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Hagener Enervie-Vorstand trotz höherer Gehälter unzufrieden

30.09.2012 | 21:00 Uhr
Hagener Enervie-Vorstand trotz höherer Gehälter unzufrieden
Die Enervie-Aufsichtsräte konnten in den Verhandlungen mit Jörg Dehm ihre Vorstellungen nicht durchsetzen.Foto: Kleinrensing

Hagen.  Das Vorstandstrio der Hagener Enervie-Gruppe bekommt ein höheres Jahresgehalt. Der Aufsichtsrat bewilligte höhere Bezüge, blieb damit aber dennoch hinter den Gehaltsforderungen zurück. Die Arbeitnehmervertreter des Rates zeigen sich mit dem Ergebnis zufrieden.

Der Aufsichtsrat der Enervie-Gruppe hat seinem Vorstandstrio höhere Bezüge bewilligt. Demnach steigt das Jahresgehalt für Vorstandssprecher Ivo Grünhagen stufenweise bis 2015 von aktuell 300.000 auf 368.000 Euro (+ 22,7 Prozent) sowie für den Technischen Vorstand Erik Höhne und den Vertriebsvorstand Wolfgang Struwe von 270.000 auf 320.000 Euro (+18,5 Prozent). Jeweils ein Drittel dieser Einkünfte ist vom wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens abhängig. Damit konnten sich die drei Spitzenmänner des heimischen Energieversorgers mit ihren deutlich höheren Gehaltsforderungen nicht durchsetzen.

Marktniveau nicht erreicht

Hoch gepokert und nicht viel dazu gewonnen, könnte man das Gehaltsgezerre der vergangenen Wochen zusammenfassen. Bereits vor vier Wochen war das Thema hochgekocht, nachdem Grünhagen, Struwe und Höhne in einem gemeinsamen Brand-Brief an die Aufsichtsräte deutlich gemacht hatten, dass sie mit den bislang ausverhandelten Vertragsdotierungen alles andere als zufrieden seien.

Dabei verwiesen die drei Vorstände nicht nur auf die unternehmerischen Erfolge in den vergangenen Jahren, sondern machten vor allem geltend, dass ihre Vergütungen längst nicht mehr dem üblichen Marktlevel entsprächen und sogar unter dem Niveau lägen, das die Mark-E bereits 2001 an die damals aktiven Köpfe zu zahlen pflegte.

Jahresgehälter von 450.000 Euro als angemessen bewertet

Zur Unterstreichung dieser These verwies das Vorstandstrio auf entsprechende Studien der Unternehmensberatungen Kienbaum und Pricewaterhouse-Coopers, die eine Schieflage im Vergleich zu anderen Energiekonzernen belegten. Die Expertisen werteten stattdessen Jahresgehälter von bis zu 450.000 Euro als durchaus angemessen.

Die vorgelegte Vertragsdotierung würde diese Schere zur marktüblichen Bezahlung noch weiter auseinanderklaffen lassen, folgerten Grünhagen, Struwe und Höhne. „Die zukünftigen Erhöhungen werden noch nicht einmal zum Ausgleich der Inflation ausreichen“, formulierten sie im August ihre Enttäuschung. Ein Dissens, der letztlich dazu führte, dass der Aufsichtsrat seinen Vorsitzenden, Hagens Oberbürgermeister Jörg Dehm , aufforderte, in Nachverhandlungen einen Konsens herzustellen.

Ruhegeldfähiger Anteil reduziert

Herausgekommen ist jetzt ein Ergebnis, das bei Weitem nicht den Vorstellungen der Vorstände, aber einem Vorschlag der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat entspricht. Diese hatten angeregt, eine gewisse Abstufung zwischen Vorstandssprecher Grünhagen und seinen beiden Kollegen entstehen zu lassen und den ruhegeldfähigen Anteil der Bezüge von 100 auf 90 Prozent hinabzuschrauben. Dies ist inzwischen auch auf den übrigen Gehaltsebenen der Enervie-Gruppe gängige Praxis, um den Altersversorgungsdruck ein wenig abzumildern.

Eine aktuelle Stellungnahme zu der jetzt geschlossenen Vergütungsvereinbarung lehnte Vorstandssprecher Ivo Grünhagen gegenüber dieser Zeitung ausdrücklich ab.

Von Martin Weiske


Kommentare
02.10.2012
22:06
Hagener Enervie-Vorstand trotz höherer Gehälter unzufrieden
von oxofrmbl | #14

Die drei Vorstände führten als Hauptbegründung für ihre Gehaltsforderungen an, dass sie eine langfristige Unternehmensstrategie für Enervie entwickelt hätten. Aber wofür werden sie denn sonst bezahlt, als genau dieses zu tun??? Das Tagesgeschäft beherrschen wahrscheinlich alle restlichen Angestellten des Unternehmens besser als der Vorstand. Ich wüsste ja mal gerne, was Herr Grünhagen sagen würde, wenn ein Angestellter bei ihm vorstellig wird und 20% Gehaltserhöhung mit der Begründung fordert, dass er einfach nur das getan hat, wofür er eingestellt wurde.

02.10.2012
12:50
Hagener Enervie-Vorstand trotz höherer Gehälter unzufrieden
von Knut10 | #13

Wenn sie das Angebot nicht axeptieren,dann sollen sie gehen.Es gibt andere die unter ihnen stehen,die liebend gerne das angebot annehmen. Und sie sind sowieso überbezahlt.

02.10.2012
09:48
Hagener Enervie-Vorstand trotz höherer Gehälter unzufrieden
von Joe1979 | #12

Mit einer großen Portion Amusement lese ich den Beitrag und die Kommentare.

Ich denke, die Situation in der sich die Herren befinden hat schon jeder Arbeitnehmer einmal erlebt. Man verdient im Vergleich mit anderen Personen in ähnlichen Positionen erheblich weniger Geld und möchte sich diesem Niveau angleichen. Der Arbeitgeber sieht dies regelmäßig ganz anders und bietet einem nicht so viel Geld, wie man gerne hätte.

Jetzt bleiben einem zwei Alternativen, entweder akzeptiert man das Angebot oder man sieht sich nach einem anderen Job um. Diese Entscheidung werden die Herren jetzt auch für sich persönlich treffen müssen.

Diese an sich alltägliche Geschichte nimmt hier natürlich an Fahrt auf, weil es sich nicht um Stellen mit 40.000 Euro-Dotierung handelt, sondern um Stellen mit einer fast 10fachen Vergütung.

1 Antwort
Hagener Enervie-Vorstand trotz höherer Gehälter unzufrieden
von Joe1979 | #12-1

Noch ein paar Anmerkungen:

Die hier genannten Vergütungsreporte werden nicht auf Veranlassung des Enervie-Vorstandes erstellt, sondern werden für viele Branchen von Beratungsfirmen autark erstellt und angeboten. Von einem "Wessen Brot ich fress, desen Lied ich sing" kann daher nicht gesprochen werden.

Für die Damen und Herren, die sich jetzt wünschen, dass Herr Grünhagen, Herr Struwe und Herr Höhne abwanderten:

Dann wird man Ersatz benötigen. Hierfür wird man bei einer solch verantwortungsvollen Position nicht mit einer Stellenanzeige werben, sondern ein Personalberatungsunternehmen beauftragen und hier geht das Honorar schnell auch in einen sechsstelligen Bereich. Zudem werden sich auch Bewerber an dem Branchentarif orierentieren. Dies macht eine Senkung des Gehaltsniveaus auf Vorstandsebene nicht wahrscheinlich, sondern führt eher zu einer Steigerung über das bisherige Niveau.

Und ja, auch wenn es sich hier einige nicht vorstellen können: Es handelt sich nicht um normale AN!

01.10.2012
20:22
Hagener Enervie-Vorstand trotz höherer Gehälter unzufrieden
von Honesty | #11

Vielen Dank an den Aufsichtsrat für diese auch taktisch gute Entscheidung. Jetzt wird deutlich werden, wie gut es um die Klasse der drei Manager wirklich bestellt ist. Denn wenn sich andernorts wirklich 450.000 Euro verdienen ließen, müssen die drei Vorstände Konsequenzen ziehen, um nicht ihr Gesicht zu verlieren.

Bleiben sie jedoch, so könnte man vermuten, dass die Gier zwar groß aber die Courage doch eher begrenzt und unangemessen für eine derartige Position ist.

Was man überdies in der ganzen Diskussion vermisst, ist eine Stellungnahme von Herr Krippner, der sich ja sonst gern als moralische Instanz zu Wort meldet.

Aber hier gilt wohl ebenso wie für die Ergebnisse von Kienbaum und PWC: "Wessen Brot ich esse, dessen Lied ich singe!"

01.10.2012
18:54
Hagener Enervie-Vorstand trotz höherer Gehälter unzufrieden
von spatzenfreund | #10

es war mir schon immer ein rätsel, wie man als enervievorstand mit rund 500 euro netto pro tag über die runden kommen kann. und das mit einem verantwortungsvollen job bei einem monopolisten. eigentlich unmöglich. für wie blöd haltet ihr uns eigentlich? wenn es euch für 300.000 euro hier nicht gefällt - dann geht doch! tschüs!

01.10.2012
16:59
Hagener Enervie-Vorstand trotz höherer Gehälter unzufrieden
von BoelerKommentator | #9

Alle die sich hier über die Gehaltsforderungen der 3 Herren echauffieren sollten mal darüber nachdenken, dass die 3 bisher ziemlich ordentliche und gute Arbeit abgeliefert haben.

Dementsprechend gilt es diese - marktüblich - zu vergüten. Andernfalls ist es ihnen nicht übel zu nehmen, wenn sie Enervie verlassen. Worin betriebswirtschaftlich der Sinn besteht gute Führungskräfte ziehen zu lassen soll dann aber jeder für sich selbst ergründen.

Also vielleicht einfach mal die rote Brille abnehmen und sich mal in die Lage der Herren versetzen.

.

2 Antworten
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #9-1

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Hagener Enervie-Vorstand trotz höherer Gehälter unzufrieden
von Plem | #9-2

Ok, gelöscht. Dann versuche ich es weniger wütend und weniger ausführlich.

Das egoistische Anspruchsdenken, das Sie hier in Zeiten, in denen auf Kosten der breiten Bevölkerung an allen Ecken und Enden gespart wird, an den Tag legen, ist einfach nur noch dreist zu nennen.

01.10.2012
15:58
Hagener Enervie-Vorstand trotz höherer Gehälter unzufrieden
von Herby52 | #8

Was würden die Herren denn wohl sagen, wenn der "gewöhliche" Arbeitnehmer rd. 20% mehr Gehalt fordern?
Wer hat den die Unternehmensberatungen Kienbaum beauftragt und bezahlt?

01.10.2012
15:53
Hagener Enervie-Vorstand trotz höherer Gehälter unzufrieden
von Plem | #7

Dazu passt auch diese kurze dapd-Meldung vom 30.09.2012:

"Diese Scheinprivatisierungen werden nur gemacht, um Kosten, die im Haushalt stören, zu verschleiern und um gleichzeitig bestimmte Leute auszugliedern, damit die endlich mal gut verdienen."

Beamte rügen Privatisierung von Stadtfirmen
http://www.derwesten.de/politik/beamte-ruegen-privatisierung-von-stadtfirmen-id7148424.html

Das ist der "Konzern" Stadt, von dem OB Dehm immer so gerne redet. Ein völlig undurchschaubares Konglomerat von halb-städtischen und halb-privaten Unternehmen, zwischen denen Gelder hin und her geschoben werden, bis keiner mehr weiß, wo sie sind, weil sie sich irgendwer genommen hat.

Ich wiederhole es nochmal: wenn die drei Herren höhere Gehälter haben wollen, sollen sie diese in der freien Wirtschaft suchen und nicht in einem Versorgungsbetrieb einer Nothaushalt-geplagten Stadt.

01.10.2012
13:24
Wem sein Gehalt nicht passt.....
von Nameless | #6

.....der soll eben sein Unternehmen VERLASSEN!!! Wobei verdient hätten die Herren sich das. Zwar mussten sie dafür einige Stellen streichen, aber was solls?!
Und zu den über 20% braucht man als Otto- Normal- Verdiener jawohl nichts sagen. Wahrscheinlich müssen die armen Herren im Gegenzug den Sprit für ihren Audi A8 (Dienstwagen!!!) bezahlen.

01.10.2012
10:12
Geringere Gehaltszuschläge als die Vorstände erhofften
von Meinemal | #5

Na, dann ist ja klar, dass die nächste Strompreiserhöhung kommt. Diese "elitäre" und abgeschottete Bande aus Politikern und "kompetenten" Managern mit Parteibuch kennt keine Chuzpe, um sich zu bereichern und alles noch als legal zu erklären. Nur wem gehört mehrheitlich enervie? Nun, dem Bürger. Und wurde der gefragt, aufgrund welcher Befähigung und Leistung dieser Gehaltssprung genehmigungsfähig ist? Keine Transparenz, kein Mitspracherecht, aber bezahlen mit höheren Gebühren. Kotz!

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