Hagen im Fokus der Kameras
13.10.2009 | 12:00 Uhr 2009-10-13T12:00:00+0200
Hagen. Google wird seinen neuen Web-Dienst „Street View” frühestens im nächsten Jahr in Deutschland starten. Das erklärte Unternehmenssprecher Kay Oberbeck. Mit den Fotoaufnahmen sei jedoch bereits 2008 begonnen worden, auch Hagen wurde bereits von den Kameras erfasst.
Schon vor den diesjährigen Sommerferien begannen Google-Mobile durch die Volmestadt zu fahren und Straßenzug um Straßenzug zu fotografieren. Derzeit sind die Autos des Internet-Giganten in weiteren westfälischen Städten unterwegs, so in Dortmund und Iserlohn. Bei diesem Verfahren werden so viele Bilder gesammelt wie möglich. Die Aufnahmen, die die auf den Autos montierte und mit acht Linsen ausgestattete 360-Grad-Kamera schießt, werden in einem aufwändigen Verfahren wieder zusammengesetzt und sollen, sobald „Street View” in Deutschland verfügbar ist, im Internet abrufbar sein. Im Unterschied zu Google Maps, wo der Anwender lediglich eine Kartendarstellung oder ein Luftbild abrufen kann, wird es durch Street View möglich, einen beliebigen Standpunkt auf einer Straße einzunehmen, sich um die eigene Achse zu drehen und die Umgebung zu betrachten. „Auf diese Weise wird ein Ort viel erlebbarer als mit herkömmlichen Fotos”, schwärmt Oberbeck.
Verhandlungen mit Datenschutzbeauftragten
Google stehe derzeit in Verhandlungen mit den Datenschutzbeauftragten, um die Voraussetzungen für eine Veröffentlichung der Bilder zu klären, so Oberbeck. Es gehe keineswegs darum, Menschen in ihrer Privatspähre zu zeigen: „Uns wären leere Straßen am liebsten, wenn unsere Mobile unterwegs sind.” Gesichter und Kfz-Kennzeichen würden per automatischer Verwischungstechnologie unkenntlich gemacht. Zusätzlich habe jeder Bürger die Möglichkeit, sein Haus, sein Auto oder andere persönliche Gegenstände, die auf die Bilder gelangt seien, löschen zu lassen: „Stattdessen entsteht ein schwarzer Fleck”, so Oberbeck. Google halte sich strikt an die gesetzlichen Vorgaben, so der Sprecher, der die Kritik aus der Datenschützerecke teilweise für überzogen hält: „Niemand regt sich über Live-Webcams auf Plätzen und in Städten auf. Street View zeigt nicht einmal Bildmaterial in Echtzeit, sondern mit zeitlicher Verzögerung.”
Freilichtmuseum denkt über Kooperation nach
Touristischen Destinationen und Ausflugszielen dürfte Street View auf jeden Fall neue Wege der Vermarktung eröffnen. Disneyworld in Florida ist zum Beispiel schon auf den amerikanischen Seiten des Suchmaschinendienstes zu finden. In Hagen böte sich das Freilichtmuseum an: „Das wäre sicherlich ein schöner Werbefaktor für uns”, so Sprecherin Uta Wenning-Kuschel, die darüber nachdenkt, Kontakt zu Google aufzunehmen.
Mit Beginn der dunklen Jahreszeit stellen die Google-Mobile ihre Rundfahrten ein. „Wir sind Schönwetterfahrer”, so Oberbeck. Bei Regen oder Nebel gemachte Aufnahmen könne man im Netz nicht gebrauchen. Finanziert werden soll Street View - wie gehabt - durch Werbung.
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