Hagener Forstbesitzer drohen mit Wald-Sperre für Öffentlichkeit

Müll  -  hier alte Reifen - sind in Hagener Wäldern leider keine Seltenheit.
Müll - hier alte Reifen - sind in Hagener Wäldern leider keine Seltenheit.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Hagener Waldbesitzer drohen damit, ihre Wälder für die Allgemeinheit zu sperren. Grund dafür ist eine Ankündigung der Stadt, illegale Müllkippen im Wald nicht mehr zu verfolgen. Für Wanderer und Naturliebhaber wäre die Sperre ein empfindlicher Schlag.

Hagen.. Jetzt schlagen die Waldbesitzer zurück: Dr. Fritz Killing, Chef der Forstbetriebsgemeinschaft Volmetal, und Hans de Myn, Chef der gleichen Vereinigung im Ruhrtal, drohen mit einem Zutrittsverbot des Waldes für die Allgemeinheit, falls das Umweltamt wilde Müllkippen und illegal im Wald entsorgten Abfall tatsächlich nicht mehr beseitige: „Wir behalten uns die komplette Sperrung unserer Wälder vor“, so Killing und de Myn unisono. „Sollte der durch Umweltferkel verursachte Müll nicht mehr von der Kommune entsorgt werden, machen wir den Wald dicht.“

Empfindlicher Schlag für Wanderer

Das freie Betretungsrecht des Waldes, argumentieren die beiden FBG-Vorsitzenden, die natürlich auch selbst Waldbesitzer sind, sei untrennbar mit der Müllentsorgung verbunden. Dies sei sogar gesetzlich vorgesehen, berichtet de Myn: „Gemäß Landesforstgesetz ist die Kommune verpflichtet, illegal deponierten Müll an einer öffentlich zugänglichen Stelle zu entsorgen, nachdem der Landesbetrieb Wald und Holz als übergeordnete Behörde diesen aus dem Wald entfernt hat.“

Er verwies darauf, dass 6000 der insgesamt 8000 Hektar Forstfläche auf Hagener Gebiet in privater Hand seien. Wenn diese Bereiche gesperrt würden, wäre dies ein empfindlicher Schlag für Wanderer, Mountainbiker und Naturliebhaber.

Mitarbeiter können nicht mehr

Bekanntlich hatte Christian Schmidt, Umweltdezernent der Stadt Hagen, in der vergangenen Woche angekündigt, dass das Umweltamt Meldungen über illegale Müllkippen nicht mehr verfolgen, sondern lediglich abstempeln und abheften werde. Als Grund hatte Schmidt massive Personalprobleme angeführt: „Ich habe einen regelrechten Hilferuf aus den Reihen der Mitarbeiter erhalten. Sie können nicht mehr. Ich habe einfach nicht mehr genügend Leute.“

Die starke Belastung der Beamten habe schon zu Burn-Out-Syndromen geführt. Zwar ruderten Schmidt und Oberbürgermeister Dehm inzwischen zurück und erklärten, Müllsünder würden doch verfolgt, doch diese Mitteilung wirkte in der Öffentlichkeit halbherzig.

Ganze Wohnungseinrichtungen

Die Waldbesitzer wollen sich jedenfalls nicht länger hinhalten lassen und fordern ein energisches Vorgehen gegen den um sich greifenden Müll-Vandalismus: „Inzwischen finden wir Fernseher, verrostete Autoteile, ja ganze Wohnungseinrichtungen in unseren Wäldern“, so de Myn, der vorschlägt, dass die Stadt eine kostenlose Sperrmüllabfuhr einrichtet: „Man kann sich nicht gegen jede Art von Missbrauch schützen, aber das wäre eine gute Lösung.“ Lege die Stadt jedoch die Hände in den Schoß, würden die Forstbesitzer reagieren: „Dann sperren wir den Wald.“