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Hagener CDU findet keinen Kandidaten für die Bundestagswahl

18.01.2013 | 20:00 Uhr
Hagener CDU findet keinen Kandidaten für die Bundestagswahl
Will für die CDU Hagen antreten: Cemile Giousouf (34) aus Aachen.Foto: Archiv

Hagen.   Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen: Aber die einzige CDU-Kandidatin, die derzeit in der Tombola um die Kandidatur für die Bundestagswahl 2013 verblieben ist, kommt nicht aus Hagen. Ein Umstand, der in der Union für Rumoren sorgt.

Hinter den Kulissen der Christlich Demokratischen Union Hagen brodelt es: Denn offenbar will es einer Findungskommission nicht gelingen, einen geeigneten Kandidaten aus Hagen für die Bundestagswahl 2013 zu präsentieren. Favoritin ist nach Informationen unserer Zeitung eine Kandidatin aus Aachen, die sich am Donnerstag dem Gremium vorstellte: Cemile Giousouf, 34 Jahre alt, Muslimin mit türkischen Wurzeln, soll für den Kreisverband gegen René Röspel (SPD) antreten.

Schwieriges Unterfangen

Im Grunde genommen seit Jahren ein Unterfangen mit geringen Erfolgsaussichten. Denn das Direktmandat, das unmittelbar ins Parlament führt, holt in der Volmestadt traditionell ein Sozialdemokrat. Die Fachfrau in Sachen Integration , die stellvertretende Vorsitzende des deutsch-türkischen Forums der CDU ist und dort den Arbeitskreis Religionen leitet, soll mit einem formidablen Listenplatz ausgestattet werden.

Was durchaus seinen Reiz hat. Denn nach Berlin hat die Hagener Union noch nie einen Abgeordneten geschickt. Gerhard Reddemann (1969 bis 1990 Mitglied des Bundestages) arbeitete noch in Bonn. Gleiches gilt für Luise Rehling, die dem Parlament von 1949 bis 1964 angehörte.

Empfehlung des Landesvorsitzenden Armin Laschet

 Wärmstens empfohlen hatte die Kandidatin Giousouf der CDU Hagen niemand anderer als der neue Landesvorsitzende Armin Laschet . Der war im Kabinett Rüttgers (2005 bis 2010) einst Integrationsminister in Nordrhein-Westfalen und hatte Giousouf als Referentin in sein Haus berufen. Abgesehen davon, dass die Beisitzerin im Vorstand der Frauenunion Aachen dem gleichen Kreisverband angehört wie der Landeschef.

Armin Laschet, Landesvorsitzender der CDU, hat dem Kreisverband Hagen Cemile Giousouf empfohlen.Foto: Archiv

Politisch aber ist die studierte Politologin mit Magisterabschluss bislang kaum aufgefallen. Sie ist Mitglied der Bezirksvertretung Mitte in Aachen, sitzt als sachkundige Bürgerin im Sozialausschuss und scheiterte bei der Kommunalwahl in der CDU-regierten Stadt, als sie sich um ein Ratsmandat bewarb. Die Kernthemen, mit denen sie sich beschäftigt, sind neben Migration und Integration Familie und Soziales.

„Eine Entscheidung will gut überlegt sein“

Christoph Purps , Kreisvorsitzender und gleichzeitig Mitglied der Findungskommission, will die zugesagte Verschwiegenheit nicht brechen und den aktuellen Stand nicht kommentieren. Nur so viel: „Wir wollen die Stadt auf Bundesebene gut vertreten wissen. Eine Entscheidung will gut überlegt sein. Der Prozess ist im Gange, aber noch nicht abgeschlossen.“

Während sich die Findungskommission also ein Schweigegelübde auferlegt hat, bringt Lars Vogeler, Vorsitzender der Jungen Union auf den Punkt, was viele in der CDU bewegt: „Grundsätzlich sehe ich keine Notwendigkeit, einen Kandidaten außerhalb von Hagen zu suchen“, erklärt der Chef der Nachwuchsorganisation, die im Wahlkampf eine gewichtige Rolle spielt. Und weiter sagt er mit Blick auf den Parteivorsitzenden und seinen Stellvertreter: „Mit Christoph Purps oder Jörg Klepper haben wir ausgezeichnete Leute, die beide der Partei sehr gut vermittelbar sind.“

„Revierfürsten“ werden nervös

Aber nicht nur innerhalb der Hagener CDU, die mit dem heutigen DTF-Vorsitzenden Bülent Arslan schon einmal einen möglichen Bundestagskandidaten mit Migrationshintergrund durchfallen ließ, sorgt die potenzielle Kandidatur für Wirbel. Auch „Revierfürsten“, die bislang die Ruhr-CDU in der Hauptstadt vertraten, werden mächtig nervös. Sie fürchten angesichts eines noch ungewissen Wahlausgangs um ihren Platz im Bundestag, sollte die junge Aachenerin auf der Überholspur der Landesliste an ihnen vorbeiziehen und blicken mit Argwohn nach Hagen.

Jens Stubbe



Kommentare
04.02.2013
09:21
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30.01.2013
14:26
Hagener CDU findet keinen Kandidaten für die Bundestagswahl
von Hagenerjung1909 | #30

Es ist schon traurig, dass die Herren Purps und Co offensichtlich unerschüttert weitermachen und Ihre Kandidatin durchdrücken wollen. Statt bei Ortsunionen und Verbänden um Vorstellung zu bitten, hält Frau Giousouf nun in Hagen Hof und läd großmütig zu Kaffee und Kuchen in die Kreisgeschäftsstelle ein. So richtig und wichtig es ist, dass Frau Giousouf sich den Hagenern vorstellt, guter Stil sieht anders aus.

Dass die CDU-Spitze nach den Geschehnissen der letzten Tage diese Form der Selbstinszenierung noch unterstützt belegt, dass man nix begriffen hat.

21.01.2013
19:15
Hagener CDU findet keinen Kandidaten für die Bundestagswahl
von obelixhagen | #29

Da sage ich nur kopfschüttelnd: Aua aua!!!

21.01.2013
16:53
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21.01.2013
15:49
Hagener CDU findet keinen Kandidaten für die Bundestagswahl
von lq7600 | #27

Der wahre Skandale liegt doch darin, daß ein Rheinländer einen westfälischen Wahlkreis vertreten soll. .......und das schlimmste ist, die Westfalen lassen das mit sich machen!! Devote wollen bestraft werden: Mittelkürzungen aus Düsseldorf an allen Ecken und Enden sind des Dankes Lohn!

21.01.2013
12:51
Hagener CDU findet keinen Kandidaten für die Bundestagswahl
von Fragender | #26

Was will mir das sagen?
Zu viele Christen in der Orts-CDU?
Keiner wil mit dem verlogenen Haufen in Berlin mitziehen?
Oder, nicht jeder in CDU kann richtig abschreiben, also fehlt`s am HerzeigePersonal, keine Doktoren?

21.01.2013
12:20
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Name von Moderation entfernt | #25

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21.01.2013
11:47
Hagener CDU findet keinen Kandidaten für die Bundestagswahl
von scouti | #24

Wieso eigentlich immer Hagen? Der Wahlkreis umfasst auch einen Teil des benachbarten Ennepe-Ruhr-Kreises. Was sagen denn die dortigen Stadtverbände, der Kreisverband, der CDU zu einer auswärtigen Kandidatin oder Kandidaten? Anders gesehen wird auch der SPD-Kandidat weiterhin das Direktmandat für den Bundestag holen.

20.01.2013
18:51
Von Aachen über Hagen nach Berlin
von derNoergler | #23

mir ist es eigentlich egal, wer mich nicht vertritt.
Aber das man sich ueberhaupt in Aachen umschaut, weil der dort verwurzelten Kandidatin gleichzeitig ein formidabler (hat das wirkliich wer gesagt?) Listenplatz in Aussicht gestellt wird, zeigt mir auch deuttlich, dass es sonst auch niemanden interessiert.
Feines Geschangel, aber auch eine gute Visualisierung der tatssächlichen politischen Ziele.

20.01.2013
15:55
Von Aachen über Hagen nach Berlin
von vonHagen | #22

Sicher wird eine Kandidatin aus Aachen die Interessen Hagens genauso gut vertreten wie eine muslimische Kandidation die CHRISTLCIH Demokratische Union. Irgend etwas muss ich da wohl falsch verstehen. Käme die Mineralöllobby auf die Idee, eine Spitzenkandidatin der Grünen als Pressesprechering zu engagieren? Wohl kaum!

1 Antwort
Hagener CDU findet keinen Kandidaten für die Bundestagswahl
von EhemaligerMendener | #22-1

Hmmmm, Was macht denn eigentlich gerdae Joschka Fischerr?
Also ich sehe da kaum einen unterschied

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