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Hagener Autowerkstätten sind bis Jahresende mit Hagelschäden beschäftigt

18.07.2013 | 07:00 Uhr
Die Gutachter haben viele Fahrzeuge unter die Lupe genommen, jetzt schwappt die Welle in die Werkstätten.Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Nach dem schweren Hagel-Sturm im Juni sind die Auftragsbücher der Autowerkstätten in Hagen prall gefüllt. Um die Schäden bei Tausenden Autos zu beseitigen, werden Doppelschichten gefahren und extra sogenannte Beulendoktoren eingestellt. Die Arbeiten bei den Spezialisten werden sich aller Voraussicht nach bis zum Ende des Jahres hinziehen.

Vier Wochen sind nun vergangen, seit ein heftiger Hagelschauer auf Hagen niederprasselte. Doch das Thema ist weiter aktuell: Denn Tausende Autos, die beschädigt wurden, werden nun zu einem regelrechten Konjunkturprogramm für Hagens Werkstätten.

Während vielerorts noch die Gutachter tätig sind, um die Schäden zu ermitteln, werden in den Autohäusern Sonderschichten gefahren und Experten-Teams eingekauft. Die Autofahrer müssen indes Geduld haben: Bis Jahresende wird es mindestens dauern, bis alle Termine abgearbeitet sind. Vier Beispiele:

Termine bis September vergeben

Mit rund 4000 Fahrzeugen, die repariert werden müssen, rechnet allein das große Autohaus Max Moritz in Vorhalle (VW, Audi, Skoda). „Wir haben zwei Spezialfirmen engagiert“, sagt Serviceleiter Michael Hildebrand. Bis zu 45 Experten in Sachen Dellen-Beseitigung sind so in zwei Schichten aktiv. In den normalen Werkstatträumen ist das gar nicht zu schaffen. „Die Firmen haben Hallen im Umkreis angemietet“, so Hildebrand.

Hagelkörner in Hagen

Aber auch das Stammpersonal ist mächtig eingespannt. „Wir bereiten die Fahrezeuge vor, bauen etwa den Fahrzeughimmel ab und nachher wieder dran.“ Schon jetzt hat Max Moritz Termine bis September vergeben, ein Ende ist nicht absehbar.

In etwas kleineren Dimensionen bewegt sich das Ganze bei Ford Könneker in Haspe: „Wir arbeiten die Aufträge ruhig nacheinander ab“, so Kfz-Meister Uwe Bötcher. Bis Ende des Jahres wird es aber auch dort dauern, bis alle Schäden abgearbeitet sind. „Die sind teilweise schon erheblich. In einem Fall müssen wir das ganze Dach auswechseln.“

Fünf Mitarbeiter nur für Hagelschäden zuständig

Hochbetrieb herrscht bei Renault Becherau in Delstern. „Wir arbeiten in zwei Schichten von 7 bis 22 Uhr. Allein fünf Mitarbeiter kümmern sich nur um Hagelschäden“, so Gilbert Becherau. Er kann auf eigene Mitarbeiter zurückgreifen, die auf die Dellenbeseitigung spezialisiert sind, hat aber auch externe Experten eingekauft. Acht Stunden für ein Auto rechnet er auf jeden Fall ein, teilweise aber auch noch länger.

Eine übervollen Terminkalender gibt es auch bei der nicht markengebundenen Fachwerkstatt „Karosserie, Lack und Mechanik Luhof“: „Reguläre Reparaturen, zum Beispiel bei Unfallfahrzeugen, nehmen wir natürlich weiterhin an. Reine Hagelschaden-Termine können wir allerdings erst ab 20. November wieder vergeben“, sagt Susanne Beutel. Die Firma am Remberg hat für die Hagelschäden fünf Zusatzkräfte - „Beulendoktor“ bzw. „Hageldrücker“ genannt - angestellt. 

Michael Koch



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