Hagener ignorieren das Krisengerede
16.07.2009 | 17:26 Uhr 2009-07-16T17:26:00+0200Der Finanzminister klagt, der Stadtkämmerer klagt, Politiker und Manager klagen. Nur einer mag in das Klagelied nicht einstimmen. „Von Krise kann in Hagen nicht wirklich die Rede sein”, betont Finanzamtschef Wilhelm Brandt.
Und für seine Auffassung hat er einen guten Grund. Nachdem schon im Vorjahr das Hagener Finanzamt mit dem erstmaligen Überschreiten der Milliarden-Euro-Grenze eine Rekordsumme verbuchen konnte, zahlen die Steuerbürger an Volme und Lenne auch in diesem Jahr ordentlich in die Finanzamtskasse ein. So ordentlich, dass gegenüber den Einnahmen in den ersten sechs Monaten des Vorjahres erneut ein Plus verbucht werden konnte. Kamen von Januar bis Juni 2008 gut 512 Millionen Euro herein, waren es im Vergleichszeitraum dieses Jahres nahezu 520 Millionen Euro.
Unterschiedliche Entwicklungen bei den verschiedenen Steuerarten weisen indes darauf hin, dass die Banken- und Finanzkrise durchaus auch an Hagen nicht spurlos vorbei geht. „Aber vor Ort gibt es keine generelle Wirtschaftskrise, auch wenn einzelne Branchen wie beispielsweise unsere Autozulieferer derzeit erhebliche Probleme haben”, erläutert der Behördenchef. Ein Indiz dafür ist der erhebliche Zuwachs bei der Umsatzsteuer: 13,64 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 236,5 Mio Euro aus dieser Steuerart eingenommen. Wilhelm Brandt: „Daraus lässt sich ganz klar schließen: Die Hagener lassen sich vom Krisengerede nicht einschüchtern, der Konsum funktioniert weiter auf hohem Niveau”.
Auch die rückläufigen Einnahmen bei der Lohnsteuer (minus 4,36 Prozent) bringt der Behördenleiter nicht ausschließlich mit Arbeitsmarktproblemen in Verbindung. Daran beteiligt seien auch steuerliche Entlastungen für die Arbeitnehmer seit dem 1. Januar, beispielsweise durch die Erhöhung des Grundfreibetrages und Absenkung des Eingangs-Steuersatzes. Auch der Rückgang bei der Körperschaftssteuer von 31,5 auf 17,9 Millionen Euro sei die Folge einer Steuerreform.
Im Bereich der Einkommenssteuer beträgt der Zuwachs 12,7 Prozent, die Einnahmen stiegen von 35,1 auf 39,5 Millionen Euro. Der Zuwachs, so Amtsleiter Wilhelm Brandt, gehe im Wesentlichen auf die Gewinnsituation im Vorjahr zurück. Die Vorauszahlungen in diesem Jahr fielen allerdings deutlich niedriger aus.
10:13
Zitat: Wilhelm Brandt: „Daraus lässt sich ganz klar schließen: Die Hagener lassen sich vom Krisengerede nicht einschüchtern, der Konsum funktioniert weiter auf hohem Niveau”.
Ah ja - könnte aber auch sein, dass die Preise gestiegen sind und sich der Konsument dem gar nicht entziehen kann, weil es sich möglicherweise um lebensnotwendige Güter handelt.
Das ist dann so wie mit den Arbeitslosenzahlen, die ja auch jeden Monat sinken - die können auch bedeuten, das die Menschen Arbeit haben oder dass sie halt nur mal schnell innerhalb der großen Statistik umgebucht wurden um einen positiven Eindruck zu erzeugen.
Es lebe die staatlich verordnete Volksverdummung!
14:59
Da kann Hagen endlich einmal auf etwas stolz sein. Welche Stadt hat schon einen Komiker als Chef des Finanzamtes ??bWirtschaftskrise gibt es in Hagen nicht. Das die gesamte Wehringhauser Strasse mit Leerstand gepflaster ist, hat dem Komiker keiner gezeigt. Wahrscheinlich wohnt er garnicht in Hagen, zu schmuddelig
11:56
Na ja, schöner Artikel zum Sommerloch. Mut machen, damit der Verblödungsgrad erhalten bleibt. Allein die Steuererhöhungen in unterschiedlichen Bereichen haben den Bürger soweit finanziell ausbluten lassen, dass die Fahnenstange erreicht sein sollte. Aber nächstes Jahr kommt ja mit Sicherheit die moderate Erhöhung der Grundstücksteuer, der Sozialbeiträge, der MWSt (Staatsschulden sind zu tilgen !), mehr Strom-/Abfall-/Wassergebühren usw. Jaja, mit Zahlen lässt sich wunderbar manipulieren. Nur was hat ein H. Brandt für seine zukunftsweisenden Aussagen erhalten. Verdienstkreuz, Gehaltserhöhung oder einen neuen Teppich ?
08:26
Da sagt man immer, der Westfale sei ernst und stur. Doch jetzt wissen wir es besser: Der Hagener lacht sich tot über Mehrwertsteuererhöhung, gestiegene Energiekosten und Finanzkrise. Ein lustiges Völkchen? Oder hält der oberste Finanzbeamte sich nur an seine Dienstanweisung?
Positive Stimmung verbreiten. In Berlin ist man schon einen Schritt weiter: Hier werden schon die Statistiken gefä........., oder sagen wir es auch positiv: geschööööönt.
Nach dem Wahltag kommt der Zahltag.
21:35
Die Konsumkrise hat schon 2003 bis 2005 stattgefunden. Viele alteingesessene Hagener Geschäfte mussten das Handtuch werfen. Die Spuren, die diese Konsumkrise hinterlassen hat, sind noch überall im Stadtbild, in Form leerstehender Ladenlokale, zu erkennen. Also, mal die Augen aufmachen1