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Hagener Kunstquartier entpuppt sich als Kostenquartier

02.03.2010 | 12:52 Uhr
Hagener Kunstquartier entpuppt sich als Kostenquartier

Hagen. Der dichte Betriebskostennebel über dem Hagener Kunstquartier beginnt sich allmählich zu lichten. Eine Kostengegenüberstellung zeigt jetzt, dass das Schumacher- und Osthaus-Museum jährlich 1,44 Millionen Euro verschlingen werden. 2002 ging man noch von 461.000Euro aus.

Im Hagener Rathaus wurde jetzt eine Kostengegenüberstellung geboren, laut derer Schumacher- und Osthaus-Museum mitsamt Bistro- und Verwaltungstrakt jährlich 1,44 Millionen Euro verschlingen werden. 2008 war der Politik noch eine Summe von 871 000 Euro vorgerechnet worden, bei der Abstimmung zur Museumsinvestition wurde 2002 gar nur über 461 000 Euro gesprochen.

Dem gegenüber kalkuliert der Fachbereich Immobilien mit einer Viertelmillion Euro Einnahmen aus Eintrittsgeldern, Verkaufserlösen und Vermietungen. Die Grundlage für diesen optimistisch anmutenden Betrag liefert eine Hochrechnung aus den ersten fünf Eröffnungsmonaten des Kunstquartierbetriebes. Somit ergeben sich nach der Lesart der Verwaltung jährliche Mehrkosten - im Vergleich zu den 2008er-Werten - von 350 000 Euro.

Personal und Energie als Hauptkostentreiber

Die Energiekosten für das Museumsquartier laufen derzeit noch völlig aus dem Ruder. Fotos: Michael Kleinrensing

Hauptkostentreiber sind dabei die Posten Energie und Personal. Während man 2002 der Politik lediglich 45 000 Euro Stromkosten vorrechnete, erkannte man bis 2007, dass auch Wasser und Gas hinzukommen könnten und somit doch 78 000 Euro berappt werden müssten. Inzwischen schätzt die Stadt angesichts wesentlich höherer, jenseits aller Versprechungen liegender Verbrauchswerte sowie einer rasanten Preisentwicklung die tatsächlichen Kosten auf 210 000 Euro. Hier soll gemeinsam mit dem Projektsteuerer und Fachplanern intensiv nach Optimierungsmöglichkeiten gesucht werden. Notfalls will man juristisch die vertraglich zugesicherten Werte einfordern.

Neben deutlich höheren Kosten für Objektbetreuung und Wachdienst (115 000 statt 61000 Euro) schlagen vor allem die Gehälter für die Aufsichtskräfte durch. Ursprünglich wollte die Stadt diese Jobs (12 Vollzeitstellen) privatisieren und somit mit 270 000 Euro jährlich auskommen. Doch die Kommunalaufsicht lehnte dies ab, weil die Stadt derzeit noch über reichlich Personalüberhänge verfügt, die ansonsten ohne Aufgabe blieben. Diese eigenen Kräfte müssen jedoch momentan noch mit 520 000 Euro jährlich entlohnt werden.

Darstellung der Verwaltung geht in die Politik

Davon galoppierende Kosten auch bei der Bauunterhaltung und Wartung: 2002 hoffte man noch, mit 91 000 Euro auskommen zu können, bis 2007 kristallisierten sich 218 000 Euro heraus, tatsächlich sind es 264 000 Euro. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich bei den Versicherungskosten: 2002 noch komplett übersehen, rechnete man im Jahr 2008 der Politik 58 000 Euro vor. Jetzt addieren sich die Assekuranzen für Gebäude, Schumacher-Leihgaben und Sonderausstellungen auf 76 000 Euro. Hinzu kommen noch Versicherungspolicen für Sonderausstellungen im Osthaus-Museum. Dagegen bleiben die im Eigenbesitz der Stadt befindlichen Kunstwerke aus Konsolidierungsgründen weiterhin unversichert.

Das Papier über die Kosten des Museumsbetriebs sollte bereits Anfang des Jahres den politischen Gremien vorgelegt werden, war jedoch noch mehrfach überarbeitet worden. Zunächst steht es am Mittwoch auf der Tagesordnung des Kulturausschusses. Am 23. März will sich der Stadtentwicklungsausschuss mit dem Papier befassen, abschließend am 25. März der Rat der Stadt.

Reinhard Kolwe und Martin Weiske

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Kommentare
05.03.2010
15:45
Hagener Kunstquartier entpuppt sich als Kostenquartier
von neutraler Zaungast | #52

Daten und Fakten zum Thema Hagen zum EN-Kreis? Wenn Sie sich auf den Umgang mit Internet-Suchmaschinen verstehen, versuchen Sie es mal im Jahr 2007.

Warum das Nahmertal eine Industriebrache ist? Weil eine geplante Bahnüberführung, nach der Eingemeindung auf die lange Bank geschoben wurde. Gleichzeitig wurden Unternehmen wie Theis oder Wälzholz, billige Grundstücke in Hagen angeboten. Der Rückzug von Krupp wäre langsamer von statten gegangen, wenn die Nahmer, rechtzeitig, eine bessere Verkehrsanbindung bekommen hätte.
Was die Hoesch angeht. Das ist eine Angelegenheit des Konzerns Thyssen/Krupp, nicht Hohenlimburgs. Von einer Schliessung der Mittelbandstrasse, ist schon lange keine Rede mehr. Dafür ist diese viel zu lukrativ. Diese würde höchstens verkauft, aber nicht stillgelegt.

Eine Legende ist lediglich, dass Hagen, für Hohenlimburg zum glorreichen Retter wurde. Wie schon erwähnt. Hohenlimburg war vorher Teil des Kreises Iserlohn. Deshalb waren die finaziellen Probleme, auch eine Agelegenheit dieses Kreises. Viele Firmen, in Hohenlimburg, waren, vor 1975 auf dem absteigenden Ast, andere hingegen boomten, wie nie zuvor. Die unfähigen Politiker in Hohenlimburg, und ein gewisser Willy Weyer, haben diese Eingemeindung verschuldet, die Hohenlimburg NUR Nachteile gebracht hat. Heute erhalten die defizitären Firmen in Hohenlimburg, Hagen am Leben. Sie erwirtschaften 48% der Gewerbesteuer. Auch das lässt sich mit googlen nachprüfen.

Wer soll auch in Hagen viel Gewerbesteuer aufbringen? Wälzholz hat, durch die Wirtschaftskrise Probleme, Theis hat Insolvenz angemeldet, Brandt ist weg, Varta ist weg. Was bleibt sind Stora Enso, Douglas und ein paar kleinere Unternehmen. Viel ist das nicht, für eine Stadt dieser Grösse. Der Schuldenberg wächst und wächst. Doch anstatt dem entegen zu wirken, baut Hagen ein Kunstquartier und das Westfalenbad. Dafür wurden und werden, für den Bau und den Betrieb neue Schulden gemacht. Sie sollten also lieber über die idiotsche Politik in Ihrer Stadt aufregen, bevor Sie sich über Hohenlimburg aufregen. Das der Wunsch nach Rückgemeindung, unter diesen Unständen wieder lauter wird, ist doch wohl nur legitim.

Im fatalen Jahr 1975, wurde auch Lethmate von Iserlohn eingemeindet. Seltsamer Weise haben die Lethmater damit kein Problem. Vielleicht, weil zwischen diesen beiden Städten das Gleichgewicht, zwichen Geben und Nehmen stimmt, was man von Hagen und Hohenlimburg nicht behaupten kann. Hohenlimburg gibt, Hagen nimmt und verschwendet. Und damit ist die Diskussion für mich beendet. Schönes Wochenende!

05.03.2010
10:48
Hagener Kunstquartier entpuppt sich als Kostenquartier
von HagenerLümmel | #51

#49 Warum ist das Nahmertal denn eine Industriebrache? Warum kämpfen die Mitarbeiter von Hoesch um ihre Arbeitsplätze? Sie stehen an der Wand und suchen nach Argumenten, weil Sie wie alle Freiheitskämpfer Ihr Pulver verschossen haben. Ich wiederhole auch noch meine Frage: Wann soll der Hagener Rat die Idee mit dem EN-Kreis diskutiert haben? Bitte Daten und Fakten nehnnen.
Oder war das wieder so eine Legende wie die 780 Jahre Hohenlimburg?

04.03.2010
22:44
Hagener Kunstquartier entpuppt sich als Kostenquartier
von neutraler zaungast | #50

Für jemanden, der angeblich mitten drin steht, ist es mit Ihrem Durchblick auch nicht sehr weit her. Ich sage nur: Die (Unternehmen) auf dem früheren Hohenlimburger Stadtgebiet noch sitzenden Unternehmen sind doch defizität oder nicht mehr existent. Das spricht ja wohl für sich.

04.03.2010
22:08
Hagener Kunstquartier entpuppt sich als Kostenquartier
von HagenerLümmel | #49

#47 Die Feiern zum vermeintlichen Stadtjubiläum 1930 und 1980 waren falsch! Genau wie die Feiern zu einem angeblichen Marktrecht, das es nie für einen Ort Limburg gegeben hat. Alles Fantasie und Spekulation. Sie sollten mal das lesen, was richtige Historiker und nicht Wünschelrutengänger und Geisterseher wie Dr. W. Bleicher darüber schreiben.

Was Sie da über die Wirtschaft und Kommunalgliederung von sich geben, ist einfach völliger Unsinn. Das sind Vorstellungen eines Menschen, der nicht über den Tellerrand blicken kann. Hohenlimburg hätte keine heute Chance mehr.Wieso wird das Nahmertal denn nicht mehr bewirtschaftet, wenn die Hohenlimburger Industrie so großartig floriert? Das sind doch die gleichen Probleme wie vor 1975, damals hat in Hohenlimburg auch jeder geschlafen und die Schulden steigen lassen. Die haben es noch nicht einmal geschafft, Landesmittel zur Wirtschaftförderung abzurufen.

Die einzigen Leute, die in einer neuen Selbständigkeit etwas positives sehen, erkennen nur für sich eine Chance zum Geldmachen und Prestigegewinn - als Kommunalpolitiker oder Stadtbediensteter.

Übrigens: Wann soll der Hagener Rat die Idee mit dem EN-Kreis diskutiert haben? Bitte Daten und Fakten nehnnen.

Also, wenn man keine Ahnung hat, Finger von der Tastatur!
Ganz genau, neutraler Zaungast. Sie sind eben nur jemand, der am Zaun gästigt, nicht jemand, der den Durchblick hat.

04.03.2010
18:54
Hagener Kunstquartier entpuppt sich als Kostenquartier
von neutraler Zaungast | #48

Im Jahre 1980 gab es, bei uns ein Event, welches 750 Jahre Hohenlimburg hiess. Von da aus gerechnet, sind es 30 Jahre bis 2010. 750 + 30 = 780.

Ihrer Meinung nach, sind ja auch alle Hohenlimburger Unternehmen defizitär. Also sollten Sie sich mal genauer informieren, bevor Sie irgendeinen Blödsinn, pro Hagen verbreiten. Oder was glauben Sie, warum in Hohenlimburg, auch nach 35 Jahren, immernoch von einer feindlichen Übernahme geredet wird.
Also, wenn man keine Ahnung hat, Finger von der Tastatur!

Ausserdem würde ich das Thema Rückgemeindung gar nicht einmal so sehr ins Reich der Fantasie verbannen. Aufgrund der immensen Hagener Schuldenlage, wurde im Rat schon einmal das Thema Anschluss an den EN-Kreis diskutiert. Dort war auch von einer Abspaltung Hohenlimburgs die Rede. Und das wäre doch die Lösung. Hagen zum EN-Kreis, falls die diese Schuldenproduktionsmaschine überhaupt haben wollen. Und Hohenlimburg zum MK. Also, Stadtrat, nicht reden, handeln!

04.03.2010
09:20
Hagener Kunstquartier entpuppt sich als Kostenquartier
von HagenerLümmel | #47

Schon wieder ein Fehler! Hohenlimburg ist nicht 780 Jahre alt, wenn überhaupt, dann das Schloss und Elsey. Aber ich weiß, in Hohenlimburg dreht man sich Fakten und Tatsachen immer gerade so, wie man sie braucht. Deshalb war das Städtchen auch längst pleite, als es 1975 eingemeindet wurde. Wer es nicht glaubt, der sollte sich einmal genauer informieren.

03.03.2010
23:00
Hagener Kunstquartier entpuppt sich als Kostenquartier
von neutraler Zaungast | #46

Genau. Die Eingemeindung 1975. Das schlimmste, das Hohenlimburg, in seiner 780 jährigen Geschichte passieren konnte.

03.03.2010
21:51
Hagener Kunstquartier entpuppt sich als Kostenquartier
von HagenerLümmel | #45

Ja, dann hat sich die Eingemeindung 1975 doch gelohnt! So gibt es keinen politischen Grund, das alles wieder rückgängig zu machen. Prima!!!

03.03.2010
20:20
Hagener Kunstquartier entpuppt sich als Kostenquartier
von neutraler zaungast | #44

Nun, in Hagen ist es mit der Weitsicht auch nicht so weit her. Die leeren Kassen sprechen da eine deutliche Sprache.
Leider ist es alles Fantasie. Hohenlimburg als eingenständige Stadt, im Märkischen Kreis. Erwirtschaftete Gewerbesteuer ausschliesslich für unsere eigenen Belange. Paradiesische Zustände!!

Noch eine Anmerkung zur Bilstein-Gruppe. Die haben zusätzlich zu den Firmen in Hohenlimburg, noch Tochter-Unternehmen in Italien, England und Tschechien. Ausserdem noch eine Unternehmensbeteiligung in Brasilien. Ein echter Global-Player also. Davon profitiert, u.a., die Hoesch-Mittelbandstrasse, die sich ebenfalls in Hohenlimburg befindet. Oder auch Oorosol, als Lieferant für Öle und andere Betriebsstoffe.
Also, es sind keine Legenden, dass Hohenlimburg, Hagen am Leben erhält.

03.03.2010
19:47
Hagener Kunstquartier entpuppt sich als Kostenquartier
von HagenerLümmel | #43

Gut, dann soll Hohenlimburg wieder selbständig werden. Wir schauen mal, wie weit das Städtchen kommt. Ich fürchte, nciht sehr weit, denn Sie haben ganz wichtige Details in Ihrer Freiheitseuphorie vergessen. Aber sei es drum - das ist alles Fantasie. Viele Hohenlimburger sind ja dafür bekannt, dass sie über die Berge ihres Tales nicht hinausblicken können.

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