechstelligen Betrages in den städtischen Haushalt. Dabei ist die Höhe des eigentlichen Schadens an den technischen Anlagen im neuen Emil-Schumacher-Museum und im sanierten Karl-Ernst-Osthaus-Museum noch gar nicht zu beziffern.
Ein Bericht des Fachbereichs Sonderprojekte, der dieser Tage der Politik vorgestellt wurde, listet die Grausamkeiten auf. 180 000 Euro mehr als geplant wurden demnach allein in den letzten neun Monaten des Jahres 2010 wegen diverser Mängel für die Aufrechterhaltung des Betriebs ausgegeben. Wörtlich heißt es: „Es ist zu erwarten, dass sich dies im zweiten Betriebsjahr wiederholen wird.“
Vervielfachung der Energiekosten
Hinzu kommt im ersten Betriebsjahr eine Vervielfachung der Energiekosten. 189 000 Euro waren allein von August 2009 bis August 2010 für Strom fällig - 138 000 Euro mehr als ursprünglich geplant (wobei die Einspeisevergütung für gewonnen Solarstrom sowie die Steigerung des Strompreises gegenzurechnen sind). 13 000 Euro wurden für Gas ausgegeben. Ein Kostenpunkt, der aufgrund einer Erdwärmepumpe gar nicht einkalkuliert war. Ähnliches gilt für die Wasserrechnung. 16 000 Euro fielen im ersten Betriebsjahr an. Bestandteil der Prognose war auch diese Summe nicht.
Insgesamt rund 50 Mängel listet die Stadtverwaltung nun in einem Schreiben auf, das bei Gericht eingereicht werden soll. In einem sogenannten selbstständigen Beweisverfahren soll ein vom Gericht bestellter Sachverständiger die Ursachen und die Verantwortlichkeiten für die Mängel (u.a. Keime in der Raumluft und im Trinkwasser) klären und in einem Gutachten Vorschläge zur Beseitigung der Missstände machen.
„Kennen nicht einmal die Ursache“
Ein ungewöhnliches Verfahren, das die Stadt nach einer Rechtsberatung ergreift: „Bei vielen Dingen kennen wir ja nicht einmal die Ursache“, sagt Christine Grebe, Koordinatorin Großprojekte, „im Museumskomplex ist Technik verbaut, wie es sie so zum Teil noch nicht gegeben hat. Hinzu kommt, dass mehr als zehn Parteien als Verantwortliche in Frage kommen. Wir hoffen, dass der Sachverständige noch in diesem Jahr bestellt wird, damit wir zügig anfangen können, das ein oder andere in Ordnung zu bringen.“
Denn bis der Gutachter vor Ort seine Untersuchungen abgeschlossen hat, darf nicht nachgebessert werden. Beweise würden sonst vernichtet. Immerhin: Weil das Gericht den Sachverständigen bestellt, sind die Feststellungen von den Verantwortlichen nicht angreifbar.
00:34
Mein Gott!?Tausende hocken am Samstag davor und fühlen sich nur deshalb unterhalten, weil solch waghalsige Wetten laufen.?Und jetzt schreien alle wieder nach einem Schuldigen! Rein statistisch gesehen ist die Sendung mit diesem ersten Unfall nicht verantwortungslos.?Mit dem Ruf nach Konsequenzen für die Sicherheit dürften keine Eltern mehr ihre Kinder in den Zirkus schleifen, wenn man bedenkt, was dorrt regelmäßig auf dem Hochseil oder am Trapez passiert.?Warum suchen einige Menschen immer und überall nach irgendwelchen Schuldigen?
09:03
Hohenlimburg soll wieder selbständig werden?
Guter Witz! Wie sollen die denn ihren städt. Haushalt finanzieren? Etwa durch die paar Firmen im Lennetal? Hagen eingemeinden in den Ennepe-Ruhr-Kreis? ich glaube, es geht los! Die Kreisverwaltung in Schwelm würde sich mit Sicherheit nicht den Albtraum Hagen mit dessen Millionenschulden einverleiben. So blöd sind die im EN-Kreis nicht.
Zur Gewerbesteuer: Ich finde, es sollten langsam mal alle, auch Rechtsanwälte, Ärzte, Architekten und sonstige Freiberufler Gewerbesteuer zahlen. Da käme bei den vielen Rechtsanwälten in Hagen so einiges zusammen.
14:16
Jawohl!
Lieber MK-Kreis!
Nehmt 58119! Bitte. Ich verspreche Euch, dann werde ich keine Witze mehr über Euer Autokennzeichen machen!
Bitte schnell. Dann haben wir die Pfosten endlich weg von unserer schönen Stadt!!!
12:51
#79: Eine Rückkehr zur Selbstständigkeit, sehe ich nicht so pessimistisch. Natürlich ist ist das nur eine Hypothese, doch ich könnte mir schon vorstellen, daß Hohenlimburg, im Falle einer Rückgemeindung ganz gut dastehen könnte. Natürlich ist das Nahmertal, für die Industrie, uninteressant, da trotz der, mit 30 Jahren Verspätung, gebauten Bahnüberführung, die Verkehrsanbindung schlecht ist. Dafür ist, entlang der Verbandstraße, zwischen Reh und Berchum, in den letzten 15 (?) Jahren, ein neues Gewerbegebiet entstanden, welches definitiv zum heutigen Gebiet von Hohenlimburg gehört. Die dort ansässigen Unternehmen sind gut aufgestellt. Motor der Hohenlimburger Unternehmen, ist natürlich die Kaltwalzindustrie. Dort wird ein exzellentes Jahr 2011 erwartet. Die Wirtschaftskrise hat diesen Firmen keinen Schaden zugefügt. Dies sieht bei Hagener Unternehmen, der gleichen Branche (Wälzholz, Threis), ganz anders aus. Ich bin, wie viele andere davon überzeugt, daß Hohenlimburg wirtschaftlich stark genug ist, um als selbstständige Stadt, im MK bestehen zu können. Viel schlechter, als unter Hagener Führung, kann es ohnehin nicht werden.
Leider ist dieses Szenario, auf lange Sicht, wohl kein ernstes Thema, doch wie gesagt, die Hoffnung stirbt zuletzt.
11:12
# 79: Strukturell ist Hohenlimburg nach wie vor eine rote Stadt, wenn sich das auch in der BV nur in abgestuften Schattierungen widerspiegelt, von Rot, Dunkelrot bis tendentiell Rosa. Nur durch großes Glück für die CDU hat der Ex-Linke bei der Wahl des Bezirksbürgermeisters den Schwarzen gewählt.
Was den Zahlmeister im alten Kreis Iserlohn betrifft, so ist Ihre Behauptung, das sei die Stadt Iserlohn gewesen, schlicht und einfach falsch: Die Stadt Iserlohn war eine kreisfreie Stadt, diente nur als Namensgeber für den Kreis Iserlohn und kam per 01.01.1975 in den neu geschaffenen Märkischen Kreis.
07:47
Ich klinke mich auch mal ein. #74 hat schon Recht, wenn er sagt, dass es 1974 wirtschaftlich schlecht um Hohenlimburg bestellt war. Hagen zielte damals auf eine höhere Einwohnerzahl und auf die Teile, die zur sog. Lenneschiene gehörten. Wirtschaftlich war Hohenlimburg nicht mehr wichtig, heute sieht das allerdings etwas anders aus.
Nicht Hohenlimburg war Zahlmeister des LKI, sondern Iserlohn, die wirtschaftlich wesentlich stärker als Hohenlimburg war und ist. Hohenlimburg ist übrigens längst nicht mehr rot, sonderen eher schwarz - siehe BV, und das seit Jahren!
Auch ich halte eine Selbständigkeit Hohenlimburgs in heutiger Zeit für katastrophal. Daraus kann nichts gutes werden, dazu ist die Stadt zu klein und zu schwach, auch wirtschaftlich. Die Hauptindustrie liegt im Lennetal bis nach Halden und Kabel. Das war jedoch vor 1975 nie Hohenlimburger Stadtgebiet. Das Nahmertal ist für Industrie nicht mehr wettbewerbsfähig, was man daran sieht, dass sich dort kein Großbetrieb mehr ansiedeln will. Ich glaube auch nicht, dass Hohenlimburger Unternehmer auf eine Selbständigkeit hoffen. Das wäre wirtschaftlicher Selbstmord. Es sollte so bleiben, wie es ist. Die Unentwegten, die ständig die Selbständigkeit fordern, werden immer weniger, irgendwann hat es sich wie in Haspe und Vorhalle von selbst erledigt.
23:06
Wenn ich mich mal in die Diskussion der beiden Herrrn einklinken darf: Die Behauptung von # 74, die Wirtschaft in Hohenlimburg hätte 1974 praktisch am Boden gelegen, ist einfach ein Schmarren. Eine solche Stadt hätte Hagen nicht haben wollen. Auch die Angabe, Iserlohn als damalige Kreisstadt Hohenlimburgs hätte sich - im Umkehrschluss Ihrer Behauptung - für einen Abgang Hohenlimburgs nach Hagen ausgesprochen, ist absurd. Hohenlimburg war im alten Kreis Iserlohn der Zahlmeister.
Wenn # 74 argumentiert, der MK wolle Hohenlimburg heute nicht, so sind seine kolportierten angeblichen Stimmen allenfalls einzelne. Und diese mögen Angst haben, dass das trotz CDU-Bezirksbürgermeister strukturell nach wie vor rote Hohenlimburg den schwarzen MK-Landrat kippen könnte. Im Übrigen: Eine solche Entscheidung, stände sie denn an, fiele nicht in Lüdenscheid, sondern in Düsseldorf.
22:09
#76: Oh, da ist aber jemand von sich überzeugt. Wie gesagt, es lohnt sich nicht, mit Ihnen über dieses Thema zu diskutieren. Denn, wie schon erwähnt, eine Rückgemeindung würde, für viele Hagener, in erster Linie einen Gesichtsverlust bedeuten. Auch für Sie! Nur noch eins, die Hagener Eiche
ist morsch und in einem viel schlechteren Zustand, als Sie es wahrhaben wollen. Träumen Sie weiter vom tollen Hagener Wirtschftsklima. Gute Nacht.
21:21
#75 Nun werden Sie mal nicht so agressiv, nur weil ich nicht Ihrer Meinung bin und - berufsbedingt - einen anderen Horizont vorweisen kann. Als Kaltwalzer sehen Sie alles nur aus diesem Blickwinkel, dessen einseitiger Fokus für Ihre Sinnestrübung verantwortlich zu sein scheint. Es tut mir leid, die kritischen Stimmen im MK, die gegen eine Eingemeindung einer selbständigen Stadt Hohenlimburg sind, haben nicht den Hagener Schuldenberg vor Augen. Die Situation von 1974 hat sehr wohl etwas mit der Selbständigkeit zu tun. Wenn Hohenlimburg selbständig in den Grenzen von 1974 wäre, dann käme es zu einer massiven Abwanderung von Industrie und Handel. Schon allein wegen des hohen Gewerbesteuersatzes und der Gebühren für Infrastruktur, die höher als in Hagen ausfallen müssten, aber auch wegen fehlender Gewerbeflächen, die verkehrsgünstig gelegen sind. Daran hat sich seit 1974 nichts geändert, nur in Hagen herrscht ein wirtschaftlich besseres Klima. Aber das können Sie aus Ihrer Froschperspektive und subalterner Geisteshaltung offenbar nicht begreifen. Ihren vorletzten Satz unterstreiche ich ohne das zumindest vorerst voll und ganz. UNd beim letzten Satz denkt jeder vernünftige Mensch besser an Dantes Göttliche Komödie, die ein warnendes Beispiel für Hoffnung gibt.
20:56
#74: Mit Ihnen lohnt sich keine Diskussion, über dieses Thema. Wenn ich schon den Satz welche Unternehmen, welche Gewerbesteuer? lese, kommt mir der Kaffee hoch! Das verdeutlicht, daß Sie nicht halb so kompetent sind, wie Sie vorgeben.
Wie wäre es, zum Beispiel, mit der Bilstein-Gruppe? (Bilstein, Hugo Vogelsang, C. Vogelsang) diese Unternehmensgruppe ist Europas Marktführer auf dem Kaltwalzsektor und beschäftigt, nur in Hohenlimburg, rund 1200 Menschen (Insiderwissen). Auch andere Unternehmen dieser Branche, wie J.P. Hüsecken, oder Siegfried Boecker stehen sehr gut da. Davon profitiert, u. a. die Hoesch-Mittelbandstraße. Dies sind nur einige Beispiele. Diese Firmen wären auch in einem eigenstänigen Hohenlimburg so stark gewachsen. Zum Erfolg dieser Unternehmen, hat Hagen, definitiv keinen Beitrag geleistet. Im Gegenteil! OB Dehm will bekanntlich die Gewerbesteuer, wieder einmal erhöhen. Hinzu kommen die Kosten der Hagener Entsorgungsbetriebe, die erheblich höher sind, als in anderen Kommunen und Kreisen.
Außerdem, was hat die Situation von 1974, mit der heutigen Lage zu tun? Der Grund, warum man im MK, eine Rückgemeindung, mit einer gewissen Skepsis sieht, liegt an dem, von Hagen erwirtschafteten Schuldenberg, von dem Hohenlimburg einen Teil mitbringen würde.
Was das Thema der alte Schlendrian angeht, siehe Hagener Schuldenstand, Anno 2010. Mit unfähigen Kommunalpolitikern, ist Hagen also ebenfalls reicht gesegnet. Teure Possenspiele, wie das Westfalenbad und das Kunstquartier sind dafür gute Beispiele.
Leider ist eine Rückgemeindung, zumindest voerst, kein ernstes Thema. Aber, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.