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Hagener Grünen kritisieren Strompreiserhöhung

04.01.2011 | 12:52 Uhr
Hagener Grünen kritisieren Strompreiserhöhung

Hagen.Mit massiver Kritik reagieren die Hagener Grünen auf die Strompreiserhöhung der Mark-E zum Jahreswechsel. Sie beklagen ein Kaschieren des unternehmerischen Gewinnstrebens auf Kosten der Verbraucher.

Mit massiver Kritik reagieren die Hagener Grünen auf die Strompreiserhöhung der Mark-E zum Jahreswechsel.„Da werden zum wiederholten Male die regenerativen Energien vorgeschoben, um die Ausschüttung an die Anteilseigner zu Erhöhen und auf diese Weise den städtischen Haushalt zu sanieren“, so Ratsmitglied Rainer Preuß, zugleich energiepolitischer Sprecher der Grünen. „Das Gewinnstreben des Unternehmens wird kaschiert. Es wird völlig verschwiegen, dass der Ausbau regenerativer Energien zu einer erheblichen Preissenkung an den Strommärkten geführt hat. Ein Effekt, von dem die normalen Kunden in keiner Weise profitieren.“

Im Gegenteil - finden die Grünen: Im Jahr 2003 seien brutto 14,8 Cent für eine Kilowattstunde Strom fällig gewesen. Ab dem 1. Januar 2011 seien es 23,51 Cent (Tarif Komfort). „Jede Preissteigerung in den letzten Jahren ist mit der Ökosteuer und den Kosten für erneuerbare Energien gerechtfertigt worden“, so Preuß, „in Wirklichkeit ist aber die sogenannte EEG-Abgabe für die Regenerativen im angesprochenen Zeitraum nur mit 3,7 Cent zu Buche geschlagen. Somit bleibt ein Delta von rund 5 Cent.“

Zur Daseinsvorsorge verpflichtet

Rainer Preuß, Ratsmitglied Bündnis 90 / Die Grünen. Foto: Theo Schmettkamp

In erster Linie, so die Grünen, sei ein regionales Unternehmen wie die Mark-E der Daseinsvorsorge verpflichtet und als lokaler Arbeitgeber gefordert. „Und nicht“, so Preuß, „um das marode Stadtsäckel zu sanieren.“ Um 6,5 Millionen Euro, so hatte es der Rat in seiner letzten Sitzung beschlossen, soll die Ausschüttung an die Stadt Hagen, die 42,66 Prozent an der Enervie-Gruppe (zu der auch Mark-E gehört) hält, erhöht werden. In Summe muss die Dividende an alle Anteilseigner damit auf rund 15,5 Millionen Euro wachsen.

Aus Sicht der Mark-E ist die Kritik, die die Grünen vorbringen, naturgemäß nicht fair. „In einer Studie, die die Bundes-Grünen in Auftrag gegeben haben, ist die Rede davon, dass die Preise seit 2008 an den Märkten gesunken seien“, so Sprecher Uwe Reuter, „allerdings wird lediglich der Grundpreis betrachtet und der Preis, für den wir zu Spitzenlastzeiten zukaufen müssen, außer acht gelassen. Hinzu kommt, dass wir Strom über einen Zeitraum von drei Jahren einkaufen.“

Massives Investieren in regenerativen Strom

Das Unternehmen selbst sei dabei, massiv in die Gewinnung von regenerativem Strom zu investieren. „Und das wird zu Recht erwartet“, so Reuter, „die Politik hat vorgesehen, dass die Kosten dafür umgelegt werden. Wir sind nicht im Stande, diese Beträge in unserer Kalkulation zu verdrücken. Das handhaben viele Versorger ähnlich.“

Reuter verweist darauf, dass man sich seit 1998 im Wettbewerb befinde und das seither die Abgaben um 131 Prozent gestiegen seien, der reine Energieanteil am Preis aber lediglich um 7,8 Prozent.

Anteilseigner würden zu Recht eine Rendite erwarten. Das sei aber nicht Maßgabe der Preispolitik. „Wenn nun die Rede davon ist, wir würden die Preise erhöhen, um mehr ausschütten zu können, ist das zu kurz gegriffen“, so Reuter, „wir generieren Gewinne in vielen Bereichen. Eine Vielzahl von Faktoren spielt eine Rolle.“

Jens Stubbe

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Kommentare
25.01.2011
23:13
Hagener Grünen kritisieren Strompreiserhöhung
von jburton | #13

Seit nunmehr elf Jahren erhöhen die Stromanbieter jährlich ihre Strompreise, hört das auch mal auf?
Hier selber lesen:
http://www.biallo.de/finanzen/Energie/strom-preisspirale-dreht-hoch.php

05.01.2011
10:05
Hagener Grünen kritisieren Strompreiserhöhung
von Stromverbraucher | #12

Warum sollte die Mark-E nicht die Strompreise nehmen, die sie am Markt erzielen kann? Wem die Preise zu hoch sind, der kann ja wechseln. Übrigens ist die Stadt als Anteilseigner nicht in der finanziellen Situation den Strompreis für die Bürger subventionieren zu können. Und RWE hat wohl auch kaum ein Interesse daran.

05.01.2011
06:58
Hagener Grünen kritisieren Strompreiserhöhung
von leiming | #11

Mark-E verkauft in Herdecke auch Fernwärme. Der durchschnittliche Arbeitspreis ist mit 0,1093 Euro pro kWh der wahrscheinlich höchste in Deutschland, er liegt 41% höher als der von 20 anderen Anbietern deutschlandweit. So viel zu den Preisen der Mark-E.

05.01.2011
05:18
Hagener Grünen kritisieren Strompreiserhöhung
von Andreas Röttenbacher | #10

Wie können die 5? grössten Versorger in Deutschland im Jahr 30 Milliarden einnehmen?und jährlich steigend?Weil wir alle gnadenlos abgezockt werden.Da werden Kraftwerke zu bestimmten Zeiten runtergefahren?Nur um am Strommarkt/Börse die Preise zu regulieren?Frechheit.Die Stromunternehmen müssen verstaatlicht werden.Es kann und darf nicht sein ,das auch die Firmen mit Strompreis belastet werden,dadurch Herstellung von Gütern sich verteuern und wir zum 2ten Mal belastet werden.
Man muss sich das mal vorstellen,da wurden in der Vergangenheit mit normalen Aktien Geld verdient.Dann kam der Rohstoffmarkt dazu.Gemeint sind Rohstoffe zur Nahrungsmittelherstellung.Und dann der Öl-Gas Energiesektor.und dann noch ne Strombörse?
Ja das ist ja der schöne freie Markt und die vielgepriesene Marktwirtschaft.Vieleicht kommt ja noch das Trinkwasser demnächst dazu?Danke an die Kapitalisten und ihre Regierungen.

04.01.2011
22:33
Hagener Grünen kritisieren Strompreiserhöhung
von S.Sauer | #9

Wer glaubt, das wir durch Strom einsparen Geld sparen werden, der glaubt auch an den Weihnachtsmann. Die Stromanbieter brauchen das Geld um die Mitarbeiter zu bezahlen.

04.01.2011
22:23
Hagener Grünen kritisieren Strompreiserhöhung
von Antigrün | #8

#3 wer Kunden damit lockt, Preise unter DB anzubieten....das machen viele Billiganbieter und finazieren dies druch weitere Neukundengewinne mit Kautionszahlung oder Vorkasse (bestes Beispiel Teldafax, die auch weiterhin verbotene Haustürverträge machen da kann mman gar nicht oft genug vor warnen)

Und die Grünen bestätigen mal wieder, wie unfähig sie politisch sind und welche Doppelmoral sie pflegen: Die Grünen sind es doch, die den Ökostrom wollen (zu sehr teuren Erzeugungskosten) und dies durch die EEG-Umlage auch von Verbrauchern subventionieren lassen, die den Ökostrom gar nicht haben wollen. Die Grünen sind eine einizge Ökoprotestpartei, die keine Ahnung haben von dem was sie tun. Wo sind denn die Grünen jetzt bei der Änderung der Atomstrompolitik???

Dachte die würden mal klagen- mal eben medienwirksam vorn Atomendlager stellen kann jeder - passieren tut da nichts. P.S. auch durch das Ende von Atomstrom wird der Strompreis teurer (Endlagerkosten sind da ja nich mit drin).

Die EEG-Umlage steigt und das die Strompreise an der Börse nicht mehr den niedrigen Stand von 2003 haben kann sich gerne jeder auf der Seite der EEX verinnerlichen (auch mal auf Peakpreise achten (dort brauch man hohe Mengen) nicht nur Base. Aber naja hauptsache die Grünen haben wieder ihre Schlagzeile von derwesten schön mitgetragen, wie dies auch in anderen Städten üblich ist.
...Grün und Inkompetenz scheint bezogen auf die Partei ein Synonym zu sein. Der Artikel ist für die Tonne und nicht mal die gelbe Tonne wert.

04.01.2011
20:53
Hagener Grünen kritisieren Strompreiserhöhung
von Meinemal | #7

Wenn sogar H. Kurth von der Bundesnetzagentur die Strompreiserhöhung als Abzocke und damit ungerechtfertigt erklärt, ist die diesjährige Strompreiserhöhung eine Frechheit. Und das der Strombeschaffungspreis an der Leipziger Strombörse um 40 % gesunken, wurde von den Stromversorger als Gelddruckmaschine genutzt. Grünhagen, der seinen Posten auch nur einem Parteiengemauschel Hagener Politgrößen verdankt, lässt im vorauseilenden Gehorsam die Stromkunden finanziell ausbluten, damit die Zwangsrendite der Stadt Hagen in gewollter Höhe erfüllt wird. Na ja, wenn man im Aufsichtsrat der mark-E herumlümmelt, ist unseren Politdeppen das Gemeinwohl und die Daseinsfürsorge ehe schnuppe. Dem Deputatstrom sei Dank !

04.01.2011
20:03
Hagener Grünen kritisieren Strompreiserhöhung
von Der_Stromer | #6

@ von Rechnen-Und-Wechseln (#3 #5)

Tja, wenn man nur das eigene Wohl im Fokus hat (...Da bekomme ich wenigstens eine Spendenquittung...) kann man nicht sachlich diskutieren.
Mark-E hat sich mir gegenüber immer als fairer Partner erwiesen.
Ich kann nicht klagen !!!

04.01.2011
19:56
Hagener Grünen kritisieren Strompreiserhöhung
von Rechnen-Und-Wechseln | #5

#4 Die sanieren in der Tat nicht das Hagener Finanzloch. Und das wäre auch das letzte, was ich zu machen bereit bin, wenn ich mir ein Schnitzel brate. Und wenn ich eine Einrichtung unterstützen will, dann mache ich das auf eigene Kappe. Da bekomme ich wenigstens eine Spendenquittung und keine nicht absetzbare Jahresrechnung.

04.01.2011
19:51
Hagener Grünen kritisieren Strompreiserhöhung
von Der_Stromer | #4

Sind dies die Anbieter, die nur Kunden mit 1000% sicherer Schufa nehmen?
Sind dies die Anbieter, die nicht unsere lokalen Vereine und Schulen unterstützen?
Sind dies die Anbieter, die nicht unsere Senioren in den lokalen Einrichtungen unterstützen?
Sind dies die Anbieter, die doch tatsächlich für einen Monat eine Preisgarantie geben?

...dann nehme ich doch besser die Mark-E mit dem Kundenservice gleich um die Ecke und den übers Jahr gesehen stabilen Strompreisen !
... und unterstütze damit noch die lokale Wirtschaft, damit wir alle hier in der Region was davon haben !

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