Hagen hat Rothaarsteig-Potenzial

Kolumne von Martin Weiske zum Angebot „Premiumwanderung auf Drei-Türme-Weg“. Wer mit GeoTouring oder mir schon mal eine Tour gemacht hat, weiß, dass wir nicht nur wandern. Mein Anliegen besteht darin, dem Teilnehmer während einer Tour Informationen zu Natur und Kultur zu geben und Wissen zu vermitteln. Für mich bedeutet diese Umweltbildung einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und dient als pädagogisches Instrument bei Bildung, Lehre und Forschung. Ziel meiner Touren ist Verstehen von wissenschaftlich komplizierten Informationen in populär-wissenschaftlicher Sprache .

So ist es selbstverständlich, dass ich oder Mitarbeiter von GeoTouring sich vor einer Veranstaltung intensiv mit der Thematik der Tour auseinandersetzen. Eine Vorbereitung von zwei bis fünf Tagen vor einer neuen Exkursion ist normal. Es muss eine Tour abgegangen und Informationsmaterial erstellt werden, sowie Kontakt mit Beteiligen wie beispielsweise Café und Sternwarte aufgenommen werden. Mein Großvater hat schon vor 50 Jahren die Wanderung „Drei-Türme-Weg“ vom SGV geleitet. Ich denke, eine solche Wanderung kann man auch heutzutage noch mit dem SGV unternehmen, dazu auch noch kostenfrei. Ich begrüße das sehr.

Als es vor einigen Jahren zu einer enormen Steigerung meiner Exkursionen kam, musste ich mich entscheiden, diese Touren gewerblich durchzuführen. Was zur Folge hatte, dass man eine Versicherung für die Teilnehmer während der Tour abschließen muss, sowie laufende Kosten für Werbung, Büro, Steuerberater, Fahrtkosten, Ausrüstung und eine Abgabe einer Vermittlungsgebühr für den Kooperationspartner, etc. anfallen. Dieses fließt alles in die Kalkulation des Preises mit ein. Bei der Preisgestaltung sind für die fünfstündige Führung 15 Euro angesetzt worden und 3 Euro als Spende an die Sternwarte pro Teilnehmer. Lieber Herr Weiske, wir können gerne mal durchrechnen, was für mich als Gehalt am Ende einer Exkursion übrig bleibt. Auf einen Mindestlohn von 8,50 Euro komme ich meist nicht – außer es stehen 20 Teilnehmer auf meiner Liste!

Der Drei-Türme-Weg mag sich nicht spektakulär anhören. Aber es kommt immer darauf an, was man daraus macht. Letztens bin ich über den Rothaarsteig gewandert. Dieses Gebiet wird pressemäßig stark unterstützt und dient zur Imageaufwertung einer Region und Förderung des sanften Tourismus. Hagen hat einen Waldbestand von 42 Prozent und ist nach meiner Meinung für Wanderungen und touristische Attraktionen genauso bedeutend wie der Rothaarstrang. In Fachkreisen ist auch bekannt, dass Hagen gerade unter geologischem Aspekt gesehen von sehr großer Bedeutung ist. Aber anstatt, dass in dieser Stadt alle an einem Strang ziehen und damit einen positiven Imagewandel vollziehen, fällt der eine über den anderen her, jeder kocht sein eigenes „Süppchen“, und alle guten Vorhaben scheitern an den Befindlichkeiten innerhalb der Institutionen.